Kein Zuschuss für private Bäume

Hauptausschuss lehnt Antrag der Grünen ab - Stattdessen mehr Geld für Vereine

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Mit einem Antrag der Grünen hatte sich der Hauptausschuss der Stadt Wasserburg bei seiner jüngsten Sitzung zu befassen. Kein grünes Licht gab es für das Ansinnen der Grünen, künftig Baumpflanzungen in privaten Gärten mit jeweils 30 Euro pro Baum zu bezuschussen. „Wir stehen dem Antrag kritisch gegenüber, weil wir nicht individuelles Verhalten im eigenen Garten mit Steuermitteln fördern wollen”, so Bürgermeister Michael Kölbl eingangs der Diskussion.

Außerdem stehe der Bürokratie-Aufwand für die Bezuschussung von privaten Pflanzungen in keinem Verhältnis zum Ergebnis. „Uns wäre es lieber, Institutionen wie den Gartenbauverein zu fördern. Dafür stellen wir gerne die von den Grünen geforderten 3000  Euro im Haushalt zur Verfügung.”

 

Markus Hoeft (Grüne) verteidigte den Antrag seiner Fraktion. Auslöser für das Vorhaben sei das Eschensterben in der Stadt. Man wolle private Gartenbesitzer dazu motivieren, Bäume zu pflanzen. „Bei der von uns geplanten Fördersumme von 3000 Euro wären das 100 Bäume im Jahr.” Höft legte dem Hauptausschuss eine Liste mit zehn möglichen Bäumen vor, die für das Vorhaben in Frage kämen. „Insgesamt wäre das doch ein großer Gewinn für die Stadt.”

 

Das sah der Bürgermeister allerdings anders: „Vor kurzem hat es tatsächlich wegen des Eschensterbens eine große Fällaktion an der Köbingerbergstraße gegeben. Da ist aber jetzt schon eine enorme natürliche Verjüngung des Waldes im Gange. Dafür braucht es den Menschen nicht. Man sieht da fast gar nichts mehr von der Fällung.” Außerdem betreibe die Stadt ohnehin eine vorbildliche Waldbewirtschaftung.

 

Ins gleiche Horn stieß Werner Gartner (SPD): „Der Antrag der Grünen ist so überflüssig wie ein Kropf. So kann man auch die Verwaltung mit unnützen Dingen beschäftigen. Wir gehen sehr verantwortungsvoll mit unserem Baumbestand um. Außerdem glaube ich nicht, dass jemand einen Baum pflanzt, nur weil er dafür 30 Euro bekommt. Der Antrag ist schlichtweg Unsinn.”

Der Antrag der Grünen wurde gegen die Stimme von Hoeft abgelehnt. Stattdessen wird die Neupflanzung heimischer Gehölze künftig in der Weise gefördert, dass gemeinnützige Vereine oder andere nicht kommerzielle Organisationen einen Zuschuss für neu gepflanzte Bäume erhalten. Im Haushalt werden dafür 3000 Euro zur Verfügung gestellt.

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6 Kommentare zu “Kein Zuschuss für private Bäume

  1. Lieber Herr Gartner, muss man denn unbedingt so ein Vokabular verwenden?! “Überflüssig wie ein Kropf” und vor allem “schlichtweg Unsinn”. Hier macht sich jemand Gedanken bzw. einen Vorschlag und wird derart unangemessen abgeschmettert.
    Auch, wenn man über diesen Vorschlag sicherlich geteilter Meinung sein kann, sollte man als Vertreter der Bürger im Stadtrat eine angemessenere Ausdrucksweise an den Tag legen. Ganz egal, welcher Partei oder Gruppierung man angehört, mit seinem Verhalten und seinen Äußerungen ist man in dieser Funktion doch in gewisser Weise Vorbild.

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  2. Typisch Grüne.Erst für ein Volksbegehren Artenvielfalt auftreten mit dem Inhalt Besitzer von Obstbäumen in Streuobstlagen zu enteignen in dem die Besitzer keinen Zugriff auf ihre selbstgepflanzten Bäume mehr haben die 50 m vom Hof weg stehen,und dann mit 30€ Neupflanzungen fördern wollen mit Steuergeldern. Bayernweit werden momentan tausende von Streuobstbäumen aus Furcht vor dem Gesetz Artenvielfalt umgesäbelt.Ich werde meine Streubobstbäume auch dem Inhalt des Volksbegehrens opfern und vorher umschneiden .

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  3. Die nächste Kommunalwahl rückt nun einmal näher und im Hinblick auf landes- und bundesweite Umfragewerte scheint da nicht nur dem Herrn 2. Bürgermeister etwas die Contenance abhanden zu kommen.
    Dass man von den zahlreichen Baumfällungen, die ja nicht nur an der Köbingerbergstraße stattgefunden haben, “nichts mehr sieht” ist übrigens schon auch eine sehr eigenwillige Wahrnehmung des 1. Bürgermeisters.

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  4. @Kernzlsepp,
    die Bieneretter werden sich noch wundern!

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  5. Deine Enkelkinder sind dir bestimmt dankbar deinen Beitrag zur Zerstörung ihrer Zukunft beigetragen zu haben!

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  6. Genau die Enkel sind das Problem.Die können nämlich nach ikrafttreten des Inhaltes Volksbegehren Artenschutz die von mir 1985 gepflanzten Obstbäume nicht mehr roden wenn auf dem Grundstück ein Stall oder sonstiges gebaut werden soll oder aus sonstigen Gründen..Ich habe selbst entschieden die Bäume zu pflanzen und möchte auch weiterhin selbst entscheiden was ich auf meinen Flächen mache.Das Europawahlplakat der Grünen zeigt ja klar deren Denkweise. Für die Königin der Bienen auf unseren Wiesen.

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