Bauausschuss beschließt Neugestaltung – Fokus auf Kleinkinder und Naturmaterialien

Der in die Jahre gekommene öffentliche Spielplatz am Heisererplatz in Wasserburg soll noch in diesem Jahr umfassend saniert und neu gestaltet werden. In der gestrigen Sitzung des Bauausschusses stellte das Planungsbüro Landschaftsarchitektur Niederlöhner den Entwurf vor, der insbesondere natürliche Materialien und eine thematische Anlehnung an die Wasserburger Altstadt vorsieht. Trotz einer Kostenschätzung von rund 70.000 Euro herrschte Einigkeit über die Notwendigkeit der Maßnahme. Der Ausschuss verabschiedete die Planung einstimmig, forderte jedoch Nachbesserungen bei Spielgeräten für Kleinstkinder und die Prüfung der Wiederverwendung vorhandener Elemente.

Das Planungsbüro Landschaftsarchitektur Niederlöhner präsentierte dem Gremium eine Gliederung der Fläche in drei Bereiche. Geplant sind unter anderem eine freistehende Bockrutsche mit Rieselbelag sowie eine Kletter-Dach-Landschaft, die in Anlehnung an die mittelalterlichen Häuser der Stadt eine stilisierte Fassadenwand aus Holz erhält. Ein zentraler Treffpunkt mit zwei Bänken und einem Sonnensegel soll zudem als Aufenthaltsbereich dienen. Als Materialien sind vorrangig Robinienstämme, Sand, Findlinge und Riesel eingeplant.

Harald Niederlöhner vom beauftragten Planungsbüro erläuterte die aktuelle Preiskalkulation: „Wir haben Mehrkostenaufwendungen von deutlichen 15 bis 20 % erhalten. Das haben wir hier jetzt als Puffer mit draufgesetzt, weil wir wirklich nicht wissen, wie es weitergeht.“ Die Kosten für die Maßnahme belaufen sich derzeit auf circa 70.000 Euro. Niederlöhner ergänzte, dass die Firmen aufgrund der aktuellen Weltlage – vor allem wegen dem Iran-Krieg – bei den Kalkulationen derzeit sehr vorsichtig agieren würden.

Als „totales Upgrade“, bezeichnete Christian Stadler (Bündnis 90/Die Grünen) die Planung, äußerte jedoch Bedenken hinsichtlich der Altersstruktur. Der Spielplatz sei für Kinder von null bis fünf Jahren konzipiert, die Geräte erschienen jedoch eher für die Obergrenze dieses Bereichs geeignet. Stadler regte an, die bestehende Rutsche und das Wipp-Gerät in Form eines Delfins zu erhalten: „Ich habe mir den Delfin und die Rutsche angeschaut, die sehen eigentlich noch ganz gut aus.“ Er schlug zudem vor, eine Folierung der Rutsche zu prüfen, falls eine Lackierung nicht möglich sei. Zudem forderte er, anstelle eines Maschendrahtzauns einen Holzstaketenzaun zu errichten.

Niederlöhner riet von der Wiederverwendung der alten Rutsche ab, da diese bereits Beschädigungen aufweise: „Da sind an der Seite schon Sachen weggebrochen. Das ist ein bisschen gefährlich.“ Bezüglich der Folierung äußerte er Skepsis: „Ob Folie auf dieser Pulverbeschichtung hält, wage ich fast zu bezweifeln. Das haben wir im Spielplatzbereich noch nie gemacht.“ In Bezug auf den Wipp-Delfin wies er auf die strengen Sicherheitsnormen hin: „Alles, was sich bewegt, braucht viel Platz. Das hat einen Radius von 1,20 m bis 1,30 m.“

Auch Friederike Kayser-Büker (SPD) mahnte ein spezifischeres Angebot für Kleinstkinder an: „Mir war es jetzt auch noch mal ganz wichtig, dass man explizit herausstellt: Wo können Ein- bis Dreijährige hier sinnhaft spielen?“ Elisabeth Fischer (CSU) schloss sich dieser Forderung an und bat darum, eine Kleinigkeit zu finden, „wo man den Ein- oder den Zweijährigen reinsetzen kann.“

Bezüglich der Aufenthaltsqualität im Bereich der Sitzbänke merkte Sepp Christandl (FW Wasserburger-Block) an, dass Rückenlehnen für die Eltern sinnvoll wären. Der Planer entgegnete, dass die lehnenlosen Bänke bewusst so gewählt wurden, um eine Nutzung in beide Blickrichtungen zu ermöglichen und den Bereich auch als Spielfläche zum „Kuchenbacken“ zugänglich zu machen.

Der Ausschuss stimmte dem Entwurf schließlich einstimmig unter der Maßgabe zu, die Wiederverwendung von Rutsche und Delfin sowie die Option einer Folierung fachlich zu prüfen und ein zusätzliches Spielgerät für Kinder unter zwei Jahren in die Planung aufzunehmen.

 

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