Konzept vorgestellt - Einige Gemeinderäte sprachen sich für mehr Ökologie und Variante II aus
Hochwasser-Ereignisse bereiten den Kommunen mehr und mehr Sorgen. Auch für Pfaffing heißt es, hier etwas zu tun. Es fehlt nämlich ein großes weiteres Regenrückhaltebecken: Für den „Friedhofskanal“ wird – nach einer durchgeführten Kanalnetz-Berechnung plus Rücksprache mit dem Wasserwirtschaftsamt – ein Regenrückhaltebecken mit einem Volumen von etwa 4.700 m³ notwendig (reines Wasservolumen).
Um dieses verwirklichen zu können, wurde vom Büro Sehlhoff aus Vilsbiburg ein Konzept zur Erstellung des Beckens ausgearbeitet. Dieses präsentierte Christian Weinhändler (im Bild rechts) in der jüngsten Gemeinderatssitzung.
Als mögliche Standorte auf Gemeinde-Grund zeigte Weinhändler diese Karte … und sagte, laut eines Gutachtens dazu seien beide geeignet.
Mit stolzen 800.000 Euro an Kosten sei hier zu rechnen, hieß es in der Sitzung.
Während die Gemeindeverwaltung Pfaffing mit Bürgermeister Josef Niedermeier in der Vorab-Beratung mit dem Büro Sehlhoff die Variante I favorisierte in der Sitzung und entsprechend auch das Wasserwirtschaftsamt dazu befragen wollte, sahen das – und noch einiges mehr – einige Gemeinderäte anders.
Sepp Reich von der ÜWG war das vorgestellte Konzept – unabhängig von der Variante – ganz grundsätzlich eindeutig zu wenig ökologisch. Er sah es viel mehr als Chance, die dortige Senke völlig natürlich zu nutzen – mit einer Baumbepflanzung auch im Becken. Er fragte, warum es denn kein Biotop sein dürfe – es gebe da kein Problem in seinen Augen. Ganz im Gegenteil, so Sepp Reich. Das vorliegende Konzept jedenfalls sei ihm nicht „natürlich“ genug.
Peter Hohenadler von der Freien Wählergemeinschaft Rettenbach favorisierte die Variante II schon allein aus „höhentechnischen Gründen“.
Und der Forstinger Gemeinderat Klaus Wagenstetter fand die Variante II „viel besser aufgeräumt“ im Landschaftsgefüge.
Tobias Forstner von der ÜWG forderte als Fazit, auch die Variante II ausgiebig prüfen zu lassen von der Gemeinde und nicht – wie im vorliegenden Beschluss geplant – das Wasserwirtschaftsamt von Haus aus in Richtung Variante I zu lenken.
Dem schloss sich Elisabeth Gralka von der UBG an, beide Varianten sollten gleichberechtigt ans Amt weitergeleitet werden.
Und während sich Stefan Reich von der Freien Wählergemeinschaft Rettenbach wünschte, auch den immensen Aushub entsprechend zu nutzen und das im Vorfeld zu klären, hatte sein Fraktionskollege Johannes Hohenadler den dringenden Hinweis zum Konzept allgemein, das Becken über einen viel längeren Zeitraum zu leeren – heißt, den Abfluss viel mehr zu drosseln, als es im Konzept vorgestellt worden sei. Es bestehe doch kein Zeitdruck im Namen der Natur.
Laut Weinhändler sollten die 4.700 Kubik aus dem Becken in nur 15 Stunden geleert sein.
Dann wurde aus dem Besucherraum Richard Zollner als Vorsitzender des Wasser- und Bodenverbands das Wort in der Sitzung einstimmig erlaubt. Er sicherte die Zusammenarbeit zu und bedankte sich für eine frühzeitige Information und Beteiligung. Die Variante II wäre auch aus seiner Sicht besser, betonte er. Ganz grundsätzlich sei man froh, dass hier etwas getan werde, so Zollner.
Der Gemeinderat Pfaffing beschloss dann einstimmig, beide Varianten des vorgestellten Konzeptes für ein neues Regenrückhaltebecken ergebnisoffen mit dem Wasserwirtschaftsamt abklären zu lassen.
Fotos: Renate Drax
Schaufenster




Hinterlassen Sie einen Kommentar