Stadtrat diskutierte Antrag der SPD auf einen 20-Minuten-Takt

In der jüngsten Stadtratssitzung diskutierte der Rat den Antrag der SPD-Fraktion auf Prüfung und Umsetzung einer Verdichtung des Fahrplans für den Stadtbus auf einen durchgehenden 20-Minuten-Takt während der Hauptverkehrszeiten sowie perspektivisch während des gesamten Tagesverkehrs. Der Antrag wurde nach Diskussion mit 18:5 abgelehnt.

Wolfgang Janeczka (SPD) erklärte, dass der Stadtbus einen wichtigen Baustein der örtlichen Mobilität darstelle. Ein 20-Minuten-Takt würde die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs deutlich erhöhen und Vorteile wie eine weitere Steigerung der Fahrgastzahlen , eine Verbesserung der Erreichbarkeit wichtiger Einrichtungen, eine Unterstützung der Verkehrswende und des Klimaschutzes, eine Entlastung des innerstädtischen Verkehrs sowie bessere Anschlüsse an den Bahnverkehr mit sich bringen.

Geschäftsleiter Konrad Doser führte aus, dass derzeit beim Stadtbus überwiegend ein 30-Minuten-Takt angeboten werde. Um das Angebot sicherzustellen, seien mindestens zwei Fahrzeuge im dauerhaften Einsatz. Zeitweise verstärke ein dritter Bus das Angebot, insbesondere im Schülerverkehr, abweichend vom Takt.

„Die Einführung eines 20-Minuten-Taktes ist mit zahlreichen Fragestellungen verbunden, die einer umfassenden fachlichen Prüfung bedürfen“, so Doser. Aktuell seien die Fahrzeiten des Stadtbusses relativ leicht zu merken. Nachteilig sind einzelne, vom 30-Minuten-Takt abweichende Fahrten, die wegen Zuganschlüssen erforderlich seien. Würde in der Hauptverkehrszeit ein 20-Minuten-Takt eingeführt, bestünde zu unterschiedlichen Tageszeiten und gegebenenfalls Wochentagen ein schwer verständlicher „Mix“ aus 60-, 30-, und 20-Minuten-Takt.  Auch könne es sein, dass Zuganschlüsse zu knapp erreichbar seien.

„Die Betriebskosten der Stadtbuslinie sind zuletzt stark angestiegen“, sagte Konrad Doser. Ein zusätzliches Fahrzeug würde, grob geschätzt, ein Viertel bis Drittel dieser Kosten an Mehrkosten verursachen. „Ein 20-Minuten-Takt in einer 13.000-Einwohner-Stadt wäre ein außergewöhnliches Verkehrsangebot, das in seiner Wirkung nur schwer abschätzbar ist“, so Doser weiter. Eine Festlegung dieses Taktes wäre daher trotz aufwändiger verkehrsplanerischer Voruntersuchung bei der nächsten Ausschreibung auf zehn Jahre risikobehaftet.

Heike Maas (CSU) sprach sich gegen den 20-Minuten-Takt aus. Es müsse vielmehr alles dafür getan werden, dass die Busse pünktlich sind, die Anbindung an die Kliniken verbessert und die Stadtteile angebunden werden.

„Für eine Stadt wie Wasserburg ist ein 30-Minuten-Takt bereits sehr gut“, sagte Christian Stadler (Bündnis90/Die Grünen) und verwies auf die begrenzten Haushaltsmittel. Gut wäre, bei der nächsten Ausschreibung, mehr Platz für Kinderwägen und Rollstuhlfahrer zu berücksichtigen.

TANJA GEIDOBLER

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