Bahnübergang: „Viele Stolpersteine“

Straßenbauamt zur B304 in Reitmehring: „Haben über 100 Einwendungen erhalten"

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Der Bahnübergang an der B304 bei Reitmehring – sein kreuzungsfreier Umbau könnte sich zu einem ähnlich langwierigen Projekt entwickeln wie der Berliner Großflughafen „BER“. Seit einem Jahr bereitet das Straßenbauamt Rosenheim die Einwendungen gegen die Baumaßnahme jetzt auf. Ein Ende ist so schnell nicht in Sicht. Kein Wunder, denn: „Wir haben im Zuge des Planfeststellungsverfahrens letzten Sommer von Beteiligten und Anliegern über 100 Stellungnahmen erhalten. Das kann noch bis zum Herbst dauern, bis wir das rechtlich alles aufgearbeitet haben“, so Christian Rehm, Chef des Rosenheimer Straßenbauamtes.

In der Hauptsache hätten sich vier größere „Baustellen“ aufgetan, so Rehm. Zum einen habe natürlich die Südostbayernbahn klare Vorstellungen, wie der Brückenbau auszusehen habe. Es gehe um eine mögliche Elektrifizierung. Zum anderen gebe es zahlreiche Einwendungen in Sachen Lärmschutz, unter anderem von der Stadt Wasserburg. Die hatte  – wie berichtet – alleine schon 18 Änderungswünsche eingebracht.

Rehm weiter: „Natürlich hat sich auch die Untere Naturschutzbehörde zu Wort gemeldet. Wir haben da zahlreiche Details beim Eingriff in die Natur zu berücksichtigen.“ Auch hätten zahlreiche Anlieger ihre Bedenken geäußert. „Das geht bei einigen bis in den Bereich der Existenzgefährdung hinein.“ Alles zusammen ergebe eine große  Anzahl an Stolpersteinen.

Der Chef des Straßenbauamt ist sich sicher, dass man alles bis zum Herbst für den Entscheidungsträger, die Regierung von Oberbayern, aufgearbeitet habe. „Wir müssen vorher aber alle rechtlichen Aspekte prüfen und abwägen.“ Frühestens 2018 könnte dann der erste Erörterungstermin stattfinden. Und wann rücken die Bagger an? „Da auch nur annähernd ein Jahr oder Datum zu nennen, das wäre unseriös“, so Rehm.

Bürgermeister Michael Kölbl, der sich vergangene Woche mit dem Leiter des Straßenbauamtes zum Thema B304 in Reitmehring getroffen hatte, stellte in diesem Zusammenhang nochmals klar: „Das Tempo der Planungen können wir leider nicht beeinflussen. An den absolut notwendigen Einwendungen der Stadt liegt es sicher nicht, dass die ganze Sache solange dauert.“ HC

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9 Gedanken zu „Bahnübergang: „Viele Stolpersteine“

  1. Seit fast 20 Jahren verfolge ich das geschehen um den Bahnübergang und habe mich mit vielen Kollegen gesprochen alle sind der selben Meinung
    das die Stadt gar nicht vorhat etwas zu ändern. Als Kraftfahrer hab erlebt wie schnell man in anderen Gegenden sich einig ist und gebaut wird. Ein beispiel B15 bei Pfaffenhofen seit einen dreiviertel Jahr geht nichts weiter.
    Es ist traurig wenn man sieht wie so was geplant wird. So werden die Kosten
    hoch getrieben.

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    1. Altwasserburger

      Das wirklich traurige ist, dass das Problem seit 30 Jahren aus der Welt sein könnte, im Zuge der Umgehungsstraße von Wasserburg. Aber damals wurde die Lösung für Reitmehring systematisch verhindert.

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      1. Lieber Altwasserburger, wer hat hier was verhindert? Weil es eine Bürgerinitiative Betroffener gab, haben die Straßenplaner die Reitmehring Umfahrung abgekoppelt und nach dem Bau der Wasserburger Umgehungsstraße nicht wieder weitergeführt. Es gab über die damals geplante Variante quer durch Reitmehring mit einer Riesenbrücke kein Planfeststellungsverfahren. Wenn sich einer der Gscheidhanseln wirklich die Mühe macht die jetzige Planung genauer anzuschauen, wird er schnell merken daß die Planung verbesserungswürdig ist. Das braucht halt leider Zeit.

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  2. Sehr interessant.denn genauso erlebe ich es auch.von einem „insider“ habe ich erfahren,dass dieses Projekt niemals zustande kommen wird. Lasst uns gespannt sein und abwarten.

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    1. Ja, was der Freund des Freundes, des Freundes, des Schwagers der Freudin so alles weiß…
      Der wusste bestimmt auch, dass die A94 nach schier unendlicher Geschichte dann doch über Dorfen erweitert wird oder?

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  3. Ja, klar dass manche Anlieger gar auf „Existenzgefährdung“ klagen, um möglichst viel rauszuholen! So was beschäftigt die Justiz halt.
    Weitaus existenzgefährdender empfände ich als Anwohner die zig Tonnen an CO2 und anderen Schadstoffen, die jährlich von den an der Schranke wartenden Autos rausgeblasen werden.
    Vielleicht mal mit einer Klage auf Körperverletzung probieren?

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    1. Hallo Checker, die Idee ist gut, die Frage ist nur wenn wollen sie verklagen?

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    2. Ich finde, so pauschal und abwertend darf man das mit den Existenzgefährungsklagen nicht abtun – schon gar nicht ohne nähere Kenntnis darüber, wer mit welcher Begründung seine Existenz gefährdet sieht (bin selbst kein Betroffener und kenne diese Hintergründe deshalb auch nicht). Auf jeden Fall ist die geplante Maßnahme ein massiver Eingriff in die Struktur Reitmehrings. Dass es dabei nicht nur Gewinner geben kann, versteht sich von selbst. Es zeichnet unseren Rechtsstaat aus, dass bei solchen Projekten auch die berechtigten Interessen Einzelner berücksichtigt und kompensiert werden müssen und nicht nur der Wunsch der breiten Mehrheit nach schneller Autofahrt von A nach B zählt. Das kann man freilich mühsam oder unangenehm finden und die Enttäuschung Vieler über die schier endlose Planungszeit ist auch verständlich. Wem das jedoch alles zu viel des Guten ist und wer Infrastrukturprojekte gerne ohne Rücksicht auf Verluste Einzelner durchgezogen sehen möchte, dem sei ein Wohnortwechsel nach China oder Nordkorea nahegelegt.

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  4. Dann überhole halt die Schlange schon ab Staudham.

    Dann ist zumindest das Co2 von deiner Kiste schon mal eingespart.

    Machen eh einige sehr gerne.

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