Bürgermeister Bastian Wernthaler berichtet über seine ersten 100 Tage im Amt

„Sehr viel Neues, enorm spannend, es menschelt und macht richtig Spaß“, so fasst Bürgermeister Bastian Wernthaler die ersten 100 Tage seiner Amtszeit zusammen. Im Gespräch mit der Wasserburger Stimme blickt er zurück und berichtet über Änderungen im Tagesablauf und die Zusammenarbeit mit dem Stadtrat.

Angesprochen auf die allerersten Tage im Amt, erklärt Bastian Wernthaler: „Es ging sofort los, von Tag eins an hieß es: Entscheidungen treffen.“ Aber trotz des dichten Terminkalenders gab es in den vergangenen Monaten bereits echte Highlights für den neuen Rathauschef. Besonders die Schulabschlussfeiern von Gymnasium, Realschule und Mittelschule sind ihm in Erinnerung geblieben. „Es waren tolle Momente, zu den jungen Menschen zu sprechen. Das bringt viel Motivation und Energie in die Stadt“. Auf die Frage, was ihm in Amt bisher am schwersten fiel, antwortet er offen: „Schwierig wird es immer dann, wenn es menschlich hakt. Wenn es plötzlich nicht mehr um die Sache geht, sondern um menschliche Konflikte.“

Um den Überblick zu behalten, setzt Bastian Wernthaler auf feste Routinen. Sein persönlicher „Ankerpunkt“ ist der Montag. Der Tag startet um 7.45 Uhr mit einer Lagebesprechung mit seinen Stellvertretern Georg Machl (CSU) und Monika Barthold-Rieger (Bündnis 90/Die Grünen). Um 8.30 Uhr folgen die Fachbereichsleiter, um 16 Uhr die Fachbereichsleiter zusammen mit den Fraktionen.

Die Zusammenarbeit mit dem neuen Stadtrat bezeichnet Wernthaler als „hervorragend“. Es werde zwar in der Sache hart diskutiert, der Umgangston sei aber immer freundlich. Als Sitzungsleiter fordert er Disziplin und eine stringente Zeitführung ein, will es den ehrenamtlichen Stadträten aber so angenehm wie möglich machen: „Dazu gehört auch, für einen kühlen Sitzungsraum, ausreichende Pausen und gekühlte Getränke zu sorgen. Und vor allem: Jeder Meinung muss mit größtmöglichem Respekt begegnet werden.“

Der Kontakt zum Amtsvorgänger ist sehr gut „Michael Kölbl hat von Anfang an gesagt, dass er sich nicht in die Kommunalpolitik einmischen wird – und daran hält er sich auch. Er genießt seinen Ruhestand“, erklärt der Nachfolger. Wenn er doch mal Fragen hat, gehe es nie um Politik, sondern ausschließlich ums Prozedere.

Sichtbar wird der Wechsel auch im Bürgermeisterbüro. Das Waschbecken und der Schrank sind weg. Ein großer Bildschirm, neue Vorhänge sowie ein Sitzungstisch und Stühle sollen einziehen. Und das ist nur der Anfang: Nächsten Sommer soll auch der Sitzungssaal modernisiert werden – mit neuen Möbeln, moderner Technik und einer Klimaanlage.“

Auch intern hat sich einiges geändert. „Meine Tür steht immer offen, die Mitarbeiter sind jederzeit willkommen“, betont Bastian Wernthaler, der morgens bereits um 7.30 Uhr im Büro sitzt – und damit früher als sein Vorgänger. Er geht viel zu den Mitarbeitern in die Büros, um die Stimmung auszuloten. Der Effekt: Mittlerweile stehen im ganzen Rathaus spürbar mehr Türen offen. Zudem delegiert Wernthaler mehr Verantwortung und Beschlusskompetenzen an seine Fachbereichsleiter, auch um sich selbst Freiräume für die Einarbeitung in komplexe Themen zu schaffen. Ein weiteres Kernanliegen ist ihm die Transparenz nach außen: „Es ist mir extrem wichtig, zu den Bürgern zu transportieren, was im Rathaus läuft. Öffentlichkeitsarbeit, Touristinfo und Social Media haben für uns einen hohen Stellenwert.“

Dass er auf der Straße oft angesprochen wird, stört ihn nicht. „Ich habe mit meiner Frau abgesprochen, dass wir unser Leben so normal wie möglich weiterleben. Ich besuche nach wie vor gerne Kneipen und Sportveranstaltungen.“ Auch die Abendtermine legt er, sofern möglich, so, dass er seine Kinder noch sehen kann.

Die nächsten Großprojekte im Visier

Nach der Sommerpause warten große Aufgaben auf die Stadt. Das Tagesgeschäft sei ohnehin umfangreich, doch der Blick richtet sich auf die Zukunft. „Ich freue mich jetzt erst einmal auf den Spatenstich für das neue Feuerwehrhaus am 8. September“, so Wernthaler. Danach müssen die Großprojekte Kläranlage, Wertstoffhof und der Neubau beziehungsweise die Sanierung der Grundschule vorangetrieben werden. Auch das Thema Wohnen und Leerstand hat, mit einem neuen Fachbereich, hohe Priorität.

Bevor diese Projekte jedoch starten, geht es erst einmal in den wohlverdienten Urlaub.

TANJA GEIDOBLER

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