Stadtwerke Wasserburg warnen vor unseriösen Stromanrufen - beherzte Reaktion verhinderte Vertragsfalle

Die Stadtwerke Wasserburg am Inn warnen ausdrücklich vor aggressiven Telefonangeboten von vermeintlich günstigen Stromanbietern. Anlass ist ein aktueller Fall, der zeigt, wie schnell  Verbraucher – insbesondere Menschen, deren Muttersprache nicht deutsch ist – in Kostenfallen geraten können.

Frau Borischenko ist vor dem Krieg in der Ukraine nach Deutschland geflohen und arbeitet im Hotel Fletzinger in Wasserburg. Sie spricht noch nicht sicher Deutsch und wurde von einem Discountanbieter innerhalb kurzer Zeit mehrfach telefonisch kontaktiert. Insgesamt vier Anrufe – teils sehr bestimmt im Ton – führten dazu, dass die Kundin am Telefon ihre Zählernummer weitergab. Die junge Frau wollte „nichts falsch machen“ und war sich der Tragweite dieser Information nicht bewusst.

Nur eine Woche später erhielt sie die Auftragsbestätigung des Anbieters – mit ernüchternden Zahlen: Der neue Stromliefervertrag sah einen um fast 18 Cent höheren Arbeitspreis sowie einen um 89 Euro höheren Grundpreis vor als der Tarif der Stadtwerke Wasserburg. Bei einem Jahresverbrauch von 1.734 Kilowattstunden hätte die Kundin dadurch rund 411 Euro mehr pro Jahr bezahlen müssen.

„Leider ist das kein Einzelfall“, erklärt Martin Lieberasch von den Stadtwerken Wasserburg. „Gerade telefonisch werden Verbraucher häufig unter Druck gesetzt oder überrumpelt – oft ohne zu verstehen, dass mit der Herausgabe der Zählernummer bereits ein Anbieterwechsel ausgelöst werden kann.“

Dank der schnellen und beherzten Reaktion von Michaela Steinhof (Titelbild), eine Kollegin der jungen Frau aus der Ukraine, konnte der Schaden in diesem Fall verhindert werden. Frau Steinhof wandte sich umgehend an den Kundenservice der Stadtwerke Wasserburg, sodass der Vertrag rechtzeitig widerrufen werden konnte.

Telefonwerbung: nur mit ausdrücklicher Zustimmung erlaubt

Die Stadtwerke Wasserburg weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass unerlaubte Telefonwerbung ohne vorheriges ausdrückliches Einverständnis (Opt-in) rechtlich unzulässig ist. Verbraucher sind zudem niemals verpflichtet, am Telefon persönliche Daten wie Zählernummern, Vertragsdaten oder Bankverbindungen weiterzugeben.

Klare Empfehlung der Stadtwerke Wasserburg

  • Geben Sie keine Zählernummern oder Vertragsdaten am Telefon weiter
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen
  • Seriöse Anbieter informieren transparent und schriftlich
  • Im Zweifel: Rufen Sie zuerst Ihre Stadtwerke an

Die Stadtwerke Wasserburg stehen ihren Kundinnen und Kunden jederzeit persönlich zur Verfügung – gerade dann, wenn Unsicherheit besteht oder Fragen zu Angeboten auftauchen. „Ein kurzes Nachfragen kann viel Geld sparen“, so der Appell.

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