Wasserburg erzielt in Ismaning in der Nachspielzeit das Siegtor zum 3:2

Die Last-Minute-Löwen haben wieder zugeschlagen. In Ismaning lief am gestrigen Freitagabend bereits die 94. Minute, als Maximilian Pichler den Ball aus fünf Metern zum umjubelten 3:2-Siegtreffer in die Maschen drosch. Nachdem die Innstädter bislang mit der Bayernliga und der Schlussphase (später Lattentreffer in Kirchanschöring, spätes Gegentor gegen Erlbach) auf Kriegsfuß standen, hat Pichlers Treffer sie mit beiden versöhnt. Wasserburg scheint nach dem ersten Saisonsieg am 5. Spieltag endlich in der Bayernliga angekommen. 

„Das fühlt sich für mich nach so einer langen Verletzung natürlich gut an. Ich habe immer versucht, wieder ranzukommen, wurde immer wieder zurückgeworfen. Es ist daher natürlich ein schönes Gefühl, auch einmal wieder für einen wichtigen Moment da zu sein“, macht der verletzungsgeplagte Siegtorschütze aus seinem Herzen keine Mördergrube. Fast zwei Saisons hatte der Hüne aufgrund eines Sehnenrisses verpasst, in der 94. Minute stand er goldrichtig.

Wasserburg hatte zu diesem Zeitpunkt wie schon gegen Erlbach eine Zwei-Tore-Führung hergegeben und hing seit der 79. Minute und dem 2:2 von Philip Kuhn nur noch in den Seilen. Bei einem weiten Einwurf war der zur Ergebnissicherung eingewechselte Defensivspieler mit nach vorne gegangen und nach einer Flipperaktion köpfte Vinzenz Egger den Ball am Fünfmeterraum zu Pichler, der gnadenlos einschoss. Das späte 3:2 unterstrich die Moral der Gäste, denn zuvor war ihnen nach einer Ecke ein regulärer Kopfballtreffer von Matthias Rauscher aberkannt worden (87.).

Pichler wusste um die Wichtigkeit seines Treffers und stellte die persönliche Bedeutung schnell hintenan: „Es geht gar nicht um mich. Es war einfach schön, mit den Jungs danach zu feiern, den Sieg auszuschreien. Es geht um uns und dass wir drei Punkte gemacht haben, den ersten Dreier der Saison eingefahren haben und dass wir als Mannschaft vorankommen. Mich hat am meisten gefreut, dass danach alle glücklich waren.“ Nach vier Spielen ohne Sieg begann Wasserburg so, dass sofort zu spüren war, dass sie diese Partie gewinnen wollten. Schon nach sieben Minuten hatten sie vier Ecken verzeichnet und bauten massiven Druck auf. „Die ersten 60 Minuten von uns waren sehr, sehr gut“, lobte Trainer Florian Heller. „Wir sind super ins Spiel gekommen und sind verdient in Führung gegangen.“

Es dauerte bis zur 40. Minute, ehe Janik Vieregg bei einem weiten Schlag von Florian Grundner zwischen Verteidiger und Torwart spritzte und den Ball zum 1:0 über die Linie drückte. Die zuvor in drei von vier Spielen torlosen Gastgeber waren jedoch nicht ungefährlich und prüften den wieder ins Tor rotierten Lino Volkmer. „Wir hatten zwei Momente, in denen wir Lino gebraucht haben. Er hat uns davor bewahrt, dass wir in Rückstand geraten, obwohl wir zu dem Zeitpunkt die bessere Mannschaft waren“, lobte Heller seine Nummer eins.

Zwischen der 56. und 62. Minute sahen die 185 Zuschauer sechs turbulente Minuten, die die Begegnung auf den Kopf zu stellen schienen. Zunächst verwandelte Thomas Voglmaier einen an ihm verursachten Foulelfmeter sicher zum 2:0 (56.), dann markierte Robin Ungerath zwei Minuten später das 3:0, das jedoch aufgrund einer vermeintlichen Abseitsposition aberkannt wurde. Hätte der Treffer gezählt, wäre das Spiel entschieden gewesen, so öffnete es Torjäger Alessandro Cazorla auf der Gegenseite mit dem 1:2 wieder (62.). Fortan rollte Angriff auf Angriff auf das Wasserburger Gehäuse, das 2:2 durch Kuhn war nur eine Frage der Zeit. „Zum Schluss war es ein Sieg des Willens“, befand Heller. Die Löwen konnten sich nach dem Ausgleich kaum noch befreien und hatten kaum noch Entlastung. „Ich wollte den Punkt festhalten und habe defensiv gewechselt. Auch wenn es sich vom Spielverlauf her blöd anhört, aber den Punkt hätte ich in dann in Kauf genommen. Den Jungs war es aber zu wenig, sie wollten das Ding gewinnen.“

Wasserburg: Volkmer, Biegel, Grundner, Brich (83. Rauscher), Fischer, Rubio González, Simeth (78. Pichler), Köck, Voglmaier (63. Kononenko), Ungerath (93. Pollak), Vieregg (71. Egger)

Tore: 0:1 Janik Vieregg (40.), 0:2 Thomas Voglmaier (56., Foulelfmeter), 1:2 Alessandro Cazorla (62.), 2:2 Philip Kuhn (79.), 2:3 Maximilian Pichler (94.)

Schiedsrichter: Fabian Büchner (FC Mariakirchen)

Zuschauer: 185

JAH

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