Michael Kölbl blickt zurück auf seine Amtszeit und freut sich auf den Ruhestand

Noch bis 30. April ist für Michael Kölbl das Wasserburger Rathaus sein Arbeitsplatz, ab 1. Mai übernimmt sein gewählter Nachfolger, Bastian Wernthaler. Es sind noch ein paar Wochen, Zeit, um zurückzublicken und auch nach vorne zu schauen. Im Gespräch mit der Wasserburger Stimme berichtet der scheidende Rathaus-Chef von den Veränderungen, Herausforderungen und schönen Momenten.

In 24 Jahren habe sich viel verändert, sehr stolz zeigt sich Michael Kölbl darauf, wie bunt und quirlig Wasserburg inzwischen sei. „Sehr positiv“ sei die Entwicklung, Wasserburg biete viele Arbeitsplätze und ist ein guter Wirtschaftsstandort. Viele Vereine, Kulturangebote und Feste tragen zu einem bunten Gemeinschaftsleben bei. Positiv hob Kölbl auch den Kita-Ausbau hervor.

Geändert habe sich auch die Arbeit im Stadtrat, die er als stets sehr konstruktiv und sachlich beschreibt. „Heute ist alles durch die Digitalisierung so viel schnelllebiger, früher war eine Antwort auf einen Brief oder eine E-Mail nach zwei Wochen schnell, heute werde bereits nach Stunden nachgefragt“, so Kölbl schmunzelnd. Dies sei eine große Herausforderung, sowohl für den Stadtrat als auch die Verwaltung geworden. Auch werde der Umgang mit Kritik immer schwieriger, da diese oft anonym, unpersönlich und unsachlich vorgebracht werde.

24 Jahre – unzählige Projekte wurden umgesetzt und auf den Weg gebracht. Michael Kölbl erinnert sich an seine Anfangszeit, hier war eines der großen Projekte der Umbau der Ledererzeile. Ein großes Dauerprojekt ist die Neustrukturierung der Entwässerungssituation in Attel-Reitmehring. Als größtes Einzelvorhaben bezeichnet der Rathaus-Chef die Sanierung der Mittelschule. Auch derzeit stehe ein großes Bauvorhaben an – der Neubau des Feuerwehrhauses.

Und, auch wenn es eigentlich ein Thema des Bundes sei, so habe ihn das Thema „Bahnübergang in Reitmehring“ nahezu die ganze Amtszeit beschäftigt. „Ich hoffe sehr, dass in der kommenden Wahlperiode die Umsetzung erfolgt“.

An was erinnert sich Michael Kölbl gerne zurück? Hier nennt der scheidende Bürgermeister als erstes die Gespräche mit den Bürgern und die immer so gute Zusammenarbeit mit seinem Vorzimmer und den Mitarbeitern im Rathaus. Er schätze dies sehr und fügt an „ich bin einfach ein Teamplayer“. Dies werde auch das sein, was er am meisten vermissen werde.

Als „Highlight“ seiner Amtszeit bezeichnete Kölbl die Gespräche, die dazu führten, dass die Burg wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnte. „Zu Wasserburg gehört die Burg und die Zugänglichkeit war immer ein Wunsch von mir.“

Aber wo viel Licht ist, gebe es natürlich auch nicht so schöne Momente. Besonders herausfordernd war das Hochwasser von 2005, das schlimmste seit 1826. Man sei nur Zentimeter an der absoluten Katastrophe, einer Überschwemmung der Altstadt, vorbeigeschrammt. Danach wurden Verbesserungen zum Hochwasserschutz vorgenommen, welche, so Kölbl, gut gelungen seien.

Einen großen Einfluss hatte und hat bis heute die Corona-Pandemie. Die Gesellschaft wurde individualisiert, der damals neu gewählte Stadtrat konnte sich nicht richtig zusammenfinden, erst zwei Jahre später. Auch führt Kölbl die Nachwuchsprobleme in Vereinen auf diese Zeit zurück.

Die Energiekrise während dem Ukraine-Krieg war ebenfalls eine schwierige Zeit für Wasserburg. „Ich hoffe sehr, dass die derzeitige Nahostkrise nicht ähnliche Ausmaße annimmt“.

Ab 1. Mai übernimmt nun Kölbls „Wunschkandidat“, Bastian Wernthaler, das Bürgermeisteramt – „ein Nachfolger bei dem die Chemie miteinander stimmt und ein wechselseitiges Vertrauensverhältnis besteht“.

Auf den Nachfolger warten viele Herausforderungen und Pflichtaufgaben – der Wertstoffhof, das neue Feuerwehrhaus, die Kläranlage/Biologie und die Erweiterung der Grundschule. Diese Maßnahmen seien bereits umsetzungsreif und gut vorbereitet.

Seinem Nachfolger wünscht Michael Kölbl viel Geduld, eine glückliche Hand und die Fähigkeit, den rechten Zeitpunkt am rechten Ort zu erkennen. Sehr wichtig sei außerdem viel Gesundheit.

Wie fühlt es sich an, nach 42 Jahren als Kommunalpolitiker, 24 Jahre als Bürgermeister und 18 Jahre als Stadtrat, nun plötzlich loszulassen? „Es fällt mir nicht schwer, der Zeitpunkt passt“, erklärt Michael Kölbl und ergänzt „Demokratie lebt vom Wechsel“. Erleichtern werden ihm den Gang in den Ruhestand seine vier kleinen Enkelkinder, die sich schon auf viel „Opa-Zeit“ freuen. Selbst bestimmte Zeit, keinen vollen Terminkalender mehr und Zeit für Familie, Freunde und Hobbys wie schwimmen, radeln oder walken – die Vorfreude wächst. Einen großen Dank richtet Michael Kölbl an seine Frau Margarete, die ihm stets den Rücken freigehalten habe.

„Es war mir eine Ehre, ich freue mich jetzt auf hoffentlich viele Jahre bei guter Gesundheit.“

TANJA GEIDOBLER

Bilder einer Amtszeit … 

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