Ludwig Ringlstetter ist seit vielen Jahren als „Hendlbrater“ auf Festen im ganzen Altlandkreis unterwegs
Wenn der Duft von knusprigen, frisch gewürzten Grillhendln über die Volksfeste im Altlandkreis zieht, ist er meistens nicht weit: Ludwig Ringlstetter aus Albaching. Seit mittlerweile 15 Jahren steht der gelernte Koch nun schon am Grill. In der heimischen Volksfest-Szene ist er eine echte Institution – jeder kennt ihn. Doch trotz Hitze, Stress und schwerer Arbeit denkt der bald 66-Jährige noch lange nicht ans Aufhören. Dafür macht ihm der Job einfach noch zu viel Spaß.
„Los geht’s traditionell beim Autoteilemarkt in Mühldorf, gefolgt vom Wasserburger Frühlingsfest“ erzählt Ludwig Ringlstetter. Weiter geht es nach Poing, auf das Mühldorfer Volksfest, zum Haager Herbstfest und zum Ayinger Kirta. Das sind nur einige seiner Stationen. „Besonders wenn es frisch losgeht, macht es riesigen Spaß“, erzählt der Hendlbrater. Aber, bei zehn Tagen am Stück gebe es schon mal einen „Durchhängertag“. Zum Durchatmen folgen dann meist drei bis vier Wochen Ruhepause.

Am schönsten sind für ihn aber die menschlichen Begegnungen: „Wenn keine Reklamationen kommen, sondern sich die Leute einfach bedanken, das ist für mich das größte Lob“, so Ludwig Ringlstetter. Weniger schön seien lange Nachmittage oder extreme Hitze. „Das ist dann schon bestialisch“, erzählt Ludwig Ringlstetter, „am Grill herrschen dann oft Temperaturen von bis zu 70 Grad.“
Auch die Nachwirkungen der Pandemie spürt der Hendlbrater. Seit der Coronazeit gebe es einen rapiden Absatzrückgang von 20 bis 30 Prozent bei den Hendlverkäufen. Eine Erklärung hat er nicht – vermutlich spielen die allgemein gestiegenen Preise eine Rolle. Am Essverhalten liegt es jedenfalls nicht. „Weniger Fleisch essen die Leute auf den Festen nicht, sie lieben ihr Volksfest-Hendl nach wie vor.“ Deutlich spürbar sei hingegen ein anderer Trend: Der Konsum von alkoholfreiem Bier steigt seit Jahren kontinuierlich an.
Trotz aller Veränderungen und der körperlichen Anstrengung ist Aufhören für den fast 66-Jährigen kein Thema. Und die Liebe zum Hendl ist auch privat ungebrochen. Er und seine Frau essen nach wie vor gerne Hendl, wenn auch nicht täglich. „Manchmal bringe ich eins von der Arbeit mit, und am letzten Volksfesttag esse ich traditionell selbst noch gerne eines“, verrät er. Ehefrau Monika fügt an: „Aus den Hendln kann man wunderbar andere Gerichte kochen, zum Beispiel ein Geschnetzeltes.“
Schön findet Ludwig Ringlstetter auch den Zusammenhalt der „Volksfest-Küchen-Familie“ vom Spüler über den Küchenchef bis zur Bedienung . Wenn auf den Festen mal Not am Mann ist, kann er sich auch auf seine eigene Familie verlassen, dann springen kurzerhand seine drei Kinder mit ein.
Diese Woche ist Ludwig Ringlstetter beim Fußballcamp in Albaching im Einsatz. Dort bleibt der Hendlgrill ausnahmsweise kalt. Stattdessen zaubert Ringlstetter für den Nachwuchs Käsespätzle, Pavesen, Currywurst, Nudeln, Salat und frisches Obst als gesunde Beilage.
Trotz des dichten Terminkalenders bleibt noch Zeit für Urlaub, auch wenn sich dieser nach dem Volksfest-Kalender richten muss. Ansonsten erfreut sich Ludwig Ringlstetter an seinem Garten, den Hasen, Meerschweinchen und Hühnern oder er radelt.
Und auch am Tag des Interviews hat Ludwig Ringlstetter nicht frei – der nächste Einsatz wartet bereits, diesmal ist er zum Steckerlfischgrillen gebucht.
TANJA GEIDOBLER
Schaufenster







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