Gastronomiegutscheine für alle

Gestern beschlossen: Stadt Traunstein schnürt Paket zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft 

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Die Gastronomie hatte in den vergangenen Wochen ein schweres Los gezogen: Seit der Ausrufung des Katastrophenfalls Mitte März durfte kein Restaurant, kein Café, kein Biergarten mehr Gäste empfangen. Die Umsätze dieser Zeit sind den Gastronomen verloren. Die Große Kreisstadt Traunstein macht es nun über die Stadtmarketing GmbH möglich, die heimischen Gastwirte zu unterstützen. Der Stadtrat sprach sich in seiner Sitzung am gestrigen Donnerstag dafür aus, dass jeder Bürger Traunsteins von der Stadtmarketing GmbH einen „Traunstein-Gutschein“ erhält.

Kinder bis zur Vollendung des zwölften Lebensjahres erhalten einen Fünf-Euro-Gutschein, Jugendliche über zwölf Jahre und Erwachsene mit einem Hauptwohnsitz in Traunstein erhalten einen Zehn-Euro-Gutschein. Diesen können die Traunsteiner bei ihren Restaurants, Cafés und Biergärten vor Ort einlösen. Die Bürger erhalten die Gutscheine, die bis zum 30. September 2020 gültig sind, ohne weiteres Zutun per Post.

„Mit dieser Entscheidung geben wir den Gastronomen ein dringend benötigtes Signal: Wir brauchen Euch und wir alle wollen Euch unterstützen“, erklärt Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer. „Wir wollen den Traunsteinerinnen und Traunsteinern damit auch Lebensfreude schenken. Unsere Stadt hat gerade im Sommer eine wunderbare Atmosphäre. Dazu leisten unsere Gastronomiebetriebe einen wesentlichen Anteil. Sie sind Gastgeber Traunsteins.“

Die Kosten werden sich bei knapp 21.000 Hauptwohnsitzen auf rund 250.000 Euro einschließlich Gutscheindruck und Versand belaufen. Diese trägt die Stadtmarketing GmbH und erhält, um die Aufgabe bewältigen zu können, von der Stadt Traunstein die notwendige finanzielle Unterstützung.

 

Um die Gastronomie weiter zu unterstützen, beschloss der Stadtrat auch, dass die Stadt Traunstein heuer darauf verzichtet, für Freischankflächen auf städtischem Grund eine Gebühr zu erheben. 30 Betriebe führen insgesamt rund 33.000 Euro pro Jahr für die Nutzung der Flächen an die Stadtverwaltung ab. Diese Gebühren entfallen für das Jahr 2020.

Zudem werden Anträge zur Erweiterung der Freischankflächen auf städtischem Grund wohlwollend behandelt. Anträge können an das Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung gestellt werden.

„Wir dürfen unsere Gastronomen nicht im Regen stehen lassen. Gerade für eine lebendige Innenstadt haben sie eine Schlüsselfunktion. Auch der Einzelhandel wird so von einer höheren Frequenz in der Innenstadt profitieren“, sagt Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer.

Die Stadt Traunstein bereitet außerdem eine Imagekampagne zur Stärkung der Stadt als wichtiger Handelsstandort und zur Stärkung des Tagestourismus vor.

Ein Bürgerfest nach dem Ende der Corona-Pandemie wird seitens der Stadt finanziell und organisatorisch unterstützt. Wirtschaft, Vereine und gesellschaftliche Gruppierungen werden dabei eng zusammenarbeiten.

Um die heimische Wirtschaft so umfassend wie möglich zu unterstützen, stundet die Stadt Traunstein auf Antrag auch die festgesetzten Gewerbesteuervorauszahlungen bis Jahresende zinslos.

 

Foto: Die Gastronomie in der Stadt Traunstein erfährt Unterstützung. Jeder Bürger erhält einen „Traunstein-Gutschein“, den er in den Lokalen einlösen kann.  © Richard Scheuerecker / Stadt Traunstein

 

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10 Kommentare zu “Gastronomiegutscheine für alle

  1. Tolle Idee! Könnte auch als Beispiel für Wasserburg dienen…

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  2. Das sog. “Helikoptergeld” wäre eh besser um die heimische Wirtschaft anzukurbeln….

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  3. MöchtekeineGutscheine

    Diese ganzen staatlichen Segnungen wie Gutscheine, Kaufprämien, Soforthilfen, Steuersenkungen … und… und … und…. muss am Ende aber auch jemand (zurück)bezahlen. Ich habe die leise Vermutung, dass das diejenigen sind, die momentan nicht oder nur kaum in Schule und Kitas gehen dürfen. Erst verfühstücken wir den ganzen Planeten und dann lassen wir die nächsten Generationen mit einer zerstörten Biospähre und einem Haufen Schulden zurück.

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  4. Das wären nur “Peanuts”, wenn man sieht, was das Europäische Kontrollorgan so vor hat…500 Mrd. unter dem “Deckmantel” der Solidarität an Länder verteilen, deren Haushalt eh schon seit Jahren marode ist und das Renteneintrittsalter unter dem von Deutschland ist….und 250 Mrd. sind dann Kredite….
    Das macht mir Sorgen und Angst…
    Und scheinbar werden diese Gelder ja auch nicht in all die maroden Gesundheitssystem investiert…geht ja auch nicht, da die meisten privatisiert wurden und gewinnorientiert agieren….
    Oder ins Bildungssystem…
    Und wenn wir den Umweltschutz ansprechen wollen…..aktuell müssen zig Tausende Rotorblätter der Windkraftanlagen ausgetauscht werden. Diese sind aber Sondermüll und keiner weiss so recht wie entsorgen….in vielen Ländern werden diese einfach vergraben….Dieses zum Thema Erneuerbare Energien und Umweltschutz….und ich könnte so weitermachen….

