Landwirte fällen ihre Obstbäume

Aus Ärger über Volksbegehren zum Artenschutz - Kreisfachberater raten zur Besonnenheit

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Die Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege im Landkreis Rosenheim machen sich große Sorgen um alte Obstbaumbestände. In ganz Bayern und leider auch im Landkreis Rosenheim laufen derzeit die Motorsägen heiß. Grund ist ein Passus im Volksbegehren Artenschutz, besser bekannt durch das Motto „Rettet die Bienen“, das im Freistaat Gesetz werden soll.

Darin heißt es, dass Streuobstgärten ab 2.500 Quadratmetern geschützte Biotope werden sollen. Einige Landwirte befürchten nun offenbar, künftig das Sagen auf ihrem eigenen Grund und Boden zu verlieren. Um dies zu vermeiden, werden reihenweise alte Obstbäume gefällt.

 

Die beiden Kreisfachberater Harald Lorenz und Roman Pröll raten dringend zur Besonnenheit. „Die Logik dahinter ist, dass man Streuobstbestand nicht schützen kann, wenn es keinen gibt“, sagt Harald Lorenz. Nach seinen Angaben, hat die Politik das Problem längst erkannt und bemüht sich um Schadensbegrenzung. „Was wir derzeit von Seiten des Ministeriums hören ist, dass die Bauern ihre Streuobstbestände weiterhin pflegen und bewirtschaften können wie bisher.“

 

Lorenz und Pröll hoffen, dass die Landwirte keine vorschnellen Entscheidungen treffen, die zudem jahrelange Ernteausfälle zur Folge haben. In diesem Zusammenhang zitierte Harald Lorenz Eugen Roth, der wie er findet zu Recht sagte: „Zu fällen einen schönen Baum, braucht’s eine halbe Stunde kaum. Zu wachsen, bis man ihn bewundert, braucht er, bedenk‘ es, ein Jahrhundert.“

 

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12 Kommentare zu “Landwirte fällen ihre Obstbäume

  1. Da setzt aber das Hirn gewaltig aus – einfach bloß schade um die Bäume

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  2. DA sagt man immer was von Bauernschläue… Davon ist zur Zeit nix zu merken, wenn man so unüberlegt die Bäume abrassiert..

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  3. Hallo Sonni und Mum stellt euch vor, der Staat schreibt euch vor was ihr im Garten zutun habt, z.b. nur noch alle fünf Wochen Rasen mähen, wegen der Bienen und welche Obstbäume ihr planzen dürft. Wie würdet ihr euch da fühlen,wenn ihr euer eigenes Grundstück nicht nach eigenen Wünschen gestalten dürft?

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  4. Schämen sollten die sich! Da sieht man mal wieder wie Naturverbunden einige Bauern sind! Sich vom Volk schön subventionieren lassen aber die Entscheidungen des Volkes nicht akzeptieren wollen!

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  5. Schade um die Bäume, aber auch schade, dass so etwas überhaupt zustande kommt. Zuhause den neuen SUV stehen haben, zweimal im Jahr in den Urlaub fliegen und meinen mit einer Unterschrift für die Bienen ist alles getan. Wer von den Unterzeichnern lebt denn das Thema Umwelt, Artenschutz und Co. wirklich auch selbst? Leider die aller wenigsten. Ich selbst bin absolut dafür, dass wir mehr für unseren Lebensraum machen müssen, aber es kann nicht sein, dass einige wenige den Preis dafür zahlen müssen. Jetzt im Gegenzug gleich mal die Bäume beseitigen ist aber vielleicht auch nicht die korrekte Reaktion.

