Gestern Starkwind-Warnung nicht beachtet - Katamaran kenterte - Großeinsatz der Helfer
Bereits seit dem Vormittag signalisierten die Warnlampen am Chiemsee Starkwindwarnung. Einige Wassersportler ließen sich jedoch nicht davon abhalten, den See für ihre Aktivitäten zu nutzen. Nachdem gegen 14 Uhr ein gekenterter Katamaran auf dem östlichen Teil des Sees per Notruf mitgeteilt wurde und von der Besatzung keine Spur war, begann ein Großeinsatz der Retter: Wasserwacht, DLRG, Rettungshubschrauber und der Wasserschutzpolizei Prien wurden alarmiert.
Der 68-jährige Bootsführer aus dem Landkreis Rosenheim konnte dann mitten im See treibend festgestellt und zum Glück gerettet werden. Die von ihm getragene Schwimmweste habe ihm wohl das Leben gerettet, so die Polizei heute.
Der Mann wurde stark unterkühlt ins Krankenhaus gebracht, während sein Boot in einen Hafen geschleppt wurde.
Die Wasserschutzpolizei bittet die Wassersportler dringend,
achtsam mit den noch niedrigen Wassertemperaturen von aktuell etwa zehn Grad umzugehen, entsprechend Rettungsmittel an Bord zu haben, stets ein Mobiltelefon mit sich zu führen und vor allem auch die aktuellen Gefahren- und Warnmeldungen zu beachten.
Foto: WS-Archiv
Schaufenster


Ich bin derjenige, der das alles ausgelöst hat und natürlich sehr, sehr dankbar der gesamten Rettungsorganisation gegenüber!
Und es ist mir auch sehr unangenehm, diesen Wirbel ausgelöst zu haben.
(Zur Info: Die Meldung kam so von der POLIZEI – Anm. der Redaktion)
Aber (…)
1. Es waren 3 bft zu diesem Zeitpunkt – keine Schaumkronen, das ist kein Starkwind (auch wenn die Warnung läuft)
2. Ich bin NICHT GEKENTERT und hatte auch keine Schwierigkeiten mit der Bootskontrolle.
Ich bin lediglich durch eine Unaufmerksamkeit/Ungeschicklichkeit am Ende des Trampolins ins Wasser gestürzt und habe Kontakt zum Cat verloren.
Dieser fuhr noch 20m weiter, kenterte dann und trieb ab (kann man schwimmend nicht erreichen).
Wäre er gleich gekentert, wäre ich am Schiff gewesen und es wäre nichts passiert (Aufrichten kenne ich seit mehr als 50 Jahren …).
Der einzige Fehler neben der Unaufmerksamkeit ist, dass ich ausgerechnet gestern das Handy in der Hülle in der Oberschenkeltasche vergessen hatte – dann hätte ich alarmieren können – shit happens.
Zum Thema Starkwindwarnung:
Es gibt eine Vorwarnung (die war mit Unterbrechungen gestern) und eine Hauptwarnung.
Segler dürfen mit dem Gebot der Vorsicht und entsprechenden Vorkehrungen (Schwimmweste etc.) sehr wohl segeln – auch versicherungstechnisch.
Im Sommer ist manchmal folgendes Szenario:
Für 1 bis 2 Tage ein Zwischenhoch zwischen Tief
* blauer Himmel und keine Gewittergefahr
* starker Ostwind in Chieming 4 bft
Dann blinkt den ganzen Tag die Vorwarnung (sicherlich sinnvoll für weniger befähigte Segler), aber für ambitionierte? – Wahnsinn!
Da könnte kein Wettkampfsegler mehr trainieren, an Nord- und Ostseeküste wäre fast das ganze Jahr Vorwarnung :-)
Die UK Regattasegler lachen über die „verweichlichten“ Kontinentalsegler.
Ich werde auch in Zukunft nach eigener Einschätzung in Verbindung mit der Wettervorhersage bei Vorwarnung segeln gehen oder nicht.
Manchmal schleicht sich so ein Mechanismus ein:
Großrettungsaktion => der Auslöser ist „mit Sandalen in den Bergen gewesen“.
Ich bitte zu berücksichtigen, es gibt sehr erfahrene, gute, sportliche Segler und ein Unglück kann kein Mensch bei seinem Sport, Autofahrt oder Tätigkeit ausschließen. Viel schlimmer sind doch schwere Verkehrsunfälle durch Übermut oder gesundheitliche Einschränkungen, bei denen Dritte zu Tode kommen oder zum Sozialfall werden.
Nix für ungut – versuche da nur etwas Licht in die Zusammenhänge zu bringen.
Etwas anderes ist immer noch schlimmer. Damit kann man alles schön reden.
Du hast natürlich recht, bei uns wird immer sehr groß vor Kleinigkeiten gewarnt – so, dass niemand mehr die Warnungen ernst nimmt.
Jeden 2. Tage löst Katwarn aus, man wischt es weg und im Ernstfall sagt man „ach – das war ernst gemeint?“.
Wie auch immer, du hast Mist gebaut.
Steh dazu und hör auf, es auf andere zu schieben.
Mach weiter wenn du willst, aber jammer uns nicht voll. Profis machen das so.
Danke Heinz, für die Schilderung. Gut, das Dir nix passiert ist😊
Na, hoffentlich müssen Sie diesen Einsatz komplett selbst bezahlen. Sorry, diese Erklärung geht gar nicht! Die Rettungskräfte reißen sich den Arsch auf und es war aber total harmlos laut Ihnen! So was von Arroganz!
Vielleicht gibts in UK nicht so viele Amateure.
Danke für den ganzen Input – ganz neuer Blickwinkel und durchaus nachvollziehbar !
Ist das noch zu fassen? Ein Ignorant der Richtlinien versucht zu belehren?