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    1. Hätten Sie ev. eine Quelle zu Ihren Angaben, wo Rotorblättern von Windkraftanlagen vergraben werden bzw. als Sondermüll entsorgt werden müssen?
      Ausgediente Rotorblätter werden in Deutschland in der Regel verwertet oder wie Ihr Hausmüll in Müllheizkraftwerken entsorgt.

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  5. Muddi's Liebling

    @Ivan, ja finde ich auch. Diese….. Sollen mal aufhören, die Probleme, die sie anrichten, mit unserem Geld (bzw mit unseren Kindern und Enkel als Steuersklaven), korrigieren zu wollen.
    Aber mal ein Wochenende, Freibier fuer alle (natuerlich auch Prosetscho und Spritz), auf Muddi’s und Maggus’
    Deckel….. Da haette ich auch mal was von

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  6. Dann tu es bitte ivan vielleicht wachen dann mal ein paar mehr bürger auf…. und sind keine regierungsmariotten…

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  7. Ein Gastronomiegutschein, finde ich noch ganz in Ordnung. Wirtshäuser sind kommunikative Orte. Es wird diskutiert, man trifft sich, man lernt Leute kennen… Völlig verschwinden werden sie daher sicher nicht. Aber war nicht schon vor Corona ein großer Wandel zu erleben? Das “Wirtshaussterben” geistert doch schon lange um. Weg vom gemütlichem Gastausschank hin zu Szenenkneipen. Für mich keine Verbesserung (was ich da bei Gesprächen mit Münchner so zwischen den Zeilen raushöre….. irgendwie eine Feudalgesellschaft, nix für mich).
    Einen Konsumgutschein würde ich allerdings rundheraus ablehnen. Die letzte Wochen, also mit Beginn der Öffnungen, haben mir so richtig vor Augen geführt wie pervers unser Wirtschaftssystem eigentlich ist. Es funktioniert nur, wenn wir dazu verleitet werden Dinge zu kaufen, die wir nicht brauchen, und die wir dann auch bald wieder wegschmeißen sollen (oder auch wollen, weil eigentlich unbrauchbar, oder gleich kaputt) um Platz für neue Dinge zu schaffen die wir nicht brauchen. Wir sind dazu erzogen worden, unser Selbstwertgefühl an Dingen zu koppeln. Dickes Auto, toller Hecht. Das die Blechkiste nicht nur völlig blödsinnig Energie verschwendet, sie verschwendet auch noch Platz. Wo die rumstehen passen zwei normale Autos rein. Und anstatt, dass wir die Führer dieses Fahrzeugs mit Erstaunen und Mitleid betrachten (ich bin ehrlich froh, keine solchen Minderwertigkeitsprobleme zu haben, die ich derart kompensieren müsste) halten wir sie nach wie vor für was besseres. Eigentlich unvorstellbar. Ich ekel mich zunehmend, auch vor meinem eigenen unkontrolliertem Konsum. Ich lege ihn immer mehr ab, stelle Sachen zurück ins Regal, gehen heim und freue mich an dem, was ich habe. Übrigens werden auch unendlich viele “Umweltschutzdinge” gekauft. To go – Becher hat man nicht einen oder zwei. Nein, da einen neuen und der ist doch schön… Oder eine tolle Edelstahldose, Made in China. Kauf ich übrigens schon gleich gar nicht mehr. Wo immer mir das auffällt lass ich es sofort stehen. Entweder ich kann es durch Europäische Ware ersetzten (es gibt eine Österreichische Firma die diese Büchsen auch herstellt) oder ich bemühe mich es einfach nicht zu brauchen. Es wird viele Verlierer geben und sie tun mir wirklich leid. Aber ich kann das einfach nicht mehr mitmachen. Ich hab doch Kinder, bekomme Enkel. Die wollen auch noch eine Welt. Da muss sich was ändern. Und wie Ivan sagt, man muss auch genau hinschauen, eine generelle Lösung wird es leider nicht geben.

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    1. Liebe Moni…
      Du sprichst mir aus der Seele…
      Bleib deiner Linie treu ,Konsum macht nicht froh und der Umwelt hilft es auch nicht.
      Ich hab auch das Gefühl, dass die Manipulatin schon wieder anspringt….KAUFEN….KAUFEN….KAUFEN…

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  8. Ich bräuchte noch einen Gutschein für die Autowerkstatt, der Kundendienst ist fällig, aber nur der kleine. Während der gemacht wird, nehme ich derweil den anderen Gutschein für eine Tasse Kaffee im Restaurant. Bin gespannt, welche Glücksritterfraktion in Wasserburg zuerst auf den Zug aufspringt und Geld verteilen will, ohne dieses gegenfinanzieren zu müssen. Bitte die, die ansonsten die Selbstregelung des Marktes predigen, das fände ich toll.

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