Die poetische Liaison geht weiter!

Ausstellung im Wasserburger Ganserhaus wird heute wieder eröffnet: FLOW von Heiko Börner

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Sie setzen ein Zeichen in der heimischen Kulturszene: Die Ausstellung „Flow” von Heiko Börner beim AK68 in Wasserburg musste vor Wochen wegen Corona frühzeitig geschlossen werden (wir berichteten). Jetzt hat sich der AK68 dazu entschlossen, diese Ausstellung noch einmal für interessierte Besucher zu öffnen, wie es in einer heutigen Pressemitteilung der AK68-Geschäftsstelle heißt. Die Ausstellung wird ab dem heutigen Donnerstag, 7. Mai, geöffnet, letzter Tag wird der Sonntag, 17. Mai sein. Ein Porträt zur Kunst von Heiko Börner …

Öffnungszeiten:
Donnerstag bis Sonntag 13 bis 18 Uhr!

Heiko Börners Arbeiten in Holz verblüffen jeden Besucher, scheint doch unter seiner Bearbeitung das Material akrobatische Kunststücke zu vollführen: sich zu dehnen, umzuwenden, zu drehen, emporzuspringen, sich pilzartig aufzustülpen und vieles mehr. Bei aller Begeisterung übersieht man fast, welch handwerkliches Können auch seinen an sich abstrakten Skulpturen zugrunde liegt.

Bewegungen machen Raum und Zeit erfahrbar, ja formen sie aus und lassen sie anschaulich werden. Sie sind Heiko Börners ureigenes Thema, wozu er sich primär das Holz als Material gewählt hat.

Ausgangspunkt sind zumeist stereometrische Körper, vor allem Kuben mit ungleichseitigen Vierecken sowie Kugeln, deren Oberfläche geglättet oder schariert sind. Dazwischen aber fasert der Bildhauer das Holz mit vielen kleinen Beilhieben auf und gibt ihm den Anschein eines elastischen, streck-, dreh- und verformbaren Materials, dessen Windungen und Spannungen die interessanten, räumlichen Beziehungen der Kuben und Kugeln untereinander definieren und das vergangene, gegenwärtige und noch zu erwartende Geschehen zwischen den Körpern aufzeigen. Heiko Börner erweckt den Eindruck, dass die Körper sich durchdringen, umeinander drehen, miteinander verschmelzen oder sich wieder voneinander lösen. Der Betrachter erlebt diese Bewegungen als Raum schaffend und bleibt dabei selbst in der spannungsvollen, faszinierenden Ungewissheit, inwieweit die Bewegung noch in gleicher Richtung weiterführen wird oder ob bereits ein Umkehrpunkt wie im Jojo-Spiel erreicht ist.

Börner sieht seine Skulpturen als Ausschnitt eines Bewegungsflusses. Vorbereitend und parallel zum bildhauerischen Werk entstehen aufschlussreiche Bildhauerzeichnungen, sowie kleine Skizzen. Diese Sequenzen der Bewegungs- und Aktionsabläufe hat Heiko Börner zu kleinen Filmanimationen zusammengestellt, die den Ausstellungsbesuchern helfen, die Komplexität und Thematik der Skulpturen – über alle Bewunderung des Anschaulichen hinaus – besser zu verstehen.

AK 68 / Dr. Elisabeth Heil, Kunststation Kleinsassen

 

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