Konzerterlebnis mit der Stadtkapelle Rosenheim und Gastsängerin Cecilia Roh-Nyqvist

Mit einem abwechslungsreichen und thematisch dicht gewebten Programm eröffnete das Sinfonische Blasorchester der Stadtkapelle Rosenheim (Foto) sein musikalisches Jahr. Unter dem Motto „Ringe” entfaltete sich im Kultur- und Kongresszentrum Rosenheim ein Konzertabend, der von der ersten Note an auf einen gewaltigen Höhepunkt zusteuerte.


Bereits im Foyer wurden die Gäste von den „Musikschlümpfen” musikalisch empfangen. Den Auftakt auf der Bühne gestaltete die Jugendblaskapelle unter Leitung von Peter Weber mit Randall Standridges „Blue Sky Horizon” und einem Medley aus Howard Shores Filmmusik zu „Der Herr der Ringe” – ein stimmungsvoller Einstieg, der die Welt der Ringe öffnete und das Publikum neugierig machte auf das, was noch kommen sollte.

Das Sinfonische Blasorchester übernahm und vertiefte diese Welt mit drei Sätzen aus Johan de Meijs „Symphony No. 1 – The Lord of the Rings”. Musik, die nicht aus dem Kino stammt, sondern direkt aus Tolkiens Büchern destilliert wurde – dunkel, vielschichtig, von wachsender Dringlichkeit.

Dirigent Peter Weber formte die Sätze mit sicherer Hand und feinem Gespür für Dramaturgie: die Spannung wuchs organisch, kein Effekt wirkte aufgesetzt, jede Steigerung saß.

Das Orchester folgte ihm mit Präzision und Hingabe und zog das Publikum tiefer in eine Klangwelt, in der Schatten und Licht miteinander rangen.

Und dann: „Angels in the Architecture”. Was Frank Ticheli als sinfonischen Kampf zwischen Gut und Böse angelegt hat, entfaltete im KuKo seine volle, überwältigende
Wucht. Weber trieb das Orchester mit unerbittlicher Energie voran – die dunklen Kräfte brandeten auf, drängend und kompromisslos, das Blech donnerte, die Perkussion hämmerte.

Und mittendrin, wie ein Lichtstrahl durch Sturmwolken: Die Stimme von Gastsängerin Cecilia Roh-Nyqvist (Foto). Ihr Engelsgesang durchdrang den Saal mit einer Strahlkraft, die den Atem stocken ließ. In diesem Moment hielt Weber beide Welten in der Hand – die tosende Gewalt des Orchesters und die leuchtende Reinheit der Solostimme – und ließ sie aufeinanderprallen, bis der Jubel des Publikums keinen Zweifel ließ: Dies war der Abend.

Nach der Pause brachten die „Musikschlümpfe“ unter Leitung von Anian Feyrer mit Johnny Cashs „Ring of Fire” die Leichtigkeit zurück – und ernteten dafür begeisterten Applaus.

Das Sinfonische Blasorchester rundete den Abend festlich ab: John Williams’ „Olympic Fanfare and Theme”, das spritzige „Fantasy Tales” von Piet Swerts und das mitreißende „Riverdance” sorgten für schwungvolle Stimmung, ehe „Wedding Dance” von Jacques Press den thematischen Ring des Abends schloss.

Den letzten, unvergesslichen Ton setzte die Zugabe „May It Be” – wieder mit Cecilia Roh Nyqvist, deren Stimme den Abend so gekrönt hatte, wie kaum etwas sonst.

Die Stadtkapelle Rosenheim dankt der Stadt Rosenheim für die Unterstützung,
die solche Konzert-Erlebnisse möglich macht.

Fotos: Stadtkapelle Rosenheim / Anja Wachsmann

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