Wasserburg mit 0:2 am Freitagabend - „Legendentreffen“ sorgte für viel Freude
Der TSV 1880 Wasserburg hatte am Freitagabend zum „Legendtreffen“ (Bild oben) geladen und viele ehemalige Spieler waren dem Aufruf gefolgt. Sie alle waren gekommen, um ihre Nachfolger siegen zu sehen, aber daraus wurde nichts. „Die Niederlage geht in Ordnung. Murnau war uns in allen Belangen überlegen“, bekannte Florian Heller nach dem 0:2 gegen den TSV Murnau. Damit kassieren die Innstädter ihre zweite Niederlage in Folge.
Während ihrer schier endlosen Siegesserie von elf Ligaspielen in Folge hätte die Mannschaft von Florian Heller keine einzige dieser sogenannten Legenden gebraucht – am Freitagabend hingegen schon. Gegen eine junge, aber bereits sehr reife Murnauer Elf (Altersschnitt 21 Jahre), die ausgezeichnet spielte, ertappte sich der ein oder andere Fußballrentner dabei, sich selbst in dieses Spiel zu denken. Ein Torhüter, der auch die Unhaltbaren hält, hätte die beiden Murnauer Traumtore verhindert. Mit einem Verteidiger, der in seiner Karriere nie einen entscheidenden Zweikampf verloren hat, wäre der Murnauer Angriffswirbel gestoppt worden.
Ein Mittelfeld-Sheriff hätte den Flaumbartträgern des Gegners derart viel Angst eingejagt, dass die Begegnung garantiert gekippt wäre. Und dann hätte es noch den schlitzohrigen Stürmer gebraucht, der aus keiner Chance ein Tor gemacht hat. Der Vorteil bei ehemaligen Spielern ist zudem der, dass mit jedem Jahr, in dem das Karriereende weiter zurückliegt, sie in der (eigenen) Erinnerung noch besser werden, als sie es jemals waren.
All das hätte es am Freitagabend gebraucht, denn Murnau „hatte eine bessere Ausstrahlung als wir“, wie Heller zugab. Die Spieler von Martin Wagner feierten jeden gewonnenen Zweikampf, woraus sich ergab, dass sie immer mehr davon gewannen. Nach einer stürmischen Anfangsphase der Gäste konnten sich die zu unsauber agierenden Hausherren nach und nach befreien und hatten nach 24 Minuten die Gelegenheit, die Begegnung in ihre Richtung zu lenken. Nach einer Flanke legte Robin Ungerath per Kopf auf Thomas Voglmaier, dessen Abschluss Torhüter Fabio Grund mit einer Glanzparade über die Latte lenkte.
Die daraus resultierende Ecke setzte Danilo Dittrich an den Pfosten (25.). Auf der Gegenseite machte es Felix Lautenbacher bei einer Standardsituation besser und versenkte den Ball sehenswert im Winkel (38.). Im Anschluss hatten die Löwen Glück, dass Lautenbacher zuerst mit einem Weitschuss am Pfosten scheiterte und Fabian Erhard den Abpraller an den anderen Pfosten setzte (43.). Im direkten Gegenzug hatte Wasserburg eine Doppelchance durch Voglmaier und Ungerath, die zweimal in höchster Not geblockt wurden, und die mit einem nicht geahndeten Foul an Michael Barthuber im Strafraum geklärt wurde. Schiedsrichter Marius Heerwagen war nicht nur in dieser Szene dem Spiel nicht ganz gewachsen, vor allem in der Schlussphase sorgte er mit vielen Pfiffen und unnötig langen Unterredungen dafür, dass der ohnehin begrenzte Spielfluss noch mehr unterbrochen wurde.
Aber auch die Löwen waren am Freitagabend nicht bereit für diese Partie. In der gesamten zweiten Halbzeit hatten sie keine einzige nennenswerte Torchance. Die hatte der nach dem Winter noch ungeschlagene TSV Murnau, der in seiner Region den Markt der Jugendspieler dominiert und eine sensationell gute Mannschaft aufgebaut hat, ebenfalls nicht. Dafür spuckten die Drachen in Person von Bastian Adelwart einmal Feuer und erzielten das 2:0. Adelwart hatte sich ab der Mittellinie durchgetankt, Fahrt aufgenommen und aus vollem Lauf ein derartiges Geschoss ins Kreuzeck abgefeuert, dass sogar der Fangzaun hinter dem Tor in Mitleidenschaft gezogen wurde (73.). Mit dem zweiten Traumtor waren die Löwen erlegt. Der einzige Vorteil für die heutige Mannschaft: Wenn sie später einmal selbst „Legenden“ sind, spielen Niederlagen im Gedächtnis keine Rolle mehr oder werden – wie alles andere auch – verklärt.
Wasserburg: Dressler, Biegel, Lindner, Brich, Rauscher (46. Rubio Gonzalez), Stellner (82. Vieregg), Dittrich, Haunolder (60. Kononenko), Barthuber (60. Simeth), Voglmaier (79. Dumitru), Ungerath
Tore: 0:1 Felix Lautenbacher (38.), 0:2 Bastian Adelwart (73.)
Zeitstrafe: Dominik Brich (93.)
Schiedsrichter: Marius Heerwagen (SpVgg Hainsacker)
JAH / Foto: Leo Bauer
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