Wasserburger Stadtrat genehmigt Planungen für Projekt nur mit knapper Mehrheit


Heftig kritisiert wurde bei der jüngsten Sitzung des Wasserburger Stadtrates der Plan von ALDI-Süd, den bestehenden Discounter-Markt in Staudham abzureißen und neu zu errichten (wir berichteten). Hauptkritikpunkt der Stadträte, die gegen einen Neubau waren: Die Nachhaltigkeit sei dabei nicht gegeben und die möglichen negativen Auswirkung auf den Einzelhandel der Altstadt seien nicht abzuschätzen. Die Entscheidung fiel letztlich mit 13:12 Stimmen für eine entsprechende Änderung des Bebauungsplanes „Staudham“ und damit für das ALDI-Projekt aus.

Gegen das Projekt führte zunächst Sepp Baumann (Freie Wähler/Reitmehring) die Verkehrssituation ins Feld. „Rund um das Gewerbegebiet und den ALDI-Markt herrscht doch ohnehin schon jede Menge Chaos. Mit dem neuen ALDI ziehen wir vermutlich noch mehr Pkw-Verkehr an.“ Ein Kritikpunkt, de Bürgermeister Michael Kölbl so nicht stehen lassen konnte: „Dort, wo der meiste Verkehr ist, handelt es sich um eine Kreis- und eine Bundesstraße. Da sind wir nicht zuständig.“
 
Kein Blatt vor den Mund nahm Lorenz Huber (Bürgerforum): „Mich kotzt das wirklich an. Statt zu überlegen, wie man den Bau zeitgemäß umgestalten kann, muss es gleich was Neues sein. Das hat mit Nachhaltigkeit nichts zu tun. Das ist ein reines Steuersparmodell eines rein in Richtung Profit denkenden Unternehmens.“
Und auch Christoph Klobeck (CSU) hatte seine Bedenken: „Jetzt bekommen wir wieder die Zusage, dass man sich bei ALDI in Sachen Non-Food-Artikel an die Vorgaben halten will. Wie das in der Realität aussieht, davon kann man sich jetzt in Corona-Zeiten ein besonders deutliches Bild machen. Wer will das letztlich kontrollieren, welche und wie viele lebensmittel-fremden Artikel ALDI wirklich verkauft und wie die Verkaufsflächen tatsächlich genutzt werden.  Ich fahr‘ da nicht jeden Tag hin und schau mir das an.“


Noch härtere Worte fand Christian Flemisch (ÖDP): „Das ist ein von Profitgier geprägtes Unternehmen. Ich kann so einem rein kapitalistischen Projekt auf keinen Fall zustimmen.“

Das sahen zwölf Stadträte genau so. 13 aber billigten den Planentwurf und brachten damit eine frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden in Sachen Neubau auf den Weg.
Einem Ausbau des bestehenden Gebäudes mit einem zusätzlichen Geschoss für Wohnraum hatten zuvor Bauamt und Bürgermeister eine Absage erteilt, da die Lage nahe der Bundesstraße und in Nachbarschaft zu Gewerbebetrieben wie einer Tankstelle sich nicht für Wohnungen eigne.