Eine Reise durch das Festzelt (4)

Eine Woche Altlandkreis: Welche Geschichte steckt hinter den Ortswappen?

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Von Ort zu Ort, von Tisch zu Tisch, von Wappen zu Wappen. Festzelt, Bier und Hendl, des is bairische Kultur, wie sie jeder gern pflegt. Aber zur bairischen Kultur gehört auch der Blick in die Vergangenheit und die findet man auf dem Frühlingsfest in den Logen im Festzelt. Es sind alle Wappen der Gemeinden des Wasserburger Altlandkreises vertreten, aber welche Geschichte erzählen sie? Ab heute stellen wir jeden Tag drei Wappen und deren Bedeutungen vor. Heute: Rott, Reichertsheim und Pfaffing …

Die Kirche mit den zwei Türmen ist das Wahrzeichen von Rott. Das ehemalige Benediktinerkloster ist bekannt für die zwei Spitzhelmtürme der früher romanischen Kirche. Später wurde sie zu einer de bedeutendsten Barockkirchen Oberbayerns umgestaltet. Der Dreiberg unten bezieht sich auf die Lage des Ortes auf einem Hügel über dem Inntal. Der Wellenbalken symbolisiert den vorbeifließenden Inn und steht gleichzeitig für den Namenszusatz „am Inn“.

Der mit drei silbernen Kleeblättern belegte Sparren schräge Balken ist das Wappen des aus Reichertsheim stammenden Geschlechts der Reichertsheimer. Diese fungierten im Spätmittelalter als Richter in herzoglichen Diensten. Die zwei goldenen Sterne sind als Marienattribute zu deuten, die auf die viel besuchte Wallfahrt im Ortsteil Ramsau anspielt, wo es bis zur Reformation ein Augustinerkloster gab. Auch die Pfarrkirche von Reichertsheim ist nach der Gottesmutter Maria geweiht.

Das Gemeindewappen von Pfaffing verbindet die Sinnbilder der Klöster Attel und Rott, die in enger Beziehung zu Pfaffing standen. Die drei blauen Rauten stehen für das  Benediktinerkloster Attel, das Güter in Pfaffing, Farrach und Ebrach besaß. Der Löwe  kommt seit dem Spätmittelalter als Wappen der Benediktinerabtei Rott vor und erinnert an die Hall- und Pfalzgrafen von Wasserburg. Das Kloster Rott hatte in Pfaffing, Lehen und Steinhart Grundbesitz. Die Farben Silber und Blau stehen dabei für die beständige Zugehörigkeit zu Bayern.

Morgen geht’s weiter …

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