UBG Edling beim Faschingsumzug mit ernstem Thema
Mit einem Faschingswagen, „der mehr Wahrheit transportierte als mancher Aktenordner“, hat die UBG Edling beim Umzug heuer nicht nur Kamelle, sondern vor allem Denkanstöße verteilt. Unter dem Motto „Der Verkehr in Edling – die unendliche Geschichte“ wurde ein Thema auf die Straße gebracht, das dort im wahrsten Sinne des Wortes seit Jahren ungelöst herumliegt.
Wer in Edling die Hauptstraße auf Höhe der Schule überqueren will, brauche vor allem eines: Mut. Oder gute Laufschuhe. Ampel? Fehlanzeige. Zebrastreifen? Wäre schön. Blinklichter? Nur zur Faschingszeit am Wagen.
Dabei gehe es hier, so die UBG Edling, nicht nur um Schulkinder. Es seien Eltern, Großeltern, Pendler, Senioren – also praktisch ganz Edling – die diese Stelle täglich überqueren. Die UBG machte klar: Das ist kein „Schulwegproblem“, das ist ein Sicherheitsproblem für alle Generationen.

Ein besonderes Highlight des Wagens war die satirische Darstellung der „extrem langsam mahlenden Mühlen“. Gemeint ist die Situation an der B304. Seit Jahren wird über Ampel, Kreisverkehr oder sonstige Lösungen diskutiert. Seit Jahren passieren dort Unfälle. „Und seit Jahren passiert – erstaunlich wenig“, so die UBG Edling. Die Botschaft war klar: Wenn Entscheidungsprozesse langsamer sind als der Verkehr selbst, wird es irgendwann gefährlich.
Auch der Rückbau vieler Tempo-30-Zonen wurde humorvoll, aber deutlich aufs Korn genommen. Weniger Tempo 30 heiße für viele eben nicht „mehr Freiheit“, sondern „weniger Sicherheit“ – besonders für Fußgänger, Radfahrer, Kinder und ältere Menschen.
Die UBG stellte die Frage, ob Verkehrsüberwachung wirklich nur dort stattfinden sollte, wo Autos stehen – und nicht dort, wo sie fahren. Der augenzwinkernde Hinweis: „Blitzer sind keine Gelddruckmaschinen, sondern eigentlich dafür gedacht, Geschwindigkeit zu reduzieren und Menschen zu schützen.“
Lücken, Engstellen, unübersichtliche Stellen – wer in Edling zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, trainiere ungewollt für den Hindernislauf. Der Wagen stellte diese Situation bewusst überzogen dar. „Leider war die Überzeichnung stellenweise näher an der Realität als geplant“, erklärt die UBG Edling.

Zu vielen dieser Punkte hören Bürger seit Jahren denselben Satz: „Polizei und Landratsamt sagen, da kann man nichts machen.“ Die UBG sieht das anders – und formulierte es passend zum Anlass so: „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.“ Denn zahlreiche andere Kommunen zeigten: „Mit Kreativität, Hartnäckigkeit und echtem Gestaltungswillen lassen sich auch unter denselben rechtlichen Voraussetzungen wirksame Lösungen finden.“
„Der Faschingswagen war lustig, das Thema ist es nicht – und genau deshalb war dieser Wagen vielleicht einer der ernsthaftesten Beiträge des gesamten Umzugs“, so das Fazit der UBG Edling.
FP
Schaufenster



Hinterlassen Sie einen Kommentar