Blaulicht ist keine eingebaute Vorfahrt

Heimische Feuerwehren üben diese Woche in Wasserburg Einsatzfahrten am Simulator

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Zusammen mit der Versicherungskammer Bayern und dem Bayerischen Staatsministerium des Innern bietet der Landesfeuerwehrverband seit 2013 den Maschinisten der bayerischen Feuerwehren ein Verhaltenstraining durch einen eigens für diesen Bedarf entwickelten „Sondersignal-Fahrt-Simulator” an. Und diese Fahrten haben’s in sich. Denn: Auch wenn die Autofahrer rechtlich vorgeschrieben den Einsatzkräften Vorrang geben müssen, „Blaulicht ist keine eingebaute Vorfahrt”, wie Trainerin Sandra Reichert erklärt, „sondern nur eine dringende Bitte.”

„Diese Woche stand dieser Trainer den Feuerwehren in und um Wasserburg zur Verfügung. Was uns sehr gefreut hat. Insgesamt konnten 36 Maschinisten von 7 unterschiedlichen Feuerwehren die Gelegenheit bekommen am Training teilzunehmen“, berichtet Kreisbrandmeister Stephan Hangl.

Foto (oben): Der Pressesprecher der Wasserburger Feuerwehr, Stefan Gartner, im Simulator.

Da Einsatzfahrten mit Blaulicht und Martinshorn in der Regel mit einem höheren Unfallrisiko verbunden sind, sind wir dankbar, dass mit dem Sondersignal-Fahrt-Trainer ein weiteres Übungsobjekt für die Maschinisten bereitgestellt wird. Das Verhaltenstraining trägt zur besseren Sicherheit für die Einsatzfahrer bei. Die wesentlichen Inhalte des Lehrganges sind kontrolliertes Verhalten in Stresssituationen, das Wissen um die rechtlichen Grundlagen zu Sonder- und Wegerechten, die Entwicklung von Fahrstrategien und damit einhergehend die Verminderung des Unfall- und Schadensrisikos.

 

Der Sondersignal-Fahrt-Trainer simuliert die unterschiedlichen Verkehrsräume (Stadtverkehr, Landstraße, Bundesstraße, Autobahn), unvorhersehbares Verhalten von Verkehrsteilnehmern, Überholmanöver und Vorbeifahren unter verschiedenen Sichtbedingungen, Gassenbildung in unterschiedlichen Verkehrssituationen, Annähern und Überqueren von Kreuzungen mit verschiedenen Vorfahrtregelungen, plötzliche Ereignisse und Gefahrenwahrnehmung.

Das Fazit der Übungsteilnehmer fiel durchweg positiv aus. Dass die Sonder- und Wegerechte explizit behandelt wurden, sprach die Teilnehmer ganz besonders an, ebenso wie die Videoanalyse des eigenen Fahrverhaltens. Für den Einsatzdienst nahmen alle Teilnehmer neue Erfahrung mit und wissen nun, worauf sie im Ernstfall ganz besonders achten müssen.

 

Den Feuerwehren in Bayern steht dieser Sondersignal-Fahrt-Trainer jährlich 44 Wochen kostenfrei zur Verfügung. Im letzten Jahr haben sich ca. 2.300 Feuerwehrdienstleistende an diesem Verhaltenstraining beteiligt. Die Finanzierung der gesamten Ausstattung und des Trainings teilen sich Versicherungskammer Bayern und der Freistaat Bayern mit jeweils rund 180.000 Euro jährlich.

 

Nicht unerwähnt bleiben soll auch, dass das Hotel Fletzinger in Wasserburg mit der kostengünstigen Beherbergung der Trainerin einen nicht unerheblichen Teil zum guten Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen hat.

Übrigens: In den letzten drei Jahrzehnten hatten die Wasserburger Wehren großes Glück. Auf Einsatzfahrten passierten keine schwereren Unfälle, wie der Kreisbrandmeister bestätigte.

 

 

 

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Ein Kommentar zu “Blaulicht ist keine eingebaute Vorfahrt

  1. Auch ein Feuerwehrler

    Ist auch dringend notwendig, die fahren wie die blöden mit den Privatautos durch die Siedlung oder die Stadt, dass man Angst haben muss!
    ein ticken langsamer würde auch reichen da fährt man den kurzen Weg zum Feuerwehrhaus nicht mal eine halbe Minute raus aber riskiert einiges!

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