Meilenstein erreicht: Starbulls ist der dritte Tabellenrang nicht mehr zu nehmen

Meilenstein erreicht: Nach dem viertletzten Hauptrunden-Spieltag der DEL2 ist den Starbulls Rosenheim der dritte Tabellenrang nicht mehr zu nehmen. Beim 4:3-Heimsieg gegen die Roten Teufel Bad Nauheim erzielten C.J. Stretch, Shane Hanna, Fabian Dietz und Luigi Calce die Rosenheimer Tore. Vor 3.867 Zuschauern im ROFA-Stadion geriet der Heimdreier allerdings in den Schlusssekunden noch in Gefahr – am Ende konnte Starbulls-Cheftrainer Jari Pasanen aber feststellen: „Wer gewinnt, hat gewonnen“.

Am heutigen Sonntag reisen die Starbulls zum Tabellenzweiten Kassel Huskies.

Das Topspiel in der Probonio-Arena beginnt um 17 Uhr (Liveübertragung bei www.sporteurope.tv).

Weil Kassel beim Gastspiel in Weißwasser 1:3 unterlag, beträgt der Rosenheimer Rückstand auf die Nordhessen nur noch vier Punkte.

Die Starbulls, bei denen Lewis Zerter-Gossage und Jordan Taupert wie angekündigt fehlten, gingen bereits nach 74 Sekunden in Führung. Dominik Tiffels bediente nach einem abgefangenen Gästeangriff C.J. Stretch, der Rosenheimer Kapitän war frei durch, tanzte Gästekeeper Jerry Kuhn aus und schob zum 1:0 ein (2.). Nach feiner Vorarbeit von Stretch ließ Ville Järveläinen die große Chance zum 2:0 aus (8.).

Die zweite Hälfte des ersten Drittels gehörte aber mehr und mehr den Gästen, die auf Taylor Vause, Patrick Seifert, Sebastian Cimmerman, Rik Gaidel, Julian Lautenschlager (alle verletzt) und den gesperrten Davis Koch verzichten mussten. Starbulls-Keeper Christopher Kolarz war mit mehreren guten Reflexen zur Stelle. In der 17. Spielminute hatten die Hausherren Glück, dass Justin Volek den Puck nicht im offenen Toreck unterbrachte.

In den zerfahrenen Anfangsminuten des zweiten Abschnitts wäre der Ausgleich fast in einer Kopie des Gegentreffers zum 1:1 im vorangegangenen Rosenheimer Heimspiel gefallen. Damals drückte der Freiburger Kapitän Nico Linsenmaier den von der Bande zurückprallenden Puck ein, dem Bad Nauheimer Kapitän Marc El-Sayed gelang es von identischer Stelle im exakt gleichen Ablauf jedoch nicht (23.).

Danach begann die beste Phase im Rosenheimer Spiel. Sebastian Zwickl scheiterte frei vor Schlussmann Kuhn (27.), bekam zuvor aber noch einen Stockschlag mit. Im deshalb folgenden Powerplay traf Shane Hanna den Pfosten. Die Starbulls schnürten die Gäste fast komplette zwei Minuten ein, ein Tor aber wollte nicht fallen. Stattdessen trafen die Gäste in Überzahl zum 1:1. Shane Hanna brach der Schläger, Charlie Sarault überließ ihm den seinen, aber die Konfusität nutzte Jordan Hickmott mit einem platzierten Schuss hoch ins kurze Eck (32.).

Die grün-weiße Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Das zweite Rosenheimer Powerplay dauerte ganze neun Sekunden, bis die von Shane Hanna abgefeuerte Scheibe im Netz zappelte. Fabian Dietz nahm Jerry Kuhn die Sicht und somit die Chance zur Reaktion (33.). Das 3:1 legte Dietz schließlich selbst nach, er bugsierte die Scheibe aus spitzem Winkel unters Tordach, nachdem Kuhn gegen Sebastian Zwickl noch parieren konnte (37.).

Im Schlussdrittel suchten die Gäste aus der Wetterau ihr Heil in der Offensive. Ryan Olsen fälschte einen Schuss von Christopher Fischer technisch herausragend mit dem Schläger zum verdienten 3:2-Anschlusstreffer ab (43.). Auf der Gegenseite jagte Shane Hanna den Puck erneut an den Pfosten (44.), nach einem Rosenheimer Scheibenverlust in der eigenen Zone traf Bad Nauheims Andrej Bires ebenfalls Eisen (46.). Bei einem Starbulls-Konter entschied sich Luigi Calce gegen den Pass auf den mitgelaufenen Zwickl und vollstreckte selbst halbhoch ins lange Eck zum 4:2 (48.).

Der Tabellenzwölfte ließ nicht locker, machte Druck, wollte den erneuten Anschlusstreffer, versuchte es schließlich mit sechstem Feldspieler und ohne Torwart. Goldhelmträger Justin MacPherson verhinderte gegen Goldhelmträger Scott Feser den Rosenheimer Empty-Net-Treffer zum 5:2. Parker Bowles drückte schließlich 21 Sekunden vor der Schlusssirene zum 4:3 ein, nachdem die Gäste das Spielgerät mit Vehemenz wiederholt auf das Tor von Christopher Kolarz gearbeitet hatten. MacPherson hatte in den allerletzten Spielmomenten sogar noch den Ausgleichstreffer auf dem Schläger, der geblockte Puck segelte aber am Gehäuse vorbei.

„Wir haben hart trainiert, zweimal Krafttraining gemacht, vielleicht hat deshalb die Frische etwas gefehlt“, meinte Jari Pasanen, der aber unter diesen Umständen mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden war. „Im zweiten Drittel haben wir teilweise sehr gut gespielt und deshalb war der Sieg wahrscheinlich auch verdient“, so der Headcoach der Starbulls, dem jedoch bewusst war, dass der Heimerfolg am Ende auch mit Glück verbunden war:

„Im letzten Drittel hat man gemerkt, dass Nauheim unbedingt die Punkte braucht. Sie haben sehr druckvoll gespielt, viele Scheiben aufs Tor gebracht. Chris Kolarz hat uns in einigen brenzligen Situationen gerettet. Am Schluss hätte noch einmal alles passieren können und dann entscheidet Pech oder Glück. Aber wer gewinnt hat gewonnen und deshalb muss man zufrieden sein und kann heute auch ein Auge zudrücken.“

Foto: Starbulls / David Löffler

 

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