Gemeinderat Pfaffing lehnte gestern Windräder im Trinkwasser-Schutzgebiet ab
Es soll konkreter werden zum Thema Windenergie: Der Planungsausschuss des Regionalen Planungsverbandes Südostoberbayern hat in seiner Sitzung am 25.11.2025 die Einleitung des zweiten Beteiligungsverfahrens dazu beschlossen. Mit dieser Fortschreibung sollen die Festlegungen zur Windenergie-Nutzung im Regionalplan neu gefasst werden. Im vergangenen Mai hatte der Gemeinderat zum Thema Windenergie schon Beschlüsse gefasst (wir berichteten). Nun hieß es am gestrigen Abend erneut, über die aktuelle Planungs-Situation zu beraten.
Ein Beschluss der Pfaffinger über das Vorranggebiet im Bereich des Trinkwasserschutzgebiets sei zum Teil beachtet worden. Die südlich der Kreisstraße befindliche Vorrangfläche sei im Süden reduziert worden. Die restlichen Flächen, auch auf der Nordseite der Kreisstraße, seien aber wie gehabt belassen worden. Die Fassungsbereich der Trinkwasser-Brunnen Pfaffing seien somit immer noch im Vorranggebiet.
Das Bild unten zeigt die Beschreibung der oben in der Karte eingezeichneten Flächen …
Grundsätzlich heißt es im Beteiligungsverfahren, dass man nur zu den geänderten Punkten Stellung nehme darf. Es ging gestern konkret darum: Wenn der Pfaffinger Gemeinderat keine Vorrangflächen haben möchte, dann sollte man dies aber explizit nochmals fordern – nach dem Motto: Eine sichere Trinkwasser-Gewinnung müsse Vorrang vor Windkraftanlagen haben, schickte Bürgermeister Josef Niedermeier der Diskussion voraus gestern Abend.
Die Durchführung von Baumaßnahmen innerhalb eines Trinkwasserschutzgebietes seien mit hohen Auflagen zur Sicherung des Trinkwassers verbunden. Trotzdem sollte man mit dem wertvollen Gut „Trinkwasser“ nicht allzu leichtfertig umgehen, war die Gemeindeverwaltung überzeugt.
Der Planungsverband gehe hier bei seinen Unterlagen – aus Sicht der Pfaffinger Gemeindeverwaltung – zudem nur oberflächlich auf die Tatsache „Wasserschutzgebiet“ ein.
So lautet die Flächen-Forderung für Windenergie-Anlagen seitens des Gesetzgebers:
Bis 31. Dezember 2027 1,1 Prozent der Gemeindefläche (Regionsfläche) und
Bis 31. Dezember 2032 1,8 Prozent der Gemeindefläche (Regionsfläche).
Trotz Streichung der Forst-Bereiche Richtung Edling (siehe die beiden dunklen Flächen im Foto) aus den Vorrang-Gebietsflächen würde die Gemeinde Pfaffing die Flächenforderung von 1,8 Prozent bis Ende 2032 erfüllen.
ÜWG-Gemeinderat Tobias Forstner fand mit Blick auf die im Plan genannten Flächen der Filzen, dass aber auch die Moorflächen schützenswert seien … Man müsse abwarten, ob da wirklich reingebaut werde, sagte Bürgermeister Niedermeier. Es gebe auch noch andere Flächen in der weiteren Region mit besseren Windverhältnissen. In Pfaffing müssten Windräder ja extrem hoch werden, um effektiv zu sein.
Nach kurzer Diskussion lehnte der Gemeinderat Pfaffing alle Vorrangflächen innerhalb des Trinkwasser-Schutzgebietes einstimmig ab. Vor dem Schutzgut Trinkwasser könne Windenergie keinen Vorrang haben.
Oder mit anderen Worten: Das Schutzgut Trinkwasser-Ressourcen stehe eindeutig über dem öffentlichen und wirtschaftlichen Interessen an erneuerbaren Energien. Mit dem Gut Trinkwasser spiele man nicht, hieß es abschließend in Pfaffing.
Schaufenster




Die Pfaffinger nehmen ihre Daseinsvorsorge ernst.
Windradflügel bestehen aus Verbundstoffen – die sogenannten PFAS – d.h. aus nicht abbaubaren Kunststoffverbindungen, deren Abrieb im Boden landet und somit im Trinkwasser.
Später würde man sagen, die Geister, die ich rief …
Das ist NICHTS gegen die Massen an Mikroplastik etc. durch den Straßenverkehr auf der ganzen Welt.
Und dann?? Wollen sie den Straßenverkehr auf der ganzen Welt abschaffen…?
Was ist denn das für eine „windige“ Aussage?
Der @Windradskeptiker hat völlig recht! 👍
Nein, das tun sie nicht in nenneswertem Umfang. PFAS werden aber z.B. in Pestiziden eingesetzt, die in steigendem Umfang in der Landwirtschaft verwendet werden. Da ist der Weg ins Grundwasser nicht sehr weit. Und wenn Sie Ihre Funktionsjacke waschen, gelangen PFAS über die Kläranlage in einen Vorfluter und von dort ins Grundwasser.