Wie sich Albaching ökologisch entwickelt - Qualität maßgeblich verbessert

In Albaching wurde jetzt das Pflege- und Entwicklungskonzept für neu geschaffene Landschaftspflege-Flächen übergeben. Es ist Teil der Entwicklung der Gemeinde und ein wesentlicher Aspekt des seit dem Jahr 2000 laufenden Flurneuordnungs-Verfahrens der Ländlichen Entwicklung. 

Im Zuge der Flurneuordnung Albaching wurde ein umfassendes Konzept zur nachhaltigen Landschaftspflege und zur ökologischen Verbesserung erarbeitet. Das Verfahren umfasst eine Fläche von 1091 Hektar und zielt darauf ab, sowohl die landwirtschaftliche Nutzung als auch ökologische Funktionen in Einklang zu bringen. Zum Abschluss dieses Verfahrens wurden die Pflegehinweise für die neu ausgewiesenen Landschaftspflegeflächen der Gemeinde übergeben – auch ein wichtiger Schritt für die langfristige Sicherung von Maßnahmen zur Landschaftsentwicklung und zum Wasserrückhalt in der Landschaft.

Im Bild oben bei der Begehung von links 

Sebastian Sehy vom Landratsamt und Hans Zacherl, örtlicher Beauftragter der TG,

Herbert Binsteiner, Wegbaumeister der TG und Peter Höcherl, Vorstandsvorsitzender der TG,

Joachim Schmidt, SG Landespflege am ALE und Rosa Kugler vom Landschaftsverband Rosenheim,

Manuel Gürtler vom Bauamt der VG Pfaffing und Landtagsabgeordneter Sebastian Friesinger, zudem 2. Bürgermeister und Pflanzmeister der TG.

Ein zentraler Aspekt der Gemeindeentwicklung war die Steigerung der wasserwirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Landschaft. Durch die Schaffung von Aufweitungen und ökologischen Verbesserungen an den Gewässern wird der Wasserrückhalt in der Fläche unterstützt und so das Risiko von Hochwasserereignissen verringert. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Wetterextreme infolge des Klimawandels ist die nachhaltige Gestaltung von Gewässer- und Landschaftsräumen deshalb von großer Bedeutung, um lokale Hochwasserereignisse zu entschärfen.

Mit der Übergabe der Pflegehinweise möchten die Beteiligten zudem sicherstellen, dass die Pflege und Unterhaltung der neu geschaffenen Pflegeflächen dauerhaft geregelt ist. Diese Hinweise liefern praktische Vorgaben für die Bewirtschaftung zum Erhalt der ökologischen Funktionen und zur Sicherstellung des Wasserrückhalts in der Landschaft im Gemeindegebiet. Die langfristige Pflege dieser Flächen ist entscheidend, damit die erzielten Verbesserungen erhalten bleiben und ihre Wirkung entfalten können. So zeigen Beispiele auch in Bayern, dass in Regionen, wo eine gezielte Landschaftspflege ausbleibt, negative Auswirkungen etwa durch Starkregen deutlicher zu spüren sind.

Der für das Verfahren zuständige Projektleiter Peter Höcherl und Joachim Schmidt vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberbayern betonten deshalb noch einmal die Bedeutung der Umsetzung des Pflege- und Entwicklungskonzepts für die Naturschutzflächen. Damit leiste die Gemeinde einen bedeutenden Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Landschaft, der Gewässer und der Ortsumgebung auch im Sinne eines wirkungsvollen Hochwasserschutzes.

Hintergrund des Projekts

Die Gemeindeentwicklung Albaching wurde im Jahr 2000 angeordnet und verfolgt auch das Ziel, die Flur- und Landschaftsstruktur zugunsten landwirtschaftlicher und ökologischer Belange zu verbessern. Im Zuge der Flurneuordnung wurden Landschaftspflegeflächen in einer Größe von etwa 8,7 Hektar ausgewiesen.

Bereits in den Jahren 2006 wurden am Dorfweiher und 2011 mit der Aufweitung des Nasenbachs erste kleinere Maßnahmen durch die Gemeinde Albaching mit Förderung durch das ALE Oberbayern umgesetzt. Die Hauptmaßnahmen der Landschaftspflege erfolgten 2017 bis 2020 durch die Teilnehmergemeinschaft (TG) Albaching ebenfalls mit Förderung des ALE, um die ökologischen und wasserwirtschaftlichen Ziele des Verfahrens dauerhaft zu sichern.

Die Baukosten der im Rahmen der Flurneuordnung realisierten Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen belaufen sich auf rund 364.000 Euro. Davon wurden rund 347.000 Euro durch Fördermittel gedeckt. Etwa 17.000 Euro waren Eigenleistung der TG Albaching.

Erreichte Ziele und Wirkungen

Durch die Maßnahmen konnten die ökologische Qualität und das Landschaftsbild in und um Albaching deutlich verbessert werden. Neben den wichtigen wasserwirtschaftlichen Maßnahmen wurden zusätzlich Streuobstflächen geschaffen und bestehende Lebensräume, insbesondere für den Kiebitz, optimiert. Rückhalteflächen im Kaltenecker Moos, am Lukasberg sowie am Nasenbach und am Stettener Mühlbach erhöhen den Wasserrückhalt in der Landschaft vor der Ortschaft Albaching und reduzieren Hochwassergefahren.

Fotos: Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern

Wasserrückhaltefläche im Kaltenecker Moos …

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