Torwarttor in der 95. Minute klaut Wölfen den Heimsieg
Es war ein Spiel, in dem es tabellarisch um nicht mehr viel ging – und das dennoch ein Drehbuch lieferte, wie es nur der Fußball schreiben kann. Die personell weiterhin arg gebeutelten Wasserburger Wölfe trennten sich am gestrigen Sonntag vor heimischer Kulisse mit 2:2 vom DJK-SV Oberndorf. Ein Gegentreffer in der allerletzten Sekunde der Nachspielzeit verhinderte den dreifachen Punktgewinn der Hausherren.
Wie groß das Verletzungspech bei den Wölfen aktuell ist, zeigt ein Blick auf die Aufstellung: Im Vergleich zum deutlichen 4:1-Erfolg aus dem Hinspiel musste Cheftrainer Dominik Süßmaier die Startelf auf sage und schreibe zehn Positionen verändern.
Die neu formierte Wasserburger Mannschaft übernahm spielerisch zwar die Kontrolle, musste aber in der 14. Minute den ersten Rückschlag hinnehmen. Nach einer Ecke für die Gäste stieg Hannes Grill am höchsten und köpfte zur 0:1-Führung für Oberndorf ein.
Die Wölfe zeigten sich jedoch unbeeindruckt und drehten noch vor der Pause die Partie.
1:1 (29. Min.): Kapitän Ferhat Cindir eroberte den Ball tief in der gegnerischen Hälfte und bediente Vesel Smaji. Dieser lupfte das Leder elegant über die Abwehrkette in den Lauf von Rami Zaraket. Der Stürmer bewies seine Klasse, legte den Ball mit dem ersten Kontakt links am Verteidiger vorbei und schloss mit dem rechten Außenriss unhaltbar ab.
2:1 (35. Min.): Nur wenige Minuten später belohnte sich Wasserburg für die spielerische Dominanz. Der gerade erst von einer Verletzung zurückgekehrte Hamit Sengül brachte einen scharfen Ball in die Mitte. An der Strafraumkante lauerte Ömer Sensoy, der direkt abzog und die Kugel flach links unten im Eck versenkte.
Der zweite Durchgang entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch mit viel Hin und Her, in dem die Wölfe die knappe Führung bis tief in die Nachspielzeit verteidigten.
In der 95. Minute kam es dann zum großen Drama: Nach einem Foul an der Mittellinie warfen die Gäste beim fälligen Freistoß alles nach vorne – sogar Oberndorfs Torwart Matthias Schwarz eilte mit in den Wasserburger Strafraum. Der Freistoß führte zu einer Ecke, bei der im Sechzehner pures Ping-Pong-Chaos ausbrach. Der Ball landete schließlich genau vor den Füßen von Keeper Schwarz, der nicht lange fackelte und das Leder zum 2:2-Ausgleich unter das obere Tornetz drosch. Es war die letzte Aktion des Spiels.
Auch wenn sich das Unentschieden durch den späten Ausgleich wie eine Niederlage anfühlt, hat der Punkt einen positiven Nebeneffekt: Der SV Genclerbirligi Wasserburg schiebt sich bei gleicher Anzahl an Spielen wieder an Maitenbeth vorbei auf Platz 4 der Tabelle.
Am kommenden Sonntag, 24. Mai, 17.30 Uhr, wartet ein echtes Highlight auf die Wölfe. Dann gastiert der aktuelle Tabellenführer SG Ramerberg/Rott (ein Spiel weniger und zwei Punkte Vorsprung auf Platz 2) in Wasserburg. Die Wölfe können in diesem prestigeträchtigen Duell völlig befreit aufspielen und dem Spitzenreiter im Meisterschaftskampf ordentlich in die Suppe spucken.
SV Genc. Wasserburg: Roland Vogel, Ali Pala, Lion Tahiri, Fatih Kölemenoglu, Hamit Sengül (82. Alexander Eberle), Ferhat Cindir, Erlind Bajrami, Enes Samur (77. Ilker Serbeci), Vesel Smajli (85. Altin Abazi), Rami Zaraket, Ömer Sensoy – Trainer: Dominik Süßmaier
Weiteres Ergebnis der Wölfe-Teams:
SV Genclerbirligi Wasserburg II : SV Reichertsheim III 2:1 (1:0)
SV Genclerbirligi Wasserburg III : SG Höslwang II/Halfing II/Schonstett II 7:1 (5:1)
Foto: SV Genclerbirligi Wasserburg / Sükrü Karavil
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