Eine Reise durch das Festzelt (5)

Eine Woche Altlandkreis: Welche Geschichte steckt hinter den Ortswappen?

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Von Ort zu Ort, von Tisch zu Tisch, von Wappen zu Wappen. Festzelt, Bier und Hendl, des is bairische Kultur, wie sie jeder gern pflegt. Aber zur bairischen Kultur gehört auch der Blick in die Vergangenheit und die findet man auf dem Frühlingsfest in den Logen im Festzelt. Es sind alle Wappen der Gemeinden des Wasserburger Altlandkreises vertreten, aber welche Geschichte erzählen sie? Ab heute stellen wir jeden Tag drei Wappen und deren Bedeutungen vor. Heute: Haag, Amerang und Griesstätt …

In vielen Wappen des Altlandkreises taucht es auf, das springende weiße Pferd. Es war das Wappensymbol der Gurren von Haag, die im 13. Jahrhundert als Ortsherren nachweisbar sind. Dann wurde der Schimmel auch Zeichen ihrer Nachfolger, der  Reichsgrafen von Fraunberg, die im 15. Jahrhundert aus Haag eine Reichsgrafschaft machten. Das Ross steht für den Namen „Gurre“, womit früher eine einzelne Stute bezeichnet wurde. 

Das Gemeindewappen von Amerang steht symbolisch für die Adelsfamilien, die die Hofmark Amerang einst besaßen. Die Zange ist das Zeichen der Herren von Amerang, die im Spätmittelalter drei Jahrhunderte lang herrschten. Die Laiminger hatten die Hofmark vom späten 14. bis Anfang des 16. Jahrhunderts in Besitz, für sie stehen die Balken mit Leiste im oberen Teil des Wappens. Die Farben Silber und Blau weisen auf die Bayerischen Landesfarben hin.

Das Gemeindewappen von Griesstätt erinnert an drei wichtige Herrschaftsträger in der Geschichte des Gemeindegebiets. Der aus einer Krone wachsende Adlerrumpf stammt aus dem Wappen der Schonstetter, die ab dem im 13. Jahrhundert Güter in Griesstätt besaßen. Der silberne Balken steht, wie auch beim Ameranger Wappen, für die Laiminger, die in Griesstätt ansässig waren und dem heutigen Ortsteil „Laiming“ seinen Namen geben. Der Schlüssel gilt als Petrussymbol und ist aus dem Wappen des Klosters Altenhohenau übernommen, da die Klosterkirche nach Peter und Paul geweiht ist.

 

Morgen geht’s weiter …

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