Markantes Gemäuer in Kiefersfelden: Voruntersuchungen des Rosenheimer Bauamtes laufen
Sie ist wohl allen Landkreisbürgern, die jemals über die Landstraße (Staatsstraße 2089) von Bayern nach Tirol gefahren oder gegangen sind, ein Begriff: Die markante König-Otto-Kapelle am alten Grenzübergang in Kiefersfelden. Die Planungen zur statischen Instandsetzung der Kapelle kommen weiter voran. Inzwischen konnten Fachplaner gefunden und beauftragt werden. Das Staatliche Bauamt Rosenheim informierte vor Ort die Pfarrei und die Gemeinde über den aktuellen Stand.
Bereits erste Voruntersuchungen hatten ein teils drastisches Schadensbild im Außenbereich der König-Otto-Kapelle belegt. Dies wurde durch die jüngsten geotechnischen Untersuchungen bestätigt. Um das weitere Vorgehen festlegen und den Umfang der Sanierung beziffern zu können, wurden jetzt weitere Voruntersuchungen beauftragt. Dabei handelt es sich um Voruntersuchungen im Zusammenhang mit dem statisch-konstruktiven Zustand des Gebäudes, der Trockenlegung des Sockelgeschosses und der Prüfung der Zugänglichkeit. Dafür finden in den kommenden Wochen Bohrungen und Schürfen statt.
Im Sockelgeschoss der König-Otto-Kapelle sind wegen des drückenden Hangwassers schon mit bloßem Auge deutliche Feuchteschäden erkennbar. Die bauphysikalischen Gegebenheiten werden seit Anfang 2025 mittels Klimamessungen protokolliert. Zusätzlich werden Schäden an der Ziegel- und der Natursteinfassade von einem Steinrestaurator aufgenommen.
Christiane Hüpping ist die zuständige Projektleiterin des Staatlichen Bauamtes Rosenheim: „Eine Kirchensanierung in so markanter Hanglage ist kein leichtes Unterfangen. Umso mehr freut es mich, dass wir nun ein Team aus unterschiedlichsten Fachbereichen – aus der Architektur, der Statik, der Bauphysik, der Geologie und der Vermessung – zusammenstellen konnten. Dieses Team wird nun die notwendigen Maßnahmen zur statischen Sicherung und Wiederbegehbarkeit der König-Otto-Kapelle ermitteln.“
Die König-Otto-Kapelle, direkt an der deutsch-österreichischen Grenze, an der Hangkante des Inntals gelegen, wurde von Ludwig I. zu Ehren der Krönungsreise seines Sohnes nach Griechenland in Auftrag gegeben. Das 1833/34 im neugotischen Stil errichtete Gebäude, mit seiner aufwendig gestalteten Balustrade und der herrschaftlichen Treppenanlage, ist als Einzeldenkmal gelistet.
Aus Sicherheitsgründen sind die Kapelle und ihr Umfeld derzeit nicht öffentlich zugänglich. Dies wird auch vorerst so bleiben müssen, so das Staatliche Bauamt Rosenheim. Sollte die abschließende Bewertung der Standsicherheit des Gebäudes und des angrenzenden Steilhangs positiv ausfallen, kann während der laufenden Sanierungsarbeiten ein eingeschränkter Zugang geschaffen werden. Ziel der Sanierungsarbeiten ist es, die Kapelle wieder vollständig begehbar zu machen. Auch die Möglichkeit, einen barrierearmen Zugang zu schaffen, wird geprüft.
Foto (von links): Christiane Hüpping (Projektleiterin, Staatliches Bauamt Rosenheim), Florian Igl (Architekt), Pfarrer Dr. Hans Huber, Michael Priermeier (Geschäftsleitung, Gemeinde Kiefersfelden), Andreas Steigenberger (Tech. Bauamt, Gemeinde Kiefersfelden), Sebastian Senftleben (Bauamt, Gemeinde Kiefersfelden), Doris Lackerbauer (Behördenleiterin, Staatliches Bauamt Rosenheim), Hajo Gruber (1. Bürgermeister, Gemeinde Kiefersfelden).
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