Viele Besucher beim Treffen der Vereine – Ehrung für besonders engagierte Bürger

Zum 22. Mal fand gestern das „Treffen der Wasserburger Vereine“ im Saal des Feuerwehrhauses statt. Bürgermeister Michael Kölbl freute sich, dass er auch heuer wieder im voll besetzten Saal Vertreter von Vereinen, Verbänden, Gruppierungen, Parteien und Wählergruppen sowie aus sozialen und kirchlichen Einrichtungen begrüßen durfte. „Das ist ein schönes Signal für eine lebendige Stadt.“

Er bedankte sich bei allen für ihr großes ehrenamtliches Engagement, welches gerade in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr sei. Neben dem offiziellen Teil verfolge dieses Treffen der Vereine noch einen sehr wichtigen anderen Aspekt – das Zusammensein und vor allem „miteinander ratschen“.

Im Vorfeld der Veranstaltung konnten die Vereine Personen für herausragendes ehrenamtliches Engagement vorschlagen, welche vom Rathauschef besonders geehrt wurden.

Die erste Ehrung ging an einen „Lebensretter“ – Ömer Sengül, der beim Großbrand am Weberzipfel am 8. Juni 2023 durch sein beherztes Eingreifen und seine schnelle Reaktion Leben und auch die Wasserburger Altstadt „gerettet“ habe, so Kölbl. „Ömer Sengül nahm durch seinen selbstlosen, mutigen Einsatz auf seine Gesundheit keine Rücksicht und musste tags darauf wegen einer Rauchvergiftung zum Arzt“, erklärte Michael Kölbl. Unter großem und langanhaltendem Applaus wurde Ömer Sengül geehrt.

Seit 2006 ist Angelika Gut beim Kneipp-Verein engagiert. 2014 übernahm sie „Herzensprojekt“ – die Organisation und Betreuung der Gesundheitskurse. Auch stellt sie zwei Mal jährlich das umfangreiche Kursprogramm zusammen und kümmert sich um die Anmeldungen. „Sie sind eine Bereicherung für den Kneipp-Verein und verstehen es, mit Menschen umzugehen“, so Michael Kölbl.

Als „Netzwerker“ und „großen Kommunikator“ bezeichnete Kölbl Dr. Heinz Utschig, der seit 2009 Vorstand des TC Reitmehring ist. Die Asphaltierung des Platzes vor der Übungswand in Reitmehring sowie die Gründung der eingetragenen Spielvereinigung „TeG Wasserburg-Reitmehring“ sei unter anderem auch seiner Initiative zu verdanken. Darüber hinaus habe Dr. Heinz Utschig stets ein offenes Ohr für Anregungen oder Beschwerden der Mitglieder, besonders wenn diese aus den Reihen der neu erstarkten Damengruppe kommen.

Für seine „herausragenden Verdienste um den Heimatverein Wasserburg“ als Erster Vorsitzender von 2013 bis 2025 wurde der frühere Schulleiter des Luitpold-Gymnasiums und Berichterstatter der Wasserburger Stimme, Peter Rink geehrt. Rink habe, so Kölbl, durch die Pflege des Wissens um Herkunft, Geschichte und Migrationsgeschichte, insbesondere auch durch die Weitergabe dieses Wissens an junge Menschen, zur Vermittlung von kulturellen Standpunkten beigetragen. Besonders interessiert sei der Historiker an der Zeit vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis in die 80er-Jahre. Hier habe Peter Rink über ein Jahrzehnt hinweg zahlreiche Interviews mit Wasserburger Bürgern geführt, die über ihr Erlebtes in der Innstadt gesprochen haben. Sehr beliebt waren auch die von Rink organisierten Mehrtagesfahrten des Heimatvereins.

Seit über 45 Jahren mit dabei und nicht mehr wegzudenken von der Schützengemeinschaft Staudham ist Georg Untergehrer. Von 2004 bis 2016 war Untergehrer Erster Schützenmeister und in der Vereinsführung Motivator und ehrgeiziges Vorbild. Seit 2016 ist Georg Untergehrer Ehrenschützenmeister und kümmert sich im Hintergrund weiterhin um die komplette Mitgliederverwaltung sowie den Beitragseinzug, das Passwesen und organisiert an den Schießabenden die Auswertung. Seit einigen Jahren trainiert er einmal wöchentlich die Senioren. „Solche Leute braucht ein Verein“, erklärte Michael Kölbl.

Alle Geehrten erhielten einen Blumenstrauß sowie ein Präsent der Stadt. Ebenfalls ausgezeichnet wurde Andreas Hiebl von der Stadtverwaltung für die Organisation der Bürgerversammlungen und dem „Treffen der Vereine“ seit 22 Jahren.

Stadtmanager Simon Arnold stellte die Info-Notfall-Dose vor – ein Notfallinformationssystem im häuslichen Umfeld für Rettungsdienst, Angehörige und Ersthelfer. Ausgabestellen für die kostenlosen Dosen sind bei der Stadt Wasserburg, im Bürger-Bahnhof, im Pflegestützpunkt sowie in der St.-Jakobs- und Marien-Apotheke.

Im Anschluss rief der Verein „24-Stunden-gegen-Krebs“ zur Typisierungsaktion für die an Leukämie erkrankte Anne auf. Wie auch in den letzten zwei Jahren wird es heuer am 3. Oktober wie der eine 24-Stunden-Wanderung geben (wir berichteten).

Bereits über 60 Vereine haben sich in den vergangenen Jahren vorgestellt, heuer präsentierten sich der ADFC Wasserburg, der SV Genclerbirligi Wasserburg und die Wasserburger Bierkultur.

Der ADFC Wasserburg hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Infrastruktur für Radfahrer zu verbessern. Auch heuer, im Mai, wird es wieder den Kidical Mass, eine kurze Stadtrundfahrt und Demo für eine bessere Radverkehrsinfrastruktur für kleine und große Radfahrende, geben.

Einen Überblick über die aktuellen Teams und künftige Aktivitäten gab es vom SV Genclerbirligi Wasserburg, einen 1995 von türkischen Gastarbeitern gegründeten Fußballverein. Der Verein sei für alle offen, egal welcher Herkunft. Für heuer sei auch noch ein Selbstverteidigungskurs geplant.

Die Wasserburger Bierkultur freut sich mittlerweile über 226 Mitglieder. Gemeinsam brauen, den Austausch untereinander fördern und Bierbraukurse sind die Hauptaktivitäten des Vereins. Besonders stolz sei man auf die Brauanlage im Schlachthaus Attel. Ausgeschenkt wird das Bier bei Wasserburger Festen, heuer unter anderem beim Nationenfest, Nachtflohmarkt, Inndamm-Fest und Festen in Attel.

m Anschluss an den offiziellen Teil fand die mittlerweile traditionelle „Würstelparade“ statt.

Unser Bild oben zeigt von links Bürgermeister Michael Kölbl, Ömer Sengül, Georg Untergehrer, Dr. Heinz Utschig, Angelika Gut, Peter Rink und Andreas Hiebl.

TANJA GEIDOBLER / Bilder: Geidobler/Rink

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