Judo-Talent hat sich bei der U18-Einzelmeisterschaft für die Süddeutsche qualifiziert

Es war einer dieser langen Turniertage, an denen sich die Spreu vom Weizen trennt – in einem mit 26 Athleten stark besetzten Feld der Gewichtsklasse bis 66 kg: Judoka Maxi Osterloher vom Kampfsport-Verein Bad Aibling kämpfte sich bei der Bayerischen Einzelmeisterschaft der U18 auf den dritten Platz.

Es wurde eine Medaille, die vor allem auf kluge Taktik, präzise Technik und bemerkenswerte mentale Stabilität fußt.

Das Foto zeigt von links Coach Robert Buendowski mit Maxi Osterloher und Trainingspartner Stefan Holzmaier sowie Maxis Vater Florian Osterloher.

Der Einstieg gelang eindrucksvoll: Gegen Maximilian Ehrmaier vom TSV 1861 Mainburg beendete Osterloher den Auftakt vorzeitig nach 40 Sekunden mit einem konsequent angesetzten Wurf (Sode-maki-komi), ein Signal an die Konkurrenz, dass heute Tempo und Konsequenz Programm sind.

Es folgte ein Nervenstück gegen Julian Kolber (DJK Aschaffenburg). Lange lag Osterloher nach einer kleinen Wertung (Yuko) zurück, blieb im Griffkampf ruhig und drehte die Partie zehn Sekunden vor Schluss mit einem geschicktem Stand-Boden-Übergang (Sumi-gaeshi) zu einer mittleren Wertung (Waza ari) – vier Minuten Arbeit mit maximaler Ausbeute. „Genau so haben wir es trainiert: Nicht erzwingen, den Moment lesen“, kommentierte Trainer Robert Buendowski.

Im Kampf um den Poolsieg gegen Zakhar Khytryi vom SV Blau-Gold Augsburg, den späteren Bayerischen Meister, setzte es die einzige Niederlage: Über die volle Distanz sammelte Khytryi 2 Yuko-Wertungen – „Khytryi und Osterloher haben sich ein hartes Duell geliefert und letztlich haben nur Kleinigkeiten den Ausschlag gegeben. Beide haben Judo auf sehr hohem Niveau gezeigt, aber Maxi hatte das Nachsehen und musste sich nur knapp geschlagen geben“, analysierte Vater und Betreuer Florian Osterloher.

Die Antwort kam prompt, in der Trostrunde gegen Rune Matthäi vom JC Münchberg erzielte Osterloher zunächst eine mittlere Wertung (Waza-ari für einen Sode-maki-komi), setzte sofort nach und vollendete mit einem weiteren kraftvollen Wurf (O soto gari) zum vorzeitigen Sieg (Ippon).

Im fünften Duell ließ der Aiblinger seinem Kontrahenten Richard Wolf vom TV Kempten keine Chance. Mit variablem Angriffsrhythmus, einem Innenschenkelwurfansatz (Uchi mata) und Umschalten auf einen Fußwurf (O uchi gari) gelang ein weiterer vorzeitiger Sieg.

Das „kleine Finale“ um Platz drei gegen Said Habib Torah vom SV Blau-Gold Augsburg krönte den Tag: Nachdem Osterloher im Stand die Kontrolle im Griffkampf übernahm, nutzte er einen geblockten Wurfeingang von Torah konsequent aus, übernahm zielstrebig … 

„Im Stand-Boden-Übergang hat Maxi ein besonderes Gespür fürs Timing. Das ist im Judo Gold wert“, lobte Aufwärmpartner Stefan Holzmaier.

Mit fünf Siegen aus sechs Kämpfen steht am Ende nicht nur der Podestplatz zu Buche, sondern auch die Qualifikation für die Süddeutsche Meisterschaft.

„Heute haben Kleinigkeiten entschieden“, resümierte Coach Robert Buendowski, „aber die Richtung stimmt – und die Süddeutsche kann kommen.“

FO

Fotos: KSV Bad Aibling

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