Bundespolizei wird bei Grenzkontrolle auf der Inntalautobahn fündig

Für mehrere tausend Euro haben Schleuser offenbar die Reisen eines 16-jährigen Somaliers und eines 40-jährigen Türken in die EU organisiert und zudem für gefälschte Papiere gesorgt. Am heutige Dienstag hat die Rosenheimer Bundespolizei die Dokumente eindeutig als Fälschungen identifiziert. Die Migranten wurden unabhängig voneinander auf der A93 nahe Kiefersfelden in Gewahrsam genommen. Gegen die unbekannten Schleuser und Urkundenfälscher wird ermittelt.


 

Der minderjährige Afrikaner war in einem Reisebus aus Italien unterwegs. Gepäck hatte er nicht dabei. Auf der Inntalautobahn händigte er den Bundespolizisten bei der Grenzkontrolle einen österreichischen Reisepass aus. Wie sich herausstellte, war der Pass alles andere als echt. Der 16-Jährige wurde zur Bundespolizei-Dienststelle nach Rosenheim gebracht. Dort erklärte er, dass er über Libyen nach Italien gekommen wäre. Von Italien aus, wo er zuletzt auch die Fälschung übergeben bekommen habe, sei dann die Busreise organisiert worden. Den Schleusern habe seine Tante hierfür insgesamt 8.000 Euro gezahlt. Der somalische Jugendliche konnte nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen der Obhut des Jugendamtes anvertraut werden.

 

Dem türkischen Staatsangehörigen hat die Tour nach Deutschland eigenen Angaben zufolge 7.000 Euro gekostet. Allerdings endete die Reise bereits in Italien. Bis dahin wurde der 40-Jährige in einem Lastkraftwagen versteckt befördert. Anders als geplant, musste er den Lkw vorzeitig verlassen. Man hätte ihn überraschend angewiesen, seine Reise eigenständig fortzusetzen. Damit dies ohne Probleme gelänge, habe er einen bulgarischen Ausweis erhalten. Schließlich hat ihn ein Landsmann von Bozen aus im Pkw mitgenommen. Nach ersten Erkenntnissen der Rosenheimer Bundespolizei hatte der türkische Fahrzeugführer wohl darauf vertraut, dass die bulgarische Identitätskarte seines Beifahrers echt wäre. In der Grenzkontrollstelle auf der A93 flog der Schwindel schließlich auf. Den Beamten gegenüber legte der mitgenommene Türke kurdischer Abstammung dar, dass er in seiner Heimat verfolgt würde. Zur weiteren Prüfung seines Schutzersuchens wurde er einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge zugeleitet.