„Clarissa Foster Quartett" begeisterte das Publikum

Rund 55 Besucher erlebten im Rahmen der Reihe Jazz im Gimplkeller einen eindrucksvollen Abend mit dem „Clarissa Forster Quartett“. Die junge Formation präsentierte experimentellen, zeitgenössischen Jazz, der sich durch große lyrische Tiefe und feinsinnige Dynamik auszeichnete.

Ursprünglich als Quintett angekündigt, trat das Ensemble an diesem Abend ohne Shuteen Erdeneebatar auf und musizierte in Quartettbesetzung. Der Intensität und Geschlossenheit des Konzerts tat dies jedoch keinen Abbruch – im Gegenteil: Die reduzierte Formation schärfte hörbar das Zusammenspiel und ließ den einzelnen Stimmen mehr Raum zur Entfaltung.

Im Mittelpunkt stand Bandleaderin Clarissa Forster am Klavier, die zugleich mit ihrer wandelbaren Stimme beeindruckte. Ihr Spiel verband klare melodische Linien mit offenen, teils frei schwebenden Passagen. Mal perlten zurückhaltende, fast kammermusikalische Motive durch den Gewölbekeller, mal entwickelten sich dichte Klangflächen und spannungsgeladene Steigerungen. Die Kompositionen wirkten durchdacht und dennoch beweglich, getragen von einer intensiven Kommunikation innerhalb der Band.

Das Publikum im gut gefüllten Kellergewölbe lauschte aufmerksam und konzentriert. Zwischen den Stücken herrschte gespannte Stille, ehe begeisterter Applaus einsetzte. Die Musikerinnen und Musiker überzeugten mit Mut zu ungewöhnlichen Harmonien, überraschenden Brüchen und emotionaler Offenheit – Qualitäten, die den zeitgenössischen Jazz lebendig halten.

Mit diesem Konzert bewies die Reihe erneut, dass sie auch jungen Formationen ein Podium bietet, die eigene künstlerische Handschriften entwickeln. Der Abend im Gimplkeller zeigte eindrucksvoll, wie facettenreich und poetisch moderner Jazz klingen kann.

Manfred Braun / Fotos: Stefan Schrag

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