Ich hoffe nur, dass dieser Rettungseinsatz vom Verursacher und nicht von uns Steuerzahlern zu bezahlen ist!
Sehe ich genauso. Einer, der mit Füßen den Einsatz unserer Rettungskräfte tritt.
Das Problem ist die niedrige Wassertemperatur um diese Jahreszeit. Da kann man das Aufstellen der Jolle schon 100 mal gemacht haben. Im Sommer bei 20 Grad Wassertemperatur alles easy.
Vom Kat fallen ist eine Ungeschicklichkeit, die einem 20 Jahre jünger wahrscheinlich nicht so leicht passiert. Ich bin auch Mitte 60 und seit über 50 Jahren Chiemseeseglerin.
Man sollte zur kalten Wassertemperatur zusätzlich sein Alter bedenken.
Beides sind Risikofaktoren. Ich plädiere zu dieser Jaheszeit zum Segeln von Kielbooten. Am besten mit Kajüte, weil man z.B. auf einer Dyas ziemlich nass wird bei mehr Wind. Zudem sollte man vor allem im Frühjahr nicht Einhand segeln.
Unter Umständen merkt kein Mensch, dass man ein Problem hat. Es sind noch kaum Leute auf dem See unterwegs. Im Sommer eilt oft der nächste Segler sofort heran.
Jetzt ist es anders. Mir fällt da das Unglück mit fünf Toten vor ca. 40 Jahren ein. Ein Jollenkreuzer kenterte an Ostern zwischen Prien und Herreninsel. Besatzung: Ein Erwachsener und vier junge Burschen. Alle ertrunken! Ich kannte damals einige Mitglieder der Wasserwacht Breitbrunn, die bei der Bergung dabei waren. Die waren bedient!
Liebe Frau Kerschl,
Bei Herrn Löb handelt es sich um einen erfahrenen Sportsegler, der wie ich (Trias) seit zig Jahren den Chiemsee befährt.
Sie sitzen wahrscheinlich in einem 5-Tonnen Pott mit Pantry, Unterwasser-Pump-Klo und raten Herrn Löb, sich mit einem Kielboot mit Kajüte, dem Rollator der Segler, auszustatten.
Vielleicht trauen Sie sich bei 4 bft nicht mehr raus, für Herrn Löb und myself beginnt der Spass gerade dann.
Und @Frau Krapf: halten Sie sich an die Richtlinien, viel Erfolg
Der Wassertemperatur ist leider ziemlich egal, wie erfahren der Herr Löb auch immer sein mag. Wenn man Pech hat, versagen bei den aktuellen 10 Grad Wassertemperatur nach wenigen Minuten die Muskeln und dann geht es Richtung Grund des Sees.
Das ist zwar genauso, wenn keine Warnsignale an sind, aber evtl. sind dann mehr Leute auf dem Wasser unterwegs, die ggf. Hilfe leisten können.
Sie haben mal schon 3 Fehler begangen:
1. Vom Cat gefallen und ihn selbst nicht mehr erreicht.
2. Keine Möglichkeit jemanden zu Benachrichtigen.
3. Die Notlampen nicht beachtet. Mit dem Gefährt, bei dem Alter und den Wassertemp. hätten sie sofort Reinsegeln müssen. Sie haben ja selbst geschrieben, dass sie dann gekentert sind und der Kat von Ihnen weg getrieben ist.
Ich finde es unmöglich, dass Menschen andere Menschen, denen ein Missgeschick passiert ist, an den Pranger stellen.
Welche Arroganz von diesen Menschen.
Ich hoffe nur, dass diesen Leuten mal keine Unachtsamkeit im Straßenverkehr passiert.
Ja moment, das ist ja nicht die ganze Geschichte… Der mit dem Missgeschick meldet sich zu Wort um zu sagen, dass Warnung und Einsatz – möglicherweise bezahlt vonder Allgemeinheit – völlig übertrieben war und eine Geschichte von „wenn dies und das nicht passiert wäre bla bla“. Wer Wind sät, wird Sturm ernten. Ist in UK genauso
Bitte Aufpassen, Vergesslichkeit nimmt im Alter zu.
Am Sonntag wars das Handy, das nächste mal vielleicht die Schwimmweste.
Gleiches gilt auch für die Koordination. Mit jedem Jahr wirds schwieriger und das Sie „einfach so“ ins Wasser stürzen, ist ein starkes Indiz fafür.
Ihren Trugschluss, es war ein Zufall, dass das alles so passiert ist, sollten Sie dringend überdenken. Nicht Wind und Wetter sind das Problem. Die Warhnehmung der eigenen Fähigkeiten im Alter. Was die letzten 50 Jahre ganz einfach war, wird mit 68 plötzlich eine Herausforderung. Ich hoffe Sie haben Familie/Angehörige, die Ihnen bei der Einsicht helfen. Ich kann Ihnen davon ein Lied singen.
Dann dürfte auch keiner mehr Ü60 Auto oder Rad fahren. Wenn die Wahrnehmung so abnimmt, dann darf in dem Alter keiner mehr auf die Straße. Und wer bitte sagt, dass dieser Einsatz von der Allgemeinheit bezahlt wir? Bei jedem Unfall muss der Einsatz von Feuerwehr etc. der Unfallverursacher zahlen. Anonym kann man gut schimpfen.
Gute Worte zu einer beständigen Schieflage zwischen tatsächlicher (sehr einfacher) Situation und Übertreibung bei „Warnung“ und Nachbetrachtung.
Diese Diskussion ist wirklich grenzwertig.
Ich kann thematisch nicht mitreden, aber muss sagen, die Schadenfreude und der Ton zeigen,
dass nicht nur „der Wind rauer wird“,
sondern auch das Miteinander und die Umgangsformen.