Matchpuck für Burgau: EHC kämpft um seine letzte Chance - Playdown-Finale droht

Wenn am morgigen Freitag-Abend um 19 Uhr der Puck in der Raiffeisen-Arena fällt, geht es für den EHC Waldkraiburg um alles. Zwei Spiele sind in der Playdown-Serie gegen den ESV Burgau gespielt, zwei Spiele haben die Gäste aus Schwaben gewonnen. Damit führen sie die Best-of-Five-Serie mit 2:0 – und die Löwen stehen mit dem Rücken zur Wand. Eine weitere Niederlage würde das Aus in dieser Serie bedeuten und den Gang ins Playdown-Finale erzwingen. Dort würde es dann endgültig „um die Wurst“ gehen. Genau das wollen die Löwen unbedingt verhindern.

Dabei waren beide bisherigen Spiele deutlich enger, als es das nackte Ergebnis der Serie vermuten lässt.

Früher Treffer, später Nackenschlag

Im ersten Aufeinandertreffen in Waldkraiburg starteten die Löwen eigentlich perfekt. Gerade einmal 14 Sekunden waren gespielt, als Florian Maierhofer nach Zuspiel von Nico Vogl und Daniel Hora zur frühen Führung traf. Ein Start nach Maß, der die Raiffeisen-Arena sofort auf Betriebstemperatur brachte.

Doch Burgau zeigte sich unbeeindruckt. Noch im ersten Drittel nutzten die Gäste eine Überzahlsituation zum Ausgleich, ehe im Schlussdrittel der nächste Rückschlag folgte. Die Löwen hielten das Spiel lange offen, doch ein Treffer von Max Petzold brachte Burgau in Führung. Als Waldkraiburg in der Schlussphase alles nach vorne warf, sorgte ein Empty-Net-Tor für den 1:3-Endstand. Auffällig: Trotz mehr Powerplayzeit – ganze acht Minuten standen auf der Habenseite der Löwen – sprang kein Treffer in Überzahl heraus. Burgau dagegen nutzte eine seiner wenigen Chancen eiskalt.

Spiel zwei entwickelte sich dann zu einem echten Playoff-Spektakel. In Burgau lieferten sich beide Teams einen offenen Schlagabtausch, der am Ende mit 6:4 an die Gastgeber ging. Die Löwen erwischten erneut einen guten Start: Anthony Dillmann brachte seine Mannschaft früh in Führung und beendete damit gleichzeitig seine persönliche Torflaute. Burgau antwortete jedoch prompt. Es entwickelte sich ein Spiel mit ständig wechselnden Führungen, hohem Tempo und zahlreichen Emotionen. Besonders bitter aus Sicht der Löwen: Mehrmals gelang der Ausgleich, doch Burgau fand immer wieder eine Antwort. Nach Treffern von Jakub Šrámek, Andris Džeriņš und Florian Maierhofer stand es zwischenzeitlich 4:4 – doch die Gastgeber schlugen erneut zurück und stellten kurz darauf auf 5:4. Ein Empty-Net-Tor in der Schlussminute besiegelte schließlich die Niederlage.

Ein wichtiger Faktor im zweiten Spiel war die Rückkehr von Andris Džeriņš. Der lettische Routinier fehlte zuvor verletzt, doch seine Präsenz war sofort spürbar. Mit Übersicht, Ruhe am Puck und seinem Spielverständnis brachte er Struktur ins Angriffsspiel der Löwen – und steuerte selbst ein Tor bei. Auch Nico Vogl meldete sich nach seiner Verletzung eindrucksvoll zurück. Der Kapitän war an zwei Treffern beteiligt und knüpfte nahtlos an seine starke Form aus der Hauptrunde an. Insgesamt drei Scorerpunkte stehen für ihn bereits in dieser Serie zu Buche.

Ebenfalls in guter Form präsentiert sich Florian Maierhofer. Der Stürmer scheint gerade in den Play-Downs aufzublühen und hat bereits zwei Treffer erzielt. Zusammen mit Leon Decker und Anthony Dillmann könnte er eine äußerst gefährliche zweite Reihe bilden – vorausgesetzt, Trainer Jürgen Lederer entscheidet sich dafür, Džeriņš stärker in der ersten Formation einzusetzen.

Auf der anderen Seite gibt es bei Burgau zwei Spieler, die derzeit kaum zu stoppen sind: Mikko-Matti Paakkola und David Ballner. Paakkola traf in Spiel zwei gleich doppelt und sorgt mit seiner Präsenz vor dem Tor immer wieder für Gefahr. Ballner wiederum war an vier Treffern beteiligt und entwickelte sich zum Dreh- und Angelpunkt der Offensive. Wer diese beiden Akteure nicht kontrolliert bekommt, wird gegen Burgau große Probleme bekommen.

Für die Löwen wird es deshalb entscheidend sein, genau hier anzusetzen. Weniger Raum, konsequenteres Verteidigen und eine höhere Effektivität vor dem gegnerischen Tor – das sind die Zutaten, die Waldkraiburg im dritten Spiel braucht.

Das Duell am Freitag wird zudem unter besonderen Vorzeichen stattfinden. Die Partie wurde von Sprade.TV als Topspiel ausgewählt. Für die Bayernliga ist das etwas Besonderes: Neben der regulären Übertragung wird es ein Studioformat, zusätzliche Analysen und Interviews geben. Auch das unterstreicht die Bedeutung dieser Begegnung.

Für die Löwen ist es ein Endspiel – für Burgau die Chance, die Serie bereits zu entscheiden.

Die Ausgangslage ist klar: Verlieren die Löwen morgen, dann ist diese Serie beendet. Dann wartet erst einmal eine Pause – und anschließend das Playdown-Finale. Gewinnen die Löwen jedoch, lebt die Serie weiter. Dann kommt es bereits am Sonntag um 18.30 Uhr in Burgau zu Spiel vier.

Noch ist also alles möglich. Die Mannschaft hat in beiden Spielen gezeigt, dass sie mithalten kann. Oft fehlten nur Nuancen – ein abgefälschter Puck, ein gewonnener Zweikampf, ein Treffer im richtigen Moment.

Jetzt braucht es genau diese Kleinigkeiten auf Seiten der Löwen. Und vor allem braucht es die Unterstützung der Ränge. Wenn die Raiffeisen-Arena laut wird, wenn jeder Check gefeiert wird und jeder Schuss Richtung Tor für Spannung sorgt, kann diese Halle schnell wieder zum Hexenkessel werden.

Freitagabend. 19 Uhr. Spiel drei.

Oder anders gesagt:
Jetzt zählt’s.

Schaufenster