Großer Landfrauen-Tag heute in Rott: Fröhlich mit Optimismus und der Ex-Regionalbischöfin
Sie war die Regionalbischöfin von München und Oberbayern und sie war die erste Frau, die ein bischöfliches Amt in Bayern bekleidete: Susanne Breit-Keßler, die am heutigen Donnerstag die Festrednerin beim großen Landfrauen-Tag 2026 beim Stechl-Wirt in Rott war. Bekannt auch zum Beispiel vom Wort zum Sonntag aus der ARD. „Ist Demokratie noch zeitgemäß?“ So lautete er Thema – nach einem feierlichen Gottesdienst in der Rotter Pfarrkirche, den Hannelore Maurer ganz wunderbar zelebriert hatte.
Unser Bild oben zeigt von links Susanne Breit-Keßler mit der stellvertretenden Kreisbäuerin Maria Fischbacher und mit Kreisbäuerin Katharina Kern in Rott.
Fotos: Renate Drax
Zunehmende gesellschaftliche und politische Herausforderungen stellen unser demokratisches System auf die Probe. Warum ist eine zunehmende Politikverdrossenheit in der Bevölkerung zu spüren? Was genau bedeutet Demokratie in unserem Alltag?
Warum ist gerade in herausfordernden Zeiten politische Mitbestimmung in Gemeinden und Vereinen so wichtig? Anhand von Beispielen aus dem ländlichen Raum zeigte Susanne Breit-Keßler anschaulich und kurzweilig am Mikro auf (Foto unten), warum Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist.
Und auch, dass Demokratie keine gute Alternative habe.
Die Frauen und kluge Männer müssten sich zusammentun – Einigkeit und Recht und Freiheit. Genau darum gehe es – im Kleinen und im Großen. Auf dem Land und in der Welt.
Eine Landfrau zu sein, das sei in ihren Augen einer der anspruchvollsten Berufe überhaupt. Die Bevölkerung müsse verstehen, dass genau sie für die Mittel zum Leben sorgen – die Lebensmittel. „Ich ziehe meinen Hut vor Ihnen“, sagte Susanne Breit-Keßler mit Blick auf die Frauen im Saal.
Füreinander da zu sein, das sei der Wurzelstock einer Demokratie. Die frühere Regionalbischöfin forderte dazu auf, die Chance für beide Seiten zu ergreifen – der Welt gegenüber offen zu sein – verbunden mit der Heimatliebe für dort, wo man wohne und lebe.
Ja, Demokratie sei Mühe.
Demokratie lebe aber auch davon, lebendig zu sein, fröhlich, optimistisch …
„Sie sind ein kostbarer Bestandteil unseres Landes. Vergelt’s Gott dafür“ schloss sie ihren Festvortrag. Mit viel Applaus der Anwesenden als Dankeschön.
Kreisbäuerin Katharina Kern (Foto unten) strahlte beim Blick in den vollbesetzten Saal beim Stechl-Wirt in Rott: „Heute ist unser Tag – der Tag der Landfrauen. Wie schön, dass so viele teilnehmen.“ Fleiß, Verlässlichkeit und Verantwortung – vor allem für eine ausgewogene Ernährung in der Heimat mit regionalen Produkten – das alles zeichne die Landfrau aus. Es gelte, das Bild der Landfrau sichtbar zu machen. zu zeigen, dass starke Frauen eine starke Landwirtschaft möglich machen.
Sie bedankte sich auch bei der Kreisvorstandschaft für die stets gute Zusammenarbeit – allen voran bei Kreisobmann Sepp Andres.
Katharina Kern verwies aber auch auf die so herausfordernden Zeiten aktuell – in der Welt und auch vor der Haustüre. Hier nannte sie die überbordende Bürokratie und den Wunsch nach mehr Selbstverantwortung. „Mia hams doch glernt“ rief sie der Politik zu. Auch der Flächenverbrauch liegt ihr am Herzen: Schonender heiße es, damit umzugehen, so ihr Appell ans Umdenken. Ausgleichsflächen könne man sich nicht mehr leisten.
Abschließend betonte sie in ihrer Begrüßungsansprache, dass es JEDEN landwirtschaftlichen Betrieb brauche … Und zum Glück sei genau dies vor allen nach Corona mehr ins Blickfeld der Menschen geraten, als die Regale plötzlich leer waren.
Ihr besonderer Dank galt der Sparkasse, die heute Kaffee und Kuchen für die anwesenden Landfrauen großzügig mitfinanziert habe.
