Bekommt die Altstadt eine Eislaufbahn?

Hauptausschuss gibt grünes Licht für Projekt des Wirtschafts-Förderungs-Verbandes

image_pdfimage_print

Mit einem Antrag zum Christkindlmarkt 2019 hatte sich der Hauptausschuss der Stadt Wasserburg bei seiner gestrigen Sitzung zu beschäftigen. Der Wirtschafts-Förderungs-Verband plant vom ersten Adventswochenende bis zum Heilig-Drei-König-Tag eine Eislaufbahn in der Altstadt, die jeweils von Donnerstag bis Sonntag geöffnet haben soll. Der Ausschuss gab mit großer Mehrheit grünes Licht für das Projekt.

Die Bahn soll zirka 250 bis 300 Quadrameter groß sein. Der WFV sieht drei mögliche Standorte: Vor dem Rathaus, in der Frauengasse und in der Herrengasse. Derzeitiger Favorit ist der Standort vor dem Städtischen Museum. Über Details soll aber eine Arbeitsgruppe beraten, die aus Vertretern der Stadt, des WFV, des Betreibers und der Sparkasse Wasserburg besteht. Letztere ist Hauptsponsor für die „Sparkassen-Eislauf-Arena”, wie die Bahn heißen soll.

Die Eislaufbahn soll die Attraktivität des Wasserburger Christkindlmarktes, der heuer ein ganz neues Aussehen bekommen wird, weiter steigern. Das finanzielle Risiko, das nicht unerheblich ist, wird alleine vom WFV und vom Betreiber getragen. Ein Teil der nicht unerheblichen Betriebskosten soll durch eine Vorsilvester-Party in der Altstadt rund ums Rathaus gedeckt werden. Auch dafür gab der Hauptausschuss – gegen die Stimmem von Armin Sinzinger (Wasserburger Block) – grünes Licht.

Bürgermeister Michael Kölbl: „Um Mitternacht wird aber Schluss sein mit der Party. Außerdem achten wir darauf, dass die Lärmbelästigung für die Anwohner nicht zu groß wird.”

Zur Eisbahn sagte das Stadtoberhaupt, man werde damit sicher viele Besucher in die Stadt locken. „Voraussichtlich wird sie in der Herrengasse installiert. Der genaue Standort steht aber noch nicht fest.” Die Verkehrsführung sei mit dem Bauamt noch abzustimmen. Um all diese Dinge kümmere sich dann aber in der Hauptsache die Arbeitsgruppe, in der die Stadt ja vertreten sei.

Werner Gartner (SPD) hält die Eislaufbahn für eine „hochinteressante Idee”. Früher habe es eine solche Eislauffläche schon mal am Gries gegeben. „Das war damals der Treffpunkt für Alt und Jung.” Er fände den Standort vor dem Rathaus noch attraktiver, das Projekt an sich aber für absolut unterstützenswert. „Ich bin schon sehr neugierig.”

Bürgermeister Kölbl ergänzte dazu, dass die Errichtung der Infrastruktur für die Eislaufbahn vor dem Rathaus schwierig sein könnte. „Da braucht’s einiges an Versorgungshütten. Wir wissen nicht, ob der Platz ausreicht.” Derzeit werde die Herrengasse favorisiert. Die Bahn sei übrigens energetisch sehr niedrig ausgelegt und werde mit Ökostrom betrieben.

Auch Edith Stürmlinger (Bürgerforum) befürwortete das Projekt: „Für Familien ist das eine ganz tolle Attraktion. Wir freuen uns, dass der WFV da so aktiv ist. Und ich persönlich freue mich auch für die Jugend auf die Vorsilvester-Party.”

Mit Letzterer konnte sich Armin Sinzinger nicht anfreunden. „Die Eisfläche finde ich toll. Die Party kann ich aber nicht befürworten. Da bekommen wir bestimmt wieder ein Sicherheitsproblem.” Darauf Bürgermeister Kölbl: „Wir fordern natürlich ein Sicherheitskonzept, der WFV hat als Veranstalter großer Feste bisher alles eingehalten, was gefordert war.” Außerdem werde eine Freiluft-Veranstaltung im Winter sicher nicht ewig die Besucher auf der Straße halten.

