Inklusion im Herzen der Stadt

Wasserburg: Neubau eines Behindertenwohnheims am Busbahnhof

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IMG_6748Spatenstich am Busbahnhof: Der Baubeginn des neuen Wohnheims und Förderstätte für Menschen mit Behinderung wurde heute im Beisammensein von allen am Bau Beteiligten und zukünftigen Bewohnern gefeiert. Mit dabei: Josef Brandl, Geschäftsführer der GWG (Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft), Bürgermeister Michael Kölbl, sowie die Vorsitzenden der Stiftung Attl, Franz Hartl und Friedrich Seipel. In drei Jahren Planung und Ausarbeitung hatten sich die Stadt, die GWG und die Stiftung auf den Bau eines dreistöckigen Wohnheims, in dessen Erdgeschoss eine Förderstätte eingerichtet werden soll, geeinigt. Nach der Begrüßung und dem obligatorisch gemeinsamen Spatenstich (Foto) bauten die Gäste aus Attl eine farbige Mauer – als Symbol der Gemeinschaft …

Nach Beendigung der Baumaßnahmen soll das Wohnheim Platz für 24 Einzelbettzimmer und 15 Plätze in der Förderstätte bieten. Die GWG kaufte der Stadt den Baugrund ab. Die Stiftung Attl mietete das Wohnheim für die nächsten 25 Jahre. Insgesamt entstehen Kosten in Höhe von vier Millionen Euro. Davon werden 2,5 Millionen Euro über ein Darlehen der Oberbayerischen Regierung finanziert.

Roman Dienersberger, Sachgebietsleiter Wohnungswesen der Regierung von Oberbayern, würdigte das Pilotprojekt als Beispiel der korrekten Umsetzung der UN-Vorhaben zur Inklusion, dem Zusammenleben von behinderten und nicht behinderten Menschen, und der einmaligen Zusammenarbeit zwischen Stadt, GWG und der Stiftung Attl. Er hofft, dass nach gutem Gelingen Folgeprojekte entstehen werden.

Auch Michael Kölbl freute sich über die Integration der Attler „Zweigstelle” in die Wasserburger Innenstadt und verkündete eine weitere Unterstützung aus der Heiliggeistspital-Stiftung Wasserburg in Höhe von 50.000 Euro.

Außer den oben genannten waren unter anderem auch Rupert Ober, ein Bereichsleiter der Stiftung, der Dritte Bürgermeister Otto Zwiefelhofer und Gerhard Holzner vom ausführenden Bauunternehmen Palitza anwesend. DPH

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4 Gedanken zu „Inklusion im Herzen der Stadt

  1. Konfessionslos

    Naja, eine wirkliche Inklusion ist dann geschafft, wenn es eben keine Wohnheime und keine Werkstätten/Förderstätten für Menschen mit Beeinträchtigung gibt, natürlich muss man hier wohl eine Ausnahme für schwerste Behinderung machen. Aber Inklusion bedeutet im Grunde eben, dass es keine speziellen Wohn- oder Arbeitseinrichtungen mehr gibt, sondern die Menschen in „normalen“ Wohnungen leben und einer Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt nachgehen. Deutschland ist da leider noch sehr weit zurück im Vergleich zu den Niederlanden oder Österreich. Aber der Bau des Hauses in der City ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung, wünschenswert wäre es aber, wenn die Stiftung Attl die Religionsfreiheit ihrer Mitarbeiter zulassen würde!

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    1. Rupert Martl

      Die Stiftung Attl läßt ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Religionsfreiheit! Das bedeutet, die Freiheit, sich zwischen verschiedenen Religionen und Glaubensbekenntnissen zu entscheiden, besser noch, sich entschieden gehabt zu haben. Nicht ganz so einfach ist es aber, sich für die Freiheit von Religion zu entscheiden, ich kenne aber mindestens zwei „Attler“, die keiner Konfession angehören. Das hat zwar mit dem ursprünglichen Thema nichts zu tun, aber ich habe ja auch nur auf deinen letzten Satz reagiert.

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  2. Konfessionslos

    Soweit ich weiss, steht in den Stellenausschreibungen geschrieben, dass man einer Konfession angehören muss, so was überhaupt in einer Stellenausschreibung zu formulieren, ist extrem diskriminierend und eigentlich durch das „Anti-Diskriminierungs-Gesetz“ verboten. Zudem ist Scheidung anscheinend ein Kündigungsgrund, was ein so tiefer Eingriff in das Privatleben ist, dass einem nur noch schlecht werden kann! Ja, es arbeiten wohl auch Menschen ohne Konfession in der Stiftung, ich habe aber auch bereits mitbekommen, dass solchen Leuten sehr nahe gelegt wird, sich taufen zu lassen. Durch die Skandale aus der Vergangenheit, welche häufig in christlichen Einrichtungen stattgefunden haben, hat eine Kirche auch jeden Anspruch verspiel, zu argumentieren, dass man ein christliches Menschenbild vertreten müsste, um sich Menschen würdig verhalten zu können. Wie geht die Stiftung Attl beispielsweise mit homosexuellen Betreuten um ?
    Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass auch Menschen mit Behinderung eine Möglichkeit haben, eine Betreuung zu genießen, die nicht unter dem Dogma einer Kirche oder einer starren pädagogischen Leitlinie steht.

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  3. Konfessionslos

    PS: Unter Religionsfreiheit verstehe ich eben auch die Freiheit von Religion, wir Leben im Jahr 2014, da ist man als Atheist kein Barbar mehr und ich finde, man kann nicht von Mitarbeitern verlangen, einer Organisation anzugehören, die Homosexualität als Krankheit ansieht oder Frauen von vorn herein gewisse Positionen in ihren Reihen verwehrt. Zudem vermisse ich gerade bei der katholischen Kirche den selbstkritischen Umgang!

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