Kreisobmann Sepp Andres (Foto) aus der Gemeinde Pfaffing wiederum dankte seinerseits dem Kreisvorstand und auch Kreisbäuerin Katharina Kern für die gemeinsame Arbeit im Namen der Landwirtschaft.
Den Bäuerinnen brachte er seine große Wertschätzung deutlich spürbar entgegen: Sie seien es, bei denen alle Fäden zusammenlaufen würden.
Der stellvertretende Landrat Josef Huber (Foto oben) aus Babensham hatte heute einen seiner wohl letzten offiziellen Amtsauftritte am Rednerpult vor seinem Abschied (wir berichteten): Auf das Thema des Tages – die Demokratie – eingehend – sagte er, vielleicht wisse man gar nimmer, was man mit der Demokratie habe hier im Land. So groß, wie ihm die Unzufriedenheit der Menschen vorkomme …
Aber Optimismus sei so wichtig. Und genau dafür seien die Landfrauen Tag für Tag das beste Beispiel, wie sie alles meistern. „Kämpfen Sie für die Zukunft Ihrer Höfe“, rief er den Frauen zu.
Der Rotter bisherige und auch neue Bürgermeister – Daniel Wendrock (Foto) – freute sich, dass die Landfrauen des Kreisgebietes wieder den Weg nach Rott gefunden haben für ihren großen Ehrentag: „Weil’s bei uns so schön ist – und deshalb wünsche ich Ihnen allen einen wunderbaren Tag mit guten Gesprächen …“
Kreisbäuerin Katharina Kern antwortete schlagfertig: „Ja, mia keman gern nach Rott, weil’s wirkle schee is hier – und aa de Kirch is so schee. Und noch scheener is ois, wenn da Bürgermoasta de kommunale Verkehrsüberwachung zruckpfeift heid und mia koan Strafzettel griagn beim Parken …“
Sie nahmen stellvertretend heute in Rott die Ehrung für insgesamt 22 junge Frauen entgegen, die 2025 in der Region Rosenheim den Meister in Hauswirtschaft geschafft haben:
Magdalena Graf (links) und Magdalena Kalz (rechts) …
Foto: Annemarie Krieger
Die rührige Kreisvorstandschaft der Landfrauen im Raum Rosenheim (hier in einer Aufnahme aus dem Sommer) von links:
Irmgard Inninger, Sabine Gaßner, Magdalena Baumgartner, Kreisbäuerin Katharina Kern, die stellvertretende Kreisbäuerin Maria Fischbacher, Maria Riepertinger und Maria Bichler.
In ihrem Festvortrag hatte Susanne Breit-Keßler heute in Rott diesen Songtext von Max Raabe für die Landfrauen zitiert – a bissal was zum Schmunzeln:
Für Frauen ist das kein Problem
Ein Mann braucht einen Plan Damit fängt es an Doch will man es genau Dann fragt man eine Frau.
Sie wissen, wo die Schlüssel liegen Wo sie günstig Schuhe kriegen Haben immer Überraschungen im Schrank Sind Chefin beim Sozialgericht Kennen ihr Idealgewicht Obwohl sie immer frieren, sind sie kaum krank Geld überweisen, Kühlschrank enteisen Aktien verkaufen, Marathon laufen Zeitgleich verschicken sie eine Mail Taxis anwinken, im Dunkeln schminken, Promovieren, kurz die Nerven verlieren Das alles können sie parallel.
Für Frauen ist das kein Problem Sowas machen sie mit links Im Sitzen, Liegen oder Stehen Meistens gelingt’s Wenn ich’s doch sage Für Frauen ist das kein Problem Geheimnisse kriegen sie raus Für alles haben sie eine Creme Und sehen immer gut aus Gar keine Frage.
Sie schwingen Reden im Parlament Reiten durch den Orient Und leiten eine Raumstation im All Zähmen Tiger, werfen Messer Wissen immer alles besser Holen im Frauenfußball den Pokal Schlaflied singen, Fallschirm springen Gewichte heben, Pflaster kleben In Turnschuhen oder auf Plateau Männer verführen, bestellen und stornieren Tanzen nachts bis es kracht Und morgens sowieso Bauch-Beine-Po.
Für Frauen ist das kein Problem Sowas machen sie mit links Im Sitzen Liegen oder Stehen Meistens gelingt’s Wenn ich’s doch sage Für Frauen ist das kein Problem Geheimnisse kriegen sie raus Für alles haben sie eine Creme Und sehen immer gut aus Gar keine Frage.
Weitere Eindrücke vom heutigen Landfrauen-Tag in Rott
Foto: Annemarie Krieger
Auch ein paar Männer waren im Saal – darunter einige Bürgermeister aus dem Landkreis …
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