Markus Bauer (CSU) freute sich: „Das wird eine tolle, neue Attraktion für Wasserburg. Vielleicht können wir da mal mit dem Stadtrat zum Stockschießen antreten. Auch eine Stadtmeisterschaft wäre eine prima Sache.”

Wolfgang Janeczka (SPD) stieß ins gleiche Horn: „Beide Ideen sind sehr charmant. Eine Eislaufbahn hat was Nostalgisches. Die Bedenken gegen die Vorsilvester-Party teile ich nicht. Wir sollten uns erstmal das Konzept anschauen. Ich bin dafür, beide Ideen zu unterstützen.” Was wiederum sein Stadtratskollegen Markus Hoeft (Grüne) anders sah: „Ich bin für die Party. Die Herrengasse als Standort für die Eisflächen halte ich aber für ungeeignet.” Eine Begründung dafür lieferte Hoeft aber nicht.

Gegen die Stimme von Markus Hoeft wurde dem Projekt „Sparkassen-Eislauf-Arena” mit großer Mehrheit zugestimmt, ebenso der Vorsilvester-Party, gegen die nur Armin Sinzinger stimmte.

Symbol-Foto: Ben Kerckx/Pixabay

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren

7 Kommentare zu “Bekommt die Altstadt eine Eislaufbahn?

  1. Großartig! Toll, dass es so breite Zustimmung im Stadtrat gibt!

    100

    24
    Antworten
  2. Fände ich Super. Sind wir Kinder in den 60er Jahren immer am Gries gewesen.
    Dort hat sich die Familie Feistl um den auf aufgespritzten Platz gekümmert.
    Und Würstl gabs auch. Am Wochenende trafen sich dann meist die Eltern von Wasserburg um dort ihren Ratsch abzuhalten.
    Es gibt bestimmt noch bei dem einen oder anderen Bürger Fotos von der Eislaufbahn am Gries.
    Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern. Schön war es dort. Da werde ich gleich ein bischen Wehmütig.
    Herbert Hof

    89

    16
    Antworten
  3. Interessant, dass sich das sonst so grüne Wasserburg nun eine Eisbahn in den immer milderen Wintern leistet. Heiligabend bei +15 Grad eislaufen und keinen Gedanken daran verschwenden, wie die Fläche gefroren bleibt. Aber was man beim Kohlestromauto einspart, kann man getrost an anderer Stelle raushaun. Wir hams ja…

    70

    103
    Antworten
  4. Schöne Idee, auch wenn ein Herr Sinzinger natürlich gleich wieder Argumente findet die Stadt auch ja nicht wieder attraktiver für die Jugend zu machen!

    87

    38
    Antworten
  5. Eine phantastische Idee!! Wir freuen uns darauf!

    77

    22
    Antworten
  6. …..wenn’s dem Esel zu wohl wir
    geht er auf’s Eis.
    Dieser Spruch meiner Mutter
    trifft wieder mal für Wasserburg
    zu…….

    33

    56
    Antworten
  7. Großartige Idee!!!!!!!!

    Ich kenne diese Mini-Eislaufflächen aus mehreren europäischen Hauptstädten. Sie sind von Kindern (!) sehr stark frequentiert. Erwachsene findet man kaum darauf. Für Letztere gibt es die Glühwein- und Freß-Stände Drumherum………

    Die Flächen gibt es übrigens auch aus weißem Hart-Kunststoff! Keine Ahnung, ob das umwelt- oder energiefreundlicher ist…… Aber den Kindern ist es egal. Allerdings sind diese Flächen etwas geräuschvoller – es rappelt halt ein bisschen…….

    Liebe Wasserburger! Laßt Euch nicht beirren und probiert es einfach aus! Eislaufen oder die Illusion dessen (wenn es sich um Kunststoffflächen handeln sollte) kann man nicht im Internet bestellen!

    42

    13
    Antworten