Am Sonntag: EHC Waldkraiburg startet mit Saison-Vorbereitung in Geretsried
Die Schlittschuhe sind geschliffen, die Schläger mit Tape versehen und auch die ersten Trainingseinheiten auf dem Eis wurden absolviert. Der EHC Waldkraiburg ist bereit für das erste Vorbereitungsspiel der neuen Saison in der Eishockey-Bayernliga. Am kommenden Sonntag fällt um 17.30 Uhr im Heinz-Schneider-Eisstadion in Geretsried der Puck.
Was die Vorbereitung angeht, sind die „River Rats“ aus Geretsried den Löwen bereits drei Schritte voraus. Gegen den Ligakonkurrenten EHC Klostersee gewann der ESC zum Auftakt mit 3:1. Es folgte ein Spiel gegen die Tölzer Löwen aus der Oberliga Süd, das mit 0:4 deutlich verloren ging. Zudem testete man gegen den Landesligisten SC Reichersbeuern und musste sich auch dort mit 2:3 geschlagen geben. Während Geretsried somit bereits einige Erkenntnisse aus dem Spielbetrieb sammeln konnte, beginnt für Waldkraiburg am Sonntag erst der praktische Teil der Vorbereitung unter Wettkampfbedingungen.
Allzu viele gute Erinnerungen dürften die Löwen aus ihren Auswärtsspielen in Geretsried in der vergangenen Saison allerdings nicht mitgenommen haben. Zwar siegte Waldkraiburg am zweiten Spieltag in einem durchaus denkwürdigen Spiel, doch bereits diese Partie hatte für die Löwen einen bitteren Beigeschmack. Daniel Hora erzielte damals nur eine Sekunde vor dem Ende den 4:4-Ausgleich, ehe Jakub Šrámek in der Verlängerung mit seinem Treffer zum 4:5 den Zusatzpunkt für Waldkraiburg sicherte. Nach rund 23 gespielten Minuten hatten die Löwen jedoch Christoph Lode verloren. Nach einer Aktion, die keinem der beteiligten Spieler anzulasten war, fiel der Torhüter in der Folge annähernd die gesamte Saison aus.
Auch das zweite Hauptrundenspiel gegen die River Rats konnten die Löwen für sich entscheiden. Beim souveränen 7:1-Heimerfolg stand dabei unter anderem ein besonderes Jubiläum im Mittelpunkt: Thomas Rott absolvierte in dieser Partie sein 500. Spiel.
Spätestens mit Beginn der Abstiegsrunde wurden die Erinnerungen an Geretsried jedoch erneut deutlich unangenehmer. Bereits im ersten Spiel dieser Runde mussten die Löwen mit einem weiteren verletzten Spieler die Heimreise antreten. Leander Ruß war nach einem Bandencheck minutenlang auf dem Eis liegen geblieben und musste schließlich auf einer Bahre vom Eis gebracht werden. Auch er fiel anschließend mehrere Wochen aus. Für die ohnehin bereits angespannte Verletzungssituation beim EHC Waldkraiburg bedeutete dies die nächste Belastungsprobe.
In der Sommerpause war man bei den River Rats derweil auf dem Transfermarkt durchaus fleißig. Gleich sieben neue Spieler verzeichnet der ESC in seinem Kader, dem stehen allerdings auch acht Abgänge gegenüber. Deutlich erkennbar ist dabei der Weg, den die Geretsrieder bei der Zusammenstellung ihrer Mannschaft eingeschlagen haben: Der ESC setzt verstärkt auf junge Spieler. Drei der Neuzugänge kommen entweder aus dem eigenen Nachwuchs oder aus der Nachwuchsabteilung der Tölzer Löwen.
Für Erfahrung im Angriff soll dagegen unter anderem Gunārs Skvorcovs sorgen. Mit dem 36-jährigen Letten holte Geretsried einen Spieler ins Team, der in den vergangenen beiden Jahren bereits in der Oberliga Nord aktiv war. Ein völlig Unbekannter dürfte Skvorcovs zumindest für einen Waldkraiburger nicht sein. Löwen-Stürmer Andris Džeriņš (Foto oben) und der Geretsrieder Neuzugang standen bereits gemeinsam für die lettische Nationalmannschaft auf dem Eis.
Für die Löwen selbst ist die Partie in Geretsried nach bislang wenigen Einheiten auf dem Eis und einem Trainingslager in Tschechien der erste Test dieser Saison. Entsprechend wird es für die Mannschaft von Trainer Jürgen Lederer erstmals die Gelegenheit geben, die Trainingsinhalte auch unter tatsächlichen Spielbedingungen umzusetzen und zu sehen, wo das Team zu diesem frühen Zeitpunkt der Vorbereitung steht.
Fehlen wird dabei zunächst noch der finnische Neuzugang Mikko Haaparanta. Dieser wird aus privaten Gründen erst gegen Ende September zur Mannschaft stoßen und steht dem EHC Waldkraiburg somit für die ersten Vorbereitungsspiele noch nicht zur Verfügung.
Ohnehin besitzt gerade dieser erste Test in diesem Jahr einen etwas höheren Stellenwert im Vorbereitungskalender der Löwen, als dies üblicherweise bei einer ersten Partie im September der Fall wäre. Durch die kurzfristigen Absagen zweier Vereine ist die Liste der Testspiele für den EHC Waldkraiburg deutlich kürzer als zunächst geplant. Lediglich fünf Vorbereitungsspiele wird die Mannschaft um Coach Jürgen Lederer absolvieren, bevor am 4. Oktober die neue Bayernliga-Saison beginnt.
Damit bleibt den Löwen weniger Zeit und vor allem weniger Spielpraxis, um sich unter Wettkampfbedingungen aufeinander einzustellen. Jeder der verbliebenen Tests gewinnt dadurch an Bedeutung. Es wird darum gehen, möglichst schnell die richtigen Einstellungen und Abläufe zu finden, Zusammenspiele zu entwickeln und die Mannschaft Schritt für Schritt in den Saisonmodus zu versetzen. Ergebnisse stehen in einer Vorbereitung naturgemäß nicht allein im Vordergrund, doch die Möglichkeiten, Erkenntnisse aus echten Spielsituationen zu sammeln, sind in diesem Jahr begrenzt.
Den ersten Schritt auf diesem Weg macht der EHC am kommenden Sonntag.
AHA
Foto: Yasmin Neumann
Schaufenster


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