Festabend der Wasserburger Volksmusiktage im Rathaussaal

Seit 1972 finden sie regelmäßig statt: Die Wasserburger Volksmusiktage. Ursprünglich hatte der in der Region wohl bekannte Bert Lindauer diese Volksmusiktage begründet. Gemeinsam mit dem seinerzeitigen Wasserburger Bürgermeister Dr. Martin Geiger intiierte er diese Volksmusiktage. Sie setzten ein Zeichen, dass die Volksmusik lebt und man konnte jetzt beim Festabend der 53. Volksmusiktage feststellen: Der Wunsch, über die Volksmusiktage die Generationen zusammenzubringen, gelingt immer wieder außerordentlich gut.

Claudia Geiger, die ihrerseits bei Bert Lindauer einst das Harfespielen lernte, organisiert nun seit über 25 Jahren als Nachfolgerin von Bert Lindauer die Volksmusiktage. Sie hat sich inzwischen die Unterstützung durch ihre Tochter Magdalena gesichert. Beide haben wieder einmal ein abwechslungsreiches Programm bekannter Volksmusikgruppen zusammengestellt: Aus der Steiermark war die „Kellerstöcklmusi“ angereist, erfrischte und überraschte mit eigenen volksmusikalischen Kompositionen das begeisterte Publikum im Rathaussaal in Wasserburg. 

Die Gruppe formuliert ihre musikalische Botschaft so: „Freundschaft, Engagement und a Riesenfreud‘ beim Musi spieln – das magische Dreieck für ein bereicherndes Musikantenleben hat die Musikantinnen und Musikanten der Kellerstöckl Musi nicht nur zusammengeführt, sondern sie leben es auch mit Herzblut vor und betrachten es als selbstverständlich, die eigene Entfaltung während des Musizierens auch auf den Zuhörer übergehen zu lassen und augenscheinliche Leidenschaft zu vermitteln“.

Und genauso spielten sie auch im Rathaussaal auf, das Publikum war begeistert. Lukas Gürtl, der es auf seiner Ventilposaune vermochte, den pfiffigen Klängen der „Kellerstöckl“ neben dem Kontrabass ein höchst passendes Fundament zu geben. Die Gruppe, bestehend aus sechs Musikern überzeugte das Publikum und vermochte es, den Frühling förmlich herbei zu musizieren.

Doch auch die „Rimstinger Sänger“ wussten zu überzeugen: Das Sängerquartett wurde von dem 81-jährigen Peter Anderl an der Zither bestens unterstützt. Sie verstanden es vorzüglich,  das Publikum zu verzaubern und auf die Frühlingszeit einzustimmen. Die Lebensfreude des Hahns wurde ebenso zum Thema erkoren wie sein Schicksal als Federschmuck auf den Hüten der Männer.

Die Tanzlmusi „de boarische Bris’“ ihrerseits brachte in den Abend immer wieder einen zünftigen Schwung hinein. Dann warteten auch die Geschwister Moosrainer, die ihre musikalische Karriere in Riedering begannen, mit kurzweilig beschwingter Volksmusik auf und verstärkten die gute Stimmung im Rathaussaal weiter.

Schließlich bereicherte auch das „Trio Aufgschlagn“ den Abend. Drei weibliche Musikanten, Hackbrett, Gitarre und Harfe beherrschend, musizierten ihrerseits den Frühling herbei. 

Zwischen den insgesamt 31 musikalischen Darbietungen trat immer wieder der aus dem Bayerischen Fernsehen bekannte Martin Wieland als Moderator auf und interviewte ausführlich die Musikanten. Dabei erfuhr das Publikum, dass den jüngeren Instrumentalisten die Musik so ans Herz gewachsen sein muss, dass sie Berufe wählten, in denen sie ihre musikalische Leidenschaft weiter ausleben können. Aber Martin Wieland verstand es auch, dem Publikum mit einem Augenzwinkern heitere Weisheiten zu vermitteln. So erfuhr man, dass der Vogelsang der Musikgruppen stets frisch klinge, dass es aber auch drei Todfeinde des Musikanten gebe: Frische Luft, Tageslicht und der unerträgliche Vogelgesang am frühen Morgen. Mit der bekannten Redewendung: „Wes Herz voll ist, geht der Mund über“ führte Martin Wieland durch den Abend und man konnte spüren, er tat es gern.

Und das Publikum konnte seinerseits spüren, dass ein harmonisches Miteinander der Generationen in der Volksmusik lebendig sein kann und auch ist. Dies dürfte auch ein Verdienst von Claudia Geiger sein, die bei der Auswahl der Gruppen für die Volksmusiktage immer wieder sehr darauf achtet, die verschiedenen Generationen zusammenzubringen.

Als gegen 22.45 Uhr der frenetische Schlussapplaus den Rathaussaal, den Martin Wieland auch als den „Historischen Tanzsaal“ betitelte, den Saal erfüllte, wussten alle Akteure, dass hier ein gelungener Abend stattgefunden hat.

PR

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