Ein Mutmacher-Beispiel für junge Menschen und Betriebe in der Region
Zwei Monate vor Ausbildungsbeginn – 1. September – gibt es noch junge Menschen in der Region, die einen Ausbildungsplatz suchen. Gleichzeitig sind noch viele Ausbildungsplätze unbesetzt. BewerberInnen und Betriebe finden oft nicht zueinander, weil Zweifel bestehen: „Schaffe ich die Ausbildung?“ – „Kann die Bewerberin / der Bewerber die Ausbildung schaffen?“ und/oder „Passen wir zwischenmenschlich überhaupt zusammen?“ An dieser Stelle will die Agentur für Arbeit in Rosenheim während der gesamten Ausbildungsdauer durch die sogenannte „Assistierte Ausbildung“ unterstützen. Hier dazu ein Mutmacher-Beispiel – die Erfolgsgeschichte von Justin Holzapfel. Er hat die Maßnahme während der Ausbildung genutzt und seine Abschlussprüfung zum Kfz-Mechatroniker Nutzfahrzeugtechnik im ersten Versuch bestanden …
Das Foto zeigt von links
Michael Preisendanz (Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Rosenheim), Justin Holzapfel (Kfz-Mechatroniker),
Bruno Baumann (Berufsberater bei der Agentur für Arbeit Rosenheim) und Michaela Stallhofer (Deutsche-Angestellten-Akademie).
„Mein eigenes Ziel, die Ausbildung zu schaffen, hat mich motiviert. Gut und wichtig
waren auch der Rückhalt meiner Eltern und die Unterstützung durch die
Ansprechpersonen in meinem Ausbildungsbetrieb und beim Bildungsträger. Das
Wichtigste aber war, dass ich selber die Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker
unbedingt schaffen wollte, um dann als ausgelernte Fachkraft ein entsprechendes
Einkommen und einen sicheren Arbeitsplatz zu haben“, sagt Justin Holzapfel. Der
21-Jährige hat im Februar seine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen.
Doch bis dahin war sein Weg nicht immer einfach.
„Bis Anfang 2020 war alles gut: Mein Opa hat schon als Kfz-Mechatroniker gearbeitet
und ich wusste, dass ich auch in den Bereich gehen möchte. In der 8. Klasse habe
ich bei der AVG – Auto-Vertrieb-GmbH in Rosenheim – ein Praktikum gemacht. Dieses
ist gut gelaufen und ich habe mich anschließend dort um einen Ausbildungsplatz als
Kfz-Mechatroniker beworben. Die Einladung zum Vorstellungsgespräch und die
anschließende Zusage für die Ausbildung kamen prompt. So konnte ich mir als Erster
aus meiner Klasse einen Ausbildungsplatz sichern“, erzählt der junge Mann.
Er hat 2021 an der Mittelschule in Rosenheim-Aising seinen qualifizierenden
Mittelschulabschluss gemacht. Während der Corona-Pandemie …
Dem Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit
Rosenheim, Michael Preisendanz, betont wie wichtig Praktika sind, um auszuprobieren, welcher Ausbildungsberuf
der Richtige ist: „Häufig sind diese der Türöffner für die spätere Lehrstelle. Ich möchte
Jugendliche, die heuer oder im kommenden Jahr in die Ausbildung starten möchten,
einladen sich über Praktikums-, Ausbildungs- und Studienangebote zu informieren und unsere
BerufsberaterInnen per Mail zu kontaktieren. Diese helfen gerne dabei den richtigen Beruf und die passenden
Angebote zu finden und unterstützen auch bei der Bewerbung“, sagt Preisendanz.
Infos unter https://www.arbeitsagentur.de/bildung/ausbildung
Fragen an Rosenheim.Berufsberatung@arbeitsagentur.de
Justin Holzapfel startete hochmotiviert in seine Ausbildung, doch dann wurde es
schwierig: „Ich war in der Schule nie ein Überflieger und im zweiten Ausbildungsjahr
hatte ich in der Berufsschule solche Schwierigkeiten, dass wir entschieden haben,
dass ich Unterstützung brauche und das zweite Lehrjahr wiederhole“, berichtet der
junge Mann. Hier kamen die Agentur für Arbeit Rosenheim und der Bildungsträger
Deutsche-Angestellten-Akademie (DAA) ins Spiel:
„Junge Menschen wie Justin
Holzapfel, die während der Corona-Pandemie die Schule abgeschlossen haben und
dann in die Lehre gestartet sind, hatten es häufig schwer: Sie waren in
entscheidenden Jahren der Schul- oder Berufsschulzeit oder der betrieblichen
Ausbildung immer wieder damit konfrontiert, dass die Schule oder der Betrieb keine
persönliche Präsenz ermöglichen konnten und das Lernen plötzlich auf Distanz
stattfinden sollte. Jeder junge Mensch war hier individuell unterschiedlich betroffen“,
sagt Bruno Baumann, sein ehemaliger Berufsberater bei der Agentur für Arbeit
Rosenheim. „Deshalb ist es gut, dass wir damals, wie auch heute, Angebote wie die
Assistierte Ausbildung haben, um Auszubildende und Betriebe zu
unterstützen. Dies ist auf der fachlichen Ebene genauso möglich wie auf der
zwischenmenschlichen.“
Michaela Stallhofer, die den jungen Mann bei der DAA betreut hat, fügt hinzu: „Die
Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker ist wirklich anspruchsvoll. Wir begleiten
in diesem Bereich zahlreiche junge Frauen und Männer, genauso wie auch in vielen
anderen Ausbildungsberufen. Dabei unterstützen wir nicht nur beim Berufsschulstoff,
sondern bieten eine komplette Ausbildungsbegleitung an, die sich sowohl an
Auszubildende als auch für Betriebe richtet.“
Justin hat während der Ausbildung 3,5 Jahre Unterstützung durch die DAA erhalten.
„Klar war das hart, nach einem langen Arbeitstag noch zur „Nachhilfe“ zu gehen, aber
es hat sich gelohnt“, sagt er. „Meine Berufsschulnoten haben sich dadurch verbessert
und auch die Unterstützung bei der Prüfungsvorbereitung war sehr gut. Ich habe die
Abschlussprüfung im Februar im ersten Versuch bestanden und bin von meinem
Ausbildungsbetrieb übernommen worden. Als Fachkraft habe ich nun tolle, berufliche
Entwicklungsmöglichkeiten: Zunächst möchte ich Berufserfahrung sammeln und von
den Weiterbildungen profitieren. Und vielleicht mache ich ja auch einmal den
Meister.“
Preisendanz freut sich über die Erfolgsgeschichte von Justin und sagt abschließend:
„Eine abgeschlossene Ausbildung ist die beste Versicherung gegen Arbeitslosigkeit.
Fachkräfte sind deutlich seltener arbeitslos als Menschen, die auf Helferniveau
arbeiten. Die Betriebe sind auf die Fachkräfte angewiesen, um sich richtig für die
Zukunft aufzustellen und diese profitieren, wie Herr Holzapfel es schon gesagt hat,
auch von einem höheren Einkommen. Wir unterstützen gerne, damit
Ausbildungsverträge zustande kommen und Ausbildungen erfolgreich
abgeschlossen werden. Die Unterstützung ist übrigens auch schon zu Beginn der
Ausbildung möglich.“
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