Landratsamt informiert: Massenhaft Blaualgen im Labor nachgewiesen
Er ist in der ganzen Region zum Baden beliebt – auch bei vielen Bürgern aus dem Altlandkreis Wasserburg: Der Rinssee im Gemeindegebiet von Söchtenau. Jetzt wird vom Baden dort aktuell dringend abgeraten, wie das Landratsamt Rosenheim am heutigen Spätnachmittag mitteilt. Im Bereich der Badestelle am Kiosk seien Blaualgen aufgetreten.
Dr. Wolfgang Hierl, der Leiter des Gesundheitsamtes Rosenheim, sagt: „Am Badestrand des Rinssees ist visuell ein ausgedehnter Algenteppich, sine sogenannte „Blaualgenblüte“ festzustellen. Im Laborproben des Wassers wurden vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit mikroskopisch massenhaft Blaualgen-Spezies nachgewiesen. Da manche Blaualgenarten Toxine bilden können, die beim Verschlucken Vergiftungserscheinungen verursachen können, rät das Gesundheitsamt derzeit dringend vom Baden ab. Entsprechende Hinweisschilder werden demnächst am Badestrand aufgestellt.“
Blaualgenblüten seien sehr dynamisch. Das heiße, sie entstehen innerhalb kurzer Zeit, verlagern sich durch Wind und Wellen an andere Uferbereiche und klingen ebenso schnell wieder ab. Daher sei ein prüfender Blick auf das Wasser vor dem Baden stets wichtig – auch anderswo, so Dr. Hierl.
Zu erkennen sind Blaualgen an einer grünlichen, bläulichen oder rötlichen Trübung. Auf der Wasseroberfläche schwimmt eine schlierige Schicht und im knietiefen Wasser sind die Füße nicht mehr zu sehen. Treffen diese Merkmale zu, ist es ratsam, auf das Baden zu verzichten, heißt es aus dem Gesundheitsamt.
Cyanobakterien sind keine Algen im eigentlichen Sinne, sondern Bakterien, die unter bestimmten Bedingungen, insbesondere bei warmen Wassertemperaturen und einem hohen Nährstoffangebot, stark wachsen können.
Einige Blaualgen, aber nicht alle, produzieren Gifte, die gesundheitliche Risiken bergen können. Während nur wenige Menschen empfindlich reagieren und Haut- oder Schleimhautreizungen entwickeln, ist das Verschlucken oder Einatmen des Wassers gefährlich.
Besonders Kinder sind gefährdet, wenn sie in flachem Wasser mit den Algenmassen spielen.
Auch für Tiere besteht ein Risiko. Hunde können krank werden, wenn sie das Wasser trinken oder sich nach dem Baden das Fell lecken.
Zudem führt die durch die Algen verursachte Trübung des Wassers dazu, dass Personen im Notfall für Rettungskräfte schwerer zu finden sind.
Über die gesamte Badesaison von Mai bis September kontrolliere das Gesundheitsamt Rosenheim die EU-Badeseen in Stadt und Landkreis Rosenheim regelmäßig nach der Bayerischen Badegewässer-Verordnung und führe anlassbezogene Kontrollen durch, so das Amt abschließend.
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