Wenn Jugendliche straffällig werden

Infos von Bastian Wernthaler, dem Rechtsexperten der Wasserburger Stimme

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PR – „Erst mit 14 Jahren werden Kinder strafmündig und können strafrechtlich belangt werden. Der Gesetzgeber hat richtigerweise erkannt, dass junge Täter zwischen 14 und 20 Jahren anders zu behandeln sind als Erwachsene. Es wurde daher das Jugendstrafrecht geschaffen. Dieses ist bei minderjährigen Tätern immer anzuwenden, bei Tätern zwischen 18 und 20 Jahren dann, wenn sie aufgrund ihres Lebenslaufs und ihrer Reife noch wie Jugendliche zu behandeln sind“, weiß Rechtsanwalt Bastian Wernthaler aus Wasserburg.

Ziel des Jugendstrafrechts sei es, erneuten Straftaten der Jugendlichen entgegenzuwirken. Anders als bei Erwachsenen gehe es weniger um Bestrafung oder den Schutz der Bevölkerung vor dem Täter, vielmehr stehe im Jugendstrafrecht der Erziehungsgedanke im Vordergrund. Wernthaler: „An Jugendstrafverfahren wird daher immer die Jugendgerichtshilfe beteiligt. Diese wichtige Institution spricht ausführlich mit dem Jugendlichen, berichtet dem Gericht über dessen Leben und macht Vorschläge, welche Folgen die Tat haben soll.“

Der Rechtsanwalt weiter: „Für Jugendliche sind alle Handlungen strafbar, die auch für Erwachsene strafbar sind. Der Unterschied liegt in der Form der Bestrafung. Während Erwachsene mit Haft- oder Geldstrafen bestraft werden, sieht das Jugendstrafrecht hauptsächlich Strafen vor, die sich an erzieherischen Aspekten orientieren. Typisch sind Ermahnungen, Auflagen, Arreste oder auch gemeinnützige Arbeit. Es kann aber auch eine Jugendstrafe verhängt werden. Bis zu zehn Jahre Haft in einer spezielle Jugendanstalt können die Gerichte bei schweren Straftaten verhängen.“

Die Verteidigung eines Jugendlichen sei eine Aufgabe, die viel Einfühlungsvermögen verlange. „Einerseits muss der junge Mandant mit allen Mitteln verteidigt werden – gerade wenn die Tat bestritten wird -, andererseits soll auch der Rechtsanwalt den Erziehungsgedanken im Auge behalten. Die Verteidigung in einer Jugendstrafsache sollte daher nur von erfahrenen und spezialisierten Rechtsanwälten übernommen werden.“

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