Das bange Warten aufs Ergebnis

Corona-Tests: Bei den meisten geht es sehr schnell - Andere harren wochenlang vergeblich aus

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Was ist Ihre Erfahrung mit dem Corona-Test? Dies Frage stellten wir vergangene Woche unseren Lesern. Über 100 Einsendungen erreichten dazu die Redaktion. Das wichtigste Ergebnis der – natürlich nicht repräsentativen – Umfrage: Über 80 Prozent der Ergebnisse kommen innerhalb weniger Tage (meistens ein bis zwei) nach dem Corona-Test beim Getesteten an. Aber: Es gibt auch gewaltige Wartezeiten von über fünf Wochen – egal, ob der Abstrich im Testzentrum auf der Loretowiese in Rosenheim (Foto) oder beim Hausarzt genommen wurde.

Ein Beispiel für extrem lange Wartezeit:

„Am 1. April hatte meine Tochter Katharina grippeähnliche Symptome und Brustschmerzen. Sie meldete sich am 2. April telefonisch bei ihrem Arzt und wurde für 14 Tage krankgeschrieben. Da sie derzeit ihren Bundesfreiwilligendienst in einer Werkstätte mit Behinderten absolviert, veranlasste der Hausarzt einen Coronatest”, schreibt ein Wasserburger.  „Nach telefonischer Meldung unter 116117, hieß es, es kommt am Nachmittag jemand bei uns zu Hause vorbei und macht den Abstrich vor Ort. Das war dann tatsächlich auch der Fall. Der Ärztliche Bereitschaftsdienst kann wohl bestätigen, dass ein Test durchgeführt wurde (in den Computersystemen hinterlegt), kann jedoch nicht weiter nachvollziehen, an welches Labor dieser ging, da die Daten verschlüsselt sind. Die Frau, die mir diese Infos telefonisch gab, sagte mir, sie warte selbst bereits seit fünf Wochen auf das Ergebnis ihres eigenen Tests. Auch der junge Mann, der den Abstrich vor Ort machte, kann uns keine Angaben machen, zu welchem Labor der Test geschickt wurde. Vermutlich werden wir nie erfahren, ob sie positiv oder negativ getestet wurde.”

 

Ein positives Beispiel:

„Ich wohne in der Wasserburger Altstadt. Bei den ersten corona-artigen Beschwerden habe ich bei einem Arzt in der Altstadt angerufen und konnte gleich am nächsten Morgen zum Testen vor dessen Praxis kommen, obwohl ich keinen Kontakt mit einem Infizierten hatte. Das war an einem Freitag. Montag Vormittag lag das Ergebnis vor: negativ”, schreibt eine Wasserburgerin.

Und weiter: „Die Symptome verschlechterten sich allerdings, so dass ich mich nach 10 Tagen wieder bei diesem Arzt meldete. Er untersuchte mich in seiner Praxis, meinte ich solle Ibuprofen nehmen und Halslutschtabletten, es könne irgendein anderer Infekt sein. Nach weiteren drei Tagen ohne Besserung nahm er einen zweiten Test ebenfalls wieder in Schutzkleidung vor der Praxis. Dieser war zwei Tage später ausgewertet. Wiederum negativ. Alles in allem also eine gute Erfahrung mit überraschend schneller Testmöglichkeit. Einzige Sorge, die ich hatte war die Untersuchung zwischendurch in der Praxis. Das müsste derzeit nicht sein wenn sich ein paar Ärzte zusammenschließen würden wie in anderen Gemeinden und sich ein Corona-Zelt oder Ähnliches teilen würden.”

 

Einige unsere Leser berichteten von einer kleineren Odyssee, bis sie endlich genau wussten, wann und wo sie sich testen lassen konnten. „Da ändert sich scheinbar wöchentlich oder sogar täglich was. Vom Hausarzt wurde ich ans Gesundheitsamt verwiesen. Ich sollte einen Termin im Testzentrum in Rosenheim vereinbaren. Das Gesundheitsamt verwies mich dann auf den Arzt, dessen Praxis gerade die Tests auf der Loretowiese durchführt. Dort erfuhr ich dann, dass gar keine Terminvereinbarung nötig ist”, schreibt eine andere Wasserburgerin. „Alles nicht schlimm. Und alle waren sehr freundlich.” Allerdings: „Der Abstrich an sich ist schon nicht besonders angenehm. Das Stäbchen wir weit in Rachen und Nase geschoben. Aber man überlebt’s schon.”

Für alle, die noch getestet werden

Der Ärztliche Kreisverband Rosenheim hat Ende März mit Unterstützung der Stadt Rosenheim ein Corona-Testzentrum auf der Loretowiese in Betrieb genommen. Dort werden ausschließlich Personen getestet, die von ihrem Hausarzt per Überweisungsschein direkt dorthin verwiesen werden. Geplant sind aktuell etwa 80 Patientenabstriche pro Tag (derzeit deutlich weniger).

 

Dabei ist auf folgendes Vorgehen zwingend zu achten:

  • Bei Beschwerden nimmt der Patient telefonisch Kontakt zum Hausarzt auf und schildert seine Symptome.
  • Anhand eines Fragenkatalogs stellt der Hausarzt fest, ob eine Testung des Patienten sinnvoll ist.
  • Falls ja, erhält der Patient auf sicherem Weg ein Teströhrchen und einen Überweisungsschein, mit dem er sich im Testzentrum auf der Loretowiese vorstellt.
  • Dort wird ein Abstrich entnommen und ins Labor geschickt.
  • Die Testergebnisse schickt das Labor an den Hausarzt, der den Patienten informiert.
  • Zwischen der Testung und der Ergebnismitteilung hat der Patient in häuslicher Quarantäne zu verbleiben.
  • Es ist unbedingt zu beachten, dass ohne Rücksprache mit dem Hausarzt und ohne Ausstellung eines Überweisungsscheins kein Abstrich erfolgt. Die Bevölkerung wird gebeten, das Testzentrum nicht zu behindern und nur anzufahren, wenn ein Patient vom Hausarzt einen Überweisungsschein für das Testzentrum und ein Teströhrchen für den Abstrich erhalten hat. Im Testzentrum erfolgt ausschließlich ein Abstrich, keine weitergehende ärztliche Untersuchung oder Versorgung.

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