Schön war sie nicht immer, diese Saison - Spannend war sie allemal und am Ende: Erfolgreich

Es ist vollbracht, es ist geschafft – sie liegen sich in den Armen: Der EHC aus Waldkraiburg feierte gestern Abend dank eines 3:0-Sieges gegen Pfaffenhofen den Klassenerhalt in der Bayernliga.

Nach einer Saison, vor der wohl kaum jemand auch nur im Ansatz damit gerechnet hatte, dass die Löwen überhaupt in diese Lage geraten könnten, stand am Ende doch der Kampf ums Überleben. Und dieser wurde angenommen – mit allen Höhen und Tiefen, die diese Spielzeit geprägt haben.

Was am Ende bleibt, ist kein Gefühl von Triumph, kein lautes „Wir haben es allen gezeigt“. Vielmehr ist es Erleichterung und vielleicht auch ein Stück Demut. Denn dieser Sieg fühlte sich nicht wie eine Revanche an für das, was vor drei Jahren in Pfaffenhofen passiert ist, als die Löwen den bitteren Gang in die Landesliga antreten mussten.

Statt Häme und Genugtuung überwog – bei vielen im Stadion und auch bei Trainer Jürgen Lederer auf der Pressekonferenz – das Mitgefühl für den Gegner. Für einen EC Pfaffenhofen, der in dieser Serie alles reingeworfen hat und am Ende dennoch den Kürzeren zog.

Bereits vor dem Spiel gab es eine Nachricht, die für zusätzliche Energie sorgte: Jakub Šrámek kehrte zurück aufs Eis. Ob medizinisch sinnvoll oder nicht, sei dahingestellt – doch wer diesen Sport kennt, der weiß, dass es genau solche Momente sind, in denen Spieler alles ausblenden. Wenn es darauf ankommt, steht man auf dem Eis. Für die Mannschaft. Für den Verein. Für das gemeinsame Ziel.

Die Partie selbst begann entsprechend kontrolliert. Beide Teams wussten, worum es ging. Pfaffenhofen musste das Spiel gewinnen, durfte dabei aber nicht ins offene Messer laufen. Waldkraiburg wiederum war darauf bedacht, die eigene Ordnung zu halten und Fehler zu vermeiden. So entwickelte sich ein taktisch geprägtes Spiel, in dem Torchancen zunächst Mangelware blieben.

Die erste richtig große Gelegenheit hatten die Löwen nach rund sechs Minuten. Felix Lode wurde von Martin Kokeš mit einem langen Pass auf die Reise geschickt, hatte viel Eis und nur noch Kornreder vor sich. Doch wie so oft in dieser Serie blieb der Pfaffenhofener Schlussmann Sieger in diesem Duell. Auf der anderen Seite kam auch Pfaffenhofen zu vereinzelten Abschlüssen, doch weder Tlacil noch seine Mitspieler konnten Max Englbrecht überwinden.

So ging es mit einem torlosen 0:0 in die erste Pause – ein Ergebnis, das den Spielverlauf durchaus widerspiegelte.

Auch im zweiten Drittel dauerte es nicht lange, bis die erste Großchance folgte. Nico Vogl wurde nach einem schönen Zuspiel frei vor dem Tor geschickt, scheiterte jedoch beim Versuch, Kornreder durch die Beine zu überwinden. In der Folge übernahmen die Gäste für einige Minuten das Kommando und setzten sich im Drittel der Löwen fest. Immer wieder war es dabei Jan Tlacil, der für Gefahr sorgte, doch entweder fehlte die Präzision oder Englbrecht war zur Stelle.

Mit zunehmender Spieldauer fanden die Löwen wieder besser ins Spiel. Die Zweikämpfe wurden konsequenter geführt, die Pässe sauberer gespielt, und auch die Torchancen häuften sich wieder. Eine davon hatte Anthony Dillmann, der aus kurzer Distanz von Vogl bedient wurde, den Puck jedoch nicht im Tor unterbringen konnte.

