„Es ist deutlich weniger geworden”

Seit gut vier Wochen ist Georg Schmaderer der Corona-Ermittler der Stadt Wasserburg

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„Das Ergebnis der Ausgangsbeschränkungen war deutlich zu spüren. Wir hatten immer weniger Fälle”, sagt Georg Schmaderer vom Ordnungsamt der Stadt Wasserburg. Er ist seit Ostern als Corona-Ermittler für das Gesundheitsamt in Rosenheim im Einsatz. Sein Job: Die Kontaktpersonen von Wasserburgern finden, die positiv auf Corona getestet wurden. Die Behörden wollen damit Infektionsketten unterbrechen.

Rund um Ostern sei diese Aufgabe vom Gesundheitsamt nicht mehr zu bewältigen gewesen. Zu hoch waren die Fallzahlen. Deshalb schaltete der Landkreis die Kommunen ein. In jeder Gemeinde gibt es seither Corona-Ermittler. „Anfangs halfen auch Beamten-Schüler, deren Schule ja geschlossen war, mit. Heute schaff’ ich das alleine.” Es gebe mittlerweile Tage, an denen er keinen Fall mehr auf den Tisch bekomme. „Das war vor ein paar Wochen natürlich noch ganz anders.”

Insgesamt hielten sich die Fälle, in denen Kontaktpersonen ermittelt werden mussten, in Wasserburg in Grenzen, „weil wir für alles, was mit Alten- und Pflegeheimen sowie mit den Krankenhäusern zu tun hat, nicht zuständig sind. Bei uns ging es immer um Privatpersonen, die in häuslicher Quarantäne waren. Bei denen haben wir ermittelt, mit wem sie engen Kontakt hatten. Wer positiv getestet wurde, ist beim Gesundheitsamt registriert und bekommt ein Schreiben, dass er seine Kontaktpersonen benennen soll. Die telefonieren wir dann ab und klären, wie eng der Kontakt war. Dann fällt die Entscheidung, ob eine häusliche Quarantäne erforderlich ist“, so Schmaderer.

Enger Kontakt – das wird vom Robert-Koch-Institut genau definiert. Wer mindestens 15 Minuten von Angesicht zu Angesicht Kontakt mit dem bestätigten Corona-Kranken hatte, oder von diesem angehustet oder angeniest wurde. Schmaderer: „Wenn das der Fall ist, gilt man als Ansteckungs- oder Krankheitsverdächtiger und muss in häusliche Quarantäne.”

Insgesamt seien er und seine Helfer seit Ostern bei gut 30 Fällen tätig gewesen. „Wir haben Familienangehörige, Kollegen und Freunde angerufen. Die engen Kontakte waren aber meistens sehr übersichtlich. Alle waren übrigens sehr einsichtig und kooperativ gewesen. Und peinliche Fragen stellen wir ohnehin nicht.”

Bei seiner Ermittlungstätigkeit hatte Schmaderer stets engen Kontakt zum Gesundheitsamt. „Am Anfang gab’s eine ausführliche Einweisung, dann mehrere Videokonferenzen. Es wird immer wieder nachjustiert.”

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