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  6. Ich finde es auch schade, dass manche Bauern so überreagieren! Das schädigt den Artenschutz erst Recht! Die Bauern bekommen doch immer Subventionen! Wenn der Sommer zu nass ist und wenn er zu trocken ist usw. Kleine Bauern und kleine Geschäfte und Betriebe bekommen nichts, wenn das Geschäft nicht läuft! Jeder Betrieb muss sich an Bestimmungen und Vorschriften halten und kann nicht einfach alles so machen wie er will! Die Bürokratie hat doch jeder Betrieb! Wir haben vor paar Jahren ein Baugrundstück gesucht. Da wird einem sehr viel vorgeschrieben, welche Bäume und Sträucher du pflanzen sollst. Bei einem Grundstück wurde vorgeschrieben einen Teil als Streuobstwiese zu gestalten die nur 2x im Jahr gemäht werden darf! Ich weiß nicht wie das heute ist,aber vor einigen Jahren hatten wir diese Vorgaben. Also haben nicht nur Bauern ihre Vorgaben. Sie erhalten Steuergelder. Natürlich ist jeder von uns gefordert. Jeder will ein eigenes Haus auf dem Land, mit Straßenlaternen, jeder will sein eigenes Auto, jeder will in den Urlaub fliegen oder fahren. Der Wohlstand, wenn sicher nicht alle davon betroffen sind, hat seinen Preis in jeder Hinsicht. Und jeder der z.b ein Haus im Grünen baut, nimmt einen Teil der Artenvielfalt weg. Auch wenn man Sträucher und Blumen pflanzt. Eine Wiese ist eine Wiese. Natürlich muss ich mich selber auch an der Nase packen. Ich lebe auch so wie viele von euch. Es ist schwer umzudenken und mit paar Blümchen im Garten ist noch lange nichts grettet.

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  7. … Und was lernen wir daraus?

    Hirnloser Ökofaschismus bewirkt das Gegenteil. Ich verstehe unsere Bauern. Ist den münchner Grünen schon bewusst, wie es außerhalb der Stadt aussieht? Ich kann nur den Kopf schütteln…
    Warum ist eigentlich der Grünstreifen an der Straße bei Gabersee in Richtung Innenstadt weggefräst worden? Gibt’s jetzt Bienen, die Kiesel sammeln? *Kopfschüttel*

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  8. Zum Beitrag vom Tom:
    1. Lege ich da schon großen Wert drauf, dass es nicht nur “Münchner Grüne” waren, die da fürs Volksbegehren Unterschriften gesammelt und geworben haben. Auch wir in Wasserburg waren fleissig. Und natürlich nicht nur die Grünen, auch die Bündnispartner wie z.B. ÖDP und Bund Naturschutz. Ebenso wie die 22,3% der wahlberechtigten Wasserburgerinnen und Wasserburger, die fürs Volksbegehren unterschrieben haben, wissen wir alle sehr gut, wie es hier aussieht – wir wohnen nämlich auch alle hier.
    2. Was da in Gabersee gemacht wird, nennt sich Ausfetten und dient der Vorbereitung für das Anlegen einer Wildblumenwiese, weil diese auf Magerrasen besser wachsen. So was kann man entweder wissen oder in kurzer Zeit googeln, anstatt hier ahnungslos aber lautstark herumzutrollen.
    3. Hat der Faschismus im letzten Jahrhundert Millionen Menschenleben gefordert und unsägliches Leid über die ganze Welt gebracht. Umweltpolitisch engagierte Menschen mangels sachlicher Argumente des “hirnlosen Ökofaschismus” zu bezichtigen halte ich deshalb für eine ziemlich unverschämte Beleidigung.

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  9. Hmm…

    Das Argument von Herrn Stader verstehe ich aber es ist, Hauptsache Mia samma grün, nicht durchdacht. Ich rupf doch nicht vorhandene Flora in der Bienenzeit, Frühjahr, heraus und werde dann “nahrhafte” Kiesel für die Bienen hin. Für sowas eignet sich der Herbst…

    Die 22.3% für das Bienenabkommen sind bestimmt wieder die, die sich für Fachleute halten. Vielleicht wäre es einfach besser gewesen hier unsere Bauern mit ins Boot zu holen, denn die sind die wahren Fachleute und nicht der Bahnangestellte Architekt, gell Herr Stader…

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  10. Jetzt müsste man halt nur noch wissen, wer der Tom ist und welchen beruflich-fachlichen Werdegang er aufzuweisen hat, um zu beurteilen, mit welcher Berechtigung er hier andere so grob abqualifiziert und beleidigt. Es gibt zum Thema im Übrigen auch noch andere Fachleute als nur die Bauern. Gärtner beispielsweise. Da haben wir im städtischen Bauhof einen wirklich sehr guten, der sich auch entsprechend zum Thema fortgebildet hat und bei dem diese Aufgaben in besten Händen sind. Da müssen wir Stadträte uns gar nicht so sehr einmischen – gleich, ob (ehemaliger!) Bahnangestellter oder nicht.

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  11. So oft mäh ich gar nicht…

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  12. Was bitte ist Öko-Faschismus…?!
    Ein Widerspruch in sich!!!

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