Oberbayern startet mit neuen Impulsen in den Wettbewerb

Was brauchen Dörfer, um ihre Zukunft gemeinsam aktiv zu gestalten? Welche Unterstützung gibt es für engagierte Bürger vor Ort? Und wie kann der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ neue Impulse für die Entwicklung ländlicher Gemeinden setzen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich die Teilnehmer bei einer Informations- und Austauschveranstaltung des Bayerischen Kompetenzzentrums Ländliche Entwicklung (BayLE) und des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberbayern im Kloster Bernried.

Die Veranstaltung fand im Vorfeld der 29. Wettbewerbsrunde statt, die im Herbst 2026 startet. Im Mittelpunkt stand das neue Motto „Unser Dorf. Unsere Zukunft“, das den Fokus bewusst auf die Menschen im ländlichen Raum legt. Ziel ist es, Dorfgemeinschaften zu stärken, gemeinsames Engagement zu fördern und Entwicklungsprozesse vor Ort anzustoßen – weit über den eigentlichen Wettbewerb hinaus.

Um den Einstieg zu erleichtern und noch mehr Dörfer zum Mitmachen zu motivieren, ist künftig ein Startgeld von 1.000 Euro für gute erste Aktionen vorgesehen. Darüber hinaus erhielten die Teilnehmenden Einblicke in neue Inhalte des Wettbewerbs und lernten Unterstützungsangebote der Ländlichen Entwicklung kennen.

In einer Podiumsdiskussion berichteten Fachleute und ehemalige Wettbewerbsteilnehmer aus der Praxis und diskutierten, wie der Dorfwettbewerb neue Dynamik gewinnen kann. „Es gibt kein Dorf, das nicht die Qualifikation hat mitzumachen – nicht bei uns in Bayern“, betonte Bürgermeister Markus Huber, Bürgermeister des Gold-Dorfes Huglfing, und warb für mehr Mut zur Teilnahme. Markus Breier, Kreisfachberater aus dem Landkreis Traunstein, hob die Chancen des Wettbewerbs für seine Kolleginnen und Kollegen hervor: „Es heißt nicht umsonst Kreisfachberatung. Wir haben mit dem Dorfwettbewerb eine weitere gute Möglichkeit rauszugehen, zuzuhören und Impulse zu geben.“

Am Nachmittag wurde die Theorie bei einem Rundgang durch Bernried greifbar. Bürgermeister Dr. Georg Malterer führte mit den beiden Juroren Josef Steigenberger, ehemaliger Bürgermeister von Bernried, und Rolf Meindl, Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberbayern, die Gäste zu verschiedenen Stationen und zeigte, wie sich Bernried mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern den Herausforderungen der Zukunft stellt. Dabei brachte Dr. Georg Malterer die Stimmung der Veranstaltung auf den Punkt: „Wir leben in einer Trotzdem-Zeit – einer Zeit, in der wir Dinge trotz aller möglichen Widerstände angehen und trotzdem tun“.

Die Veranstaltung bot Raum für Vernetzung, Erfahrungsaustausch und neue Ideen rund um den Dorfwettbewerb. Praxisbeispiele aus Oberbayern machten deutlich, wie vielfältig erfolgreiche Dorfentwicklung aussehen kann. Gleichzeitig wurde sichtbar, dass die Zukunft ländlicher Räume vor allem dort entsteht, wo Menschen Verantwortung übernehmen, gemeinsam handeln und ihre Heimat aktiv mitgestalten.

Foto: Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern

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