Erster Vorfall im Landkreis überhaupt: Am Waldsee bei Schechen
Man rechnet ja mit vielem beim Schwimmen in einem See – mit Fischen vielleicht oder mit sich um einen herumschlingenden Algengewächsen – aber mit einem Biber wohl eher nicht. Im Waldsee in der Gemeinde Schechen ist aber jetzt ein Schwimmer von einem Biber gebissen worden. Es handelt sich um den ersten bekannten Vorfall dieser Art im Landkreis Rosenheim. Das teilt am heutigen Nachmittag nicht die Polizei, sondern das Landratsamt mit. Die Gemeinde Schechen habe sofort die Entnahme des Bibers beantragt.
Der Vorfall ereignete sich bereits am vergangenen Montag-Morgen gegen 7 Uhr in der Früh, so das Amt heute. Der Mann wurde im Klinikum Rosenheim behandelt.
Kurz darauf fand dann noch am selben Vormittag eine Begehung am Waldsee statt, an der neben Vertretern der Gemeinde Schechen auch ein Biber-Berater teilgenommen hat. Dieser gehe davon aus, dass der Biber offenbar im Waldsee seine Burg oder seinen Nachwuchs verteidigen habe wollen. Er empfahl, Hinweisschilder aufzustellen. Dem kam die Gemeinde nun gestern nach – siehe Foto (KI-generiert, laut Behörde) …
Auf den Hinweisschildern werden die Schwimmer gebeten, ausreichend Abstand zu Biberburgen und zu den Tieren zu halten. Zudem heißt es dort: „Biber können sich bei Bedrohung verteidigen und zubeißen.“
Weil diese Schilder aus Sicht der Gemeinde Schechen aber eine Gefährdung durch den Biber, der bereits zugebissen habe, nicht zuverlässig verhindert werde, beantragte sie beim Landratsamt Rosenheim die Entnahme des Bibers.
Im Rahmen nun laufender Prüfungen des Antrags durch die Untere Naturschutzbehörde werde unter anderem wegen der Lage des Sees – in einem naturschutzrechtlich besonders geschützten Gebiet – auch die Höhere Naturschutzbehörde bei der Regierung von Oberbayern eingebunden, meldet das Landratsamt.
Hintergrund
Der Waldsee ist ein Badesee, der insbesondere auch von Früh- und Spätschwimmern gerne genutzt wird. Der Natursee liegt im Fauna-Flora-Habitat (FFH) Gebiet „Innauen und Leitenwälder“, das Teil des europaweiten Biotopverbunds „Natura 2000“ ist.
Das heißt, das FFH-Gebiet mit dem Waldsee stellt einen bedeutenden Wanderkorridor für Tier- und Pflanzenarten zwischen Alpen und Donau dar.
Foto: WS-Archiv
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