Wasserburg macht in Freilassing in Unterzahl aus einem 0:2-Rückstand ein 5:2

Der Start in die Restrunde hatte sich für den TSV 1880 Wasserburg aufgrund der Unbespielbarkeit des Platzes im Freilassinger Stadion und mangelnder Kapazitäten bereits um drei Tage verzögert. Die Löwen warteten jedoch auch nach Anpfiff am Dienstagabend im Badylon weitere 45 Minuten, ehe sie tatsächlich loslegten. Zur Halbzeit lag Wasserburg mit 0:2 in Rückstand und spielte nach dem Platzverweis für Jaume Rubio Gonzalez (19.) nur noch zu zehnt. Die erste Niederlage des Jahres schien früh besiegelt, doch nach dem Seitenwechsel drehte die Mannschaft von Florian Heller auf – und dadurch das Spiel. Der 5:2-Endstand erinnerte an eine magische Nacht im August 2017, als die Innstädter in der Bezirksliga gegen Dorfen aus einem 0:3 ein 5:3 machten.

„Ich hoffe, dass ich trotz aller Euphorie die richtigen Worte treffe“, gab Heller Einblick in seine Gefühlswelt, die aufgrund der emotionalen Ausschläge nach Abpfiff entsprechend aufgewühlt war. „Die komplette erste Halbzeit war – unabhängig vom Platzverweis – eine Phase, in der wir mit Ball nicht die richtigen Lösungen getroffen haben. Wir haben es extrem verkompliziert, haben nicht in die richtigen Räume gespielt. Dadurch konnten wir uns entsprechend auch kaum Torchancen erarbeiten und konnten den Gegner nicht wirklich beschäftigen. Das wiederum hat Freilassing extrem in die Karten gespielt.“

Die Gastgeber nutzten die Wasserburger Unpässlichkeiten zunächst gnadenlos aus und gingen durch Maximilian Streibl mit 1:0 in Führung. Nach einem Einwurf war Streibl im Strafraum von Markus Prechtl per Flanke bedient worden und schoss mit dem zweiten Kontakt flach ein (16.). Wenig später kam es für die Löwen noch schlimmer, denn nach eigener Ecke wollte Rubio Gonzalez einen Konter über Mark Kremer unterbinden und sah die Rote Karte (19.). Als Tobias Frisch nach knapp einer halben Stunde Innenverteidiger Dominik Brich den Ball abluchste und zum 2:0 einschoss, schien die Messe gelesen (31.).

„In der zweiten Halbzeit war es dann ein klassisches Wasserburger Löwen-Spiel“, frohlockte Heller. Der Coach meinte damit, dass seine Mannschaft auch in Unterzahl den Glauben an das eigene Spiel fand: „Man hat gemerkt, dass wenn man ein Ziel vor Augen hat und sich an etwas festhält, es keine Rolle spielt, ob man mit einem Mann weniger spielt oder nicht. Es geht um die Art und Weise.“ Nach dem Seitenwechsel spielte Wasserburg sauberer und druckvoller, sodass bald klar wurde, dass ein Anschlusstreffer das Spiel kippen könnte. Diesen erzielte Robin Ungerath nach einer Ecke in der 59. Minute und fortan wackelte Freilassing. Was danach folgte, hat in dieser Form auch keiner der Beteiligten oft erlebt. Innerhalb von sechs Minuten erzielte Wasserburg in Unterzahl vier weitere Treffer und stellte auf 5:2. Vinzenz Egger traf in der 70. Minute aus der Drehung in den Winkel zum Ausgleich, dann schweißte Thomas Voglmaier den Ball aus 16 Metern in die Maschen (72.). Als die geschockten Gastgeber nach dem Rückstand wieder etwas offensiver agieren wollten, schlug die Stunde der Wasserburger Büffelherde. Die eingewechselten Daniel Kononenko und Vinzenz Egger pflügten ebenso durch die Freilassinger Hintermannschaft wie Robin Ungerath, der nach schnellen Bällen in die Tiefe nicht mehr zu halten war und erst eine Flanke von Matthias Rauscher einköpfte (74.) und bei seinem dritten Treffer eiskalt vor Torhüter Thomas Unterhuber abschloss (76.).

„Wir haben den Spielern in der Halbzeit Lösungen mitgegeben, sie haben es in Perfektion umsetzen können“, freute sich Heller. „Demzufolge hatte man in der zweiten Halbzeit nicht mehr das Gefühl, dass wir einer weniger waren. Der Sieg geht auch in der Höhe in Ordnung.“

Wasserburg: Volkmer, Biegel, Lindner, Rubio Gonzalez, Brich, Rauscher, Dumitru (61. Kononenko), Dittrich, Voglmaier, Ungerath (89. Haunolder), Vieregg (46. Egger)

Tore: 1:0 Maximilian Streibl (16.), 2:0 Tobias Frisch (31.), 2:1 Robin Ungerath (59.), 2:2 Vinzenz Egger (70.), 2:3 Thomas Voglmaier (72.), 2:4 Robin Ungerath (74.), 2:5 Robin Ungerath (76.)

Rote Karte: Jaume Rubio Gonzalez (Wasserburg, 19., Foulspiel)

Zeitstrafe: Rodi Hussein (Freilassing, 86.)

Schiedsrichter: Maximilian Hefeneder

JAH

 

 

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