Gerade als vieles auf ein weiteres torloses Drittel hindeutete, fiel dann doch der erste Treffer des Abends. Jakub Šrámek setzte zunächst zu einem eigenen Versuch an, eroberte sich danach die Scheibe zurück und spielte sie auf Martin Kokeš an der blauen Linie. Dessen Schuss fand den Weg vors Tor, wo Andris Džeriņš entscheidend abfälschte und Kornreder keine Chance ließ – 1:0 für die Löwen, zu diesem Zeitpunkt durchaus verdient.

Mit diesem Ergebnis ging es in den Schlussabschnitt – und mit ihm stieg der Druck auf die Gäste. Pfaffenhofen musste nun mehr Risiko gehen, wollte die Serie noch einmal drehen. Genau das eröffnete den Löwen Räume, die sie in der Folge konsequent nutzten.

Nach exakt fünf Minuten im dritten Drittel fiel das 2:0. Eine sauber ausgespielte Kombination über Dillmann, Maierhofer und Vogl führte dazu, dass der Kapitän noch einmal querlegte und Dillmann die freie rechte Seite vor sich hatte. Dieses Mal ließ er sich die Chance nicht entgehen und erhöhte auf zwei Tore Vorsprung.

In der Folge boten sich den Löwen weitere Möglichkeiten, das Spiel frühzeitig zu entscheiden. Doch immer wieder stand Kornreder im Weg. Egal ob Vogl, Džeriņš oder Maierhofer – der Pfaffenhofener Torhüter hielt sein Team mit starken Paraden im Spiel und sorgte dafür, dass die Partie lange offen blieb.

Pfaffenhofen warf in den Schlussminuten noch einmal alles nach vorne und nahm den Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Doch auch dieser letzte Versuch sollte keinen Erfolg mehr bringen. Stattdessen nutzten die Löwen die sich bietende Gelegenheit: Anthony Dillmann traf ins leere Tor zum 3:0-Endstand und machte damit endgültig den Deckel auf diese Partie – und auf diese Serie.

Mit diesem Sieg sichern sich die Löwen den Klassenerhalt in der Bayernliga. Eine Saison, die gezeigt hat, wie eng Erfolg und Misserfolg beieinander liegen können. Eine Saison, die Nerven gekostet hat – bei Spielern, Verantwortlichen und Fans gleichermaßen.

Und vielleicht ist es genau das, was am Ende hängen bleibt: Nicht der Glanz eines Titels, sondern das gemeinsame Durchstehen einer schwierigen Zeit. Die Unterstützung von den Rängen, auch aus unerwarteter Richtung.

Der Zusammenhalt in einer Phase, in der es leicht gewesen wäre, auseinanderzubrechen.

Jetzt darf kurz durchgeatmet werden.

Dann beginnt die Arbeit für die neue Saison. Verträge, Kaderplanung, neue Gesichter, Abschiede.

Das Sommerkarussell wird sich drehen – mit der Gewissheit, weiterhin Teil der Bayernliga zu sein.

AHA

Foto: Yasmin Neumann

EHC Waldkraiburg – EC Pfaffenhofen 3:0 (0:0, 1:0, 2:0).

Tor: Englbrecht (#45), Lode (#40);

Verteidigung: Mertz (#5), Lode (#10), Rott (#20), Kokeš (#50), Jakob (#53), Cejka (#81);

Angriff: Dillmann (#11), Šrámek (#13), Ovaska (#18), Džeriņš (#25), Decker (#34), Lier (#52), Ruß (#63), Rosenkranz (#68), Maierhofer (#74), Vogl (#88), Revaj (#92), Zimmermann (#98);

Tore: 1:0 (37.) Džeriņš (Kokeš, Šrámek); 2:0 (45.) Dillmann (Vogl, Maierhofer); 3:0 (59.) Dillmann (Maierhofer, Cejka, ENG);

Zuschauer: 635,

Strafen: Waldkraiburg 4 – Pfaffenhofen 6

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