„Die Blockabfertigung ist unsinnig!”

Nach Tag vor Ort im Streifenwagen: MdB Daniela Ludwig will sich für ein Ende einsetzen

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Ernste Mienen: An Spitzentagen sind allein wegen der Blockabfertigung bis zu 100 Polizeibeamte im Einsatz! 32 Blockabfertigungen in diesem Jahr mit kilometerlangen Staus auf den Autobahnen in der Region – die Arbeitsbelastung an diesen Tagen ist für die Verkehrspolizeiinspektion Raubling im Landkreis Rosenheim kaum mehr zu bewältigen. „Wir haben ja noch andere Aufgaben und deshalb überlegen wir uns ernsthaft, unsere Einsätze hier zurückzufahren“, sagte der Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Raubling, Polizeidirektor Peter Böttinger. Zu Besuch war die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig. Sie war einen Vormittag lang im Streifenwagen bei den Einsätzen der Polizei dabei.

Unser Foto zeigt links den Gruppeninspektor der Autobahnpolizeidirektion Wiesing, Hans-Peter Mück – sowie rechts den Einsatzleiter der Verkehrspolizeiinspektion Raubling, Andreas Schober.

Ludwigs Bilanz: „Die Lkw stauten sich bis hinter Bad Aibling zurück. In drei Stunden waren über 20 Beamte im Einsatz, um Staus abzusichern, links überholende LKWs rauszuziehen und den Verkehr besonders am Inntaldreieck zu regeln. Das ist eine erhebliche Belastung. Auf österreichischer Seite stehen dort, wo der Verkehr gedrosselt wird, nur zwei Beamte und zählen die Lkw.

Unser Ziel muss deshalb sein, von diesen Maßnahmen wieder wegzukommen. Die Blockabfertigung hat mit guter Nachbarschaft nicht mehr viel zu tun. Das ist reine Symbolpolitik der Österreicher, die nichts bringt – auf österreichischer Seite vielleicht eine kurzfristige Entspannung. Doch am Ende des Tages werden die LKWs, die kommen, nicht weniger. Ich würde mir wünschen, wir kommen wieder an den Verhandlungstisch zurück und überlegen gemeinsam, wie wir den Brennerverkehr in den Griff bekommen.“

Die Polizeibeamten sind während der Blockabfertigung im Dauerstress. Sie müssen den Lkw-Stau beobachten, notfalls ihr Fahrzeug verlassen, um auf dem Mittelstreifen fahrende Lastkraftwagen wieder nach rechts zu lotsen – und sie stehen im Dauerfunk-Verkehr mit ihren Kollegen.

Mal staut es sich am Inntaldreieck, dann ist die Überleitung von der A8 aus Richtung Salzburg in Richtung A93 dicht, ein anderes Mal stehen die Lkw bei der Baustelle in Reischenhart.

Für die Beamten bedeutet das: Wenn der Verkehr an einer Stelle wieder fließt, müssen sie flugs an einen neuen Einsatzort wechseln. Oftmals richten sich Lkw-Fahrer auf eine lange Pause im Stau ein. Die Folge: Sie sehen es nicht, wenn es weiter geht und bleiben mit ihrem Fahrzeug unnötig stehen. Aus diesem Grund ist ständig ein Polizeibeamter auf dem Motorrad auf dem Standstreifen entgegengesetzt zur Fahrtrichtung unterwegs, um die Fahrer zum Weiterfahren zu bewegen.

Besonders gefährlich wird es für alle Verkehrsteilnehmer, wenn Autobahneinfahrten und –Ausfahrten durch den Stau blockiert sind. Die Polizei stoppt dann die Lkw, um hier Lücken zu schaffen.

Gerade das werde man nicht mehr leisten können, sagte Böttinger.

„Die größte Herausforderung für uns ist, dass nichts passiert. Dass wir keinen Unfall haben, dass keiner der Kollegen verletzt wird, wenn er auf die Autobahn muss, und dass es keinen Auffahrunfall am Ende der Staus gibt.“

Für Daniela Ludwig steht fest, dass die Blockabfertigungen eine unsinnige Maßnahme sind. „Die Lkw kommen trotzdem und sie haben für ihre Anreise immer knappere Zeitfenster, wegen der Ausweitung des Samstagsfahrverbotes, wegen eines Nachtfahrverbotes und wegen der Blockabfertigungen. Trotz dieser Maßnahmen steigt die Zahl der Lkw-Fahrten Richtung Italien an. Ich halte diese Maßnahmen in Teilen für europarechtswidrig. Dass die EU sich hier einen schlanken Fuß macht, verurteile ich. Ich habe deshalb den bayerischen und den deutschen Verkehrsminister gebeten, eine Lösung zu suchen.“

 

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2 Kommentare zu “„Die Blockabfertigung ist unsinnig!”

  1. Die Illegalisierung von Cannabis ist auch unsinnig, tut Frau Ludwig auch nix dagegen.

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  2. Mag sein, dass die Blockabfertigung wenig sinnvoll ist. Immerhin haben unsere Nachbarn aber erkannt, dass der Verkehr reduziert werden muss. Hierzulande wird ja politisch alles unternommen, damit noch mehr Fahzeuge auf der Straße unterwegs sein können…

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