Mit schöner Botschaft: Kinderaufführung von „Frau Holle“ mit dem Chiemgau-Orchester

Eine unwirkliche Märchenwelt mit bunten Phantasiebildern und verführerischen Zauberklängen – die konnte man jetzt beim diesjährigen Kinderkonzert des Chiemgau-Orchesters im König-Ludwig-Saal in Prien erleben. Matthias Linke, der Dirigent, hatte wieder ein ‚musikalisches Märchen‘ komponiert: „Frau Holle“ nach den Brüdern Grimm. Dieses Jahr wurde damit ein wahres Gesamtkunstwerk geboten …

Beteiligt waren neben dem Orchester der Kinderchor der Musikschule Prien (Leitung: Nina Kuhlig) und eine Kinder-Tanzgruppe des Studios für Tanz, Gesang und Schauspiel „#mkmARTable Rosenheim“ (Leitung: Karolina Kraus und Maximilian Neumayer).

Die Regie führte Werner Hofmann, der auch heuer wieder durch die Veranstaltung führte (verkleidet als fremdländischer Erzähler) und für eine spannende Inszenierung mit vielen mitreißenden und tiefgründigen Ideen sorgte.

Das Bühnenbild war poetisch bunt gestaltet, mit vielen ganz einfachen, aber wirkungsvollen Farbenspielen – ein Höhepunkt: Das Wachsen der Blumenwiese in der Welt Frau Holles aus der Mitte des Orchesters – siehe Foto oben.

So hatte er etwa den Einfall, die „Goldmarie“ abwechselnd von mehreren Kindern spielen zu lassen – so, dass deutlich wurde: Jeder kann in sich ‚das Gold‘ entdecken, jeder kann hilfsbereit sein und Gutes tun – und wird dafür belohnt werden.

Demgegenüber wurde die faule ‚Pechmarie‘ als Puppe über die Bühne getragen – sie war und blieb unwirsch und allein.

Der Kinderchor mit seinen herzerfrischenden Liedern („Zieh mich heraus“; „schüttle mich“, „Kikiriki“) nahm verschiedene Rollen ein – mit viel Begeisterung spielten die 20 Kinder mal das Brot, mal die Äpfel, mal den Hahn vor dem Haus.

Hinzu kam die Kindertanzgruppe aus Rosenheim: Wunderschön bewegungsfreudig stellten die 27 Tanzenden die Handlung symbolisch dar (ein Kompliment an die Choreographie!), wobei die unterschiedlichen Charaktere der beiden Töchter begleitend auch von erwachsenen Tanzkünstlerinnen gekonnt verkörpert wurden.

Frau Holle wurde liebevoll von der Chorleiterin, die böse Stiefmutter von verschiedenen Orchestermitgliedern gespielt.

 

Auch die abwechslungsreiche Musik begeisterte das Publikum – mal erklangen leise Zaubertöne, mal melodiöse Weisen, mal enorm fetzige Passagen mit vielen Rhythmuswechseln, die alle Akteure anfeuerten. Sehr schön war wieder die Einbeziehung des Publikums: Die jungen und alten Zuschauer konnten mitrufen und mitfiebern und spendeten schließlich einen nicht enden wollenden Applaus.

Während schon die Familien-Aufführung am Tag zuvor hervorragend besucht war, füllte sich der Saal dann am nächsten Vormittag noch zwei Mal für eigens angereiste Schulklassen aus der Region. Unterstützt wurde die Veranstaltung von mehreren großzügigen Sponsoren.

Es ist ein besonderes Erlebnis, dass in der so schwierig gewordenen Welt ein solch positiver Akzent möglich ist: Die verbindende, zupackende Spielfreude der Kinder, die mit viel Ernst und Spaß bei der Sache waren, ist eine große Ermutigung. 

CL

Fotos: Chiemgau-Orchester

Ein paar Eindrücke

 

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