Der gläserne Waffenbesitzer

Neuer Datenbestand - Auch Polizei erhält demnächst Zugriff

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Auch registriert – Böllerschützen.

Rosenheim – Der gläserne Mensch? Zumindest der gläserne Waffenbesitzer. Wie die Stadt Rosenheim jetzt in einer Presseerklärung mitteilte, dauerte die Einführungsarbeit zum sogenannten Nationalen Waffenregister (NWR) etwa ein Jahr und bedeutete trotz des überschaubaren Datenbestandes bei der Stadt Rosenheim einiges an Mehrarbeit. „Nachdem wir für das Waffenrecht nur eine Mitarbeiterin zur Verfügung haben, mussten einige Dinge zunächst hinten anstehen, um die vorgegebenen Fristen für Datenbereinigung und Systemtest einzuhalten“, so Donat Steindlmüller vom Amt für Sicherheit und Ordnung. Alles in Allem könne die Rosenheimer Waffenbehörde jedoch ein durchweg positives Resümee zur Einführung ziehen. Die Polizei erhalte demnächst auch einen Zugriff auf den neuen Datenbestand,

Zum 1. Januar 2013 wurde in ganz Deutschland das Nationale Waffenregister (NWR) eingeführt. Ziel ist ein schnellerer, bundesweiter Datenaustausch zwischen den Ordnungs- und Sicherheitsbehörden im Bereich der legalen Waffenbesitzer. Mit dem NWR können die Waffen- und in naher Zukunft auch die Polizeibehörden, jederzeit abrufen, bei welchem Besitzer sich eine legale Waffe befindet und welche Erlaubnisse vorliegen. Durch das Nationale Waffenregister wurden die Daten der Waffenbehörden standardisiert und zusammengeführt.

Bislang führten die rund 560 deutschen Waffenbehörden nur örtliche Waffenregister, so auch die Stadt Rosenheim. Die alten Systeme ließen keine Verknüpfungen und keine überörtliche Suche zu. Die Polizei erhält demnächst auch einen Zugriff auf diesen Datenbestand, was besonders für Lagebeurteilungen und weitere Ermittlungen wichtig ist. Damit dient das Nationale Waffenregister in großem Maße einer wirksamen Strafverfolgung und Bekämpfung von Kriminalität. Ebenso erleichtert es im Verdachtsfall die Einsatzarbeit, da entsprechende Sicherheitsvorkehrungen für den Einsatz getroffen werden können. So trägt dieses System nicht nur zur Sicherheit der Bürger bei, sondern auch für die Beamten vor Ort.

Die Unterstützung von Bund und Land, sowie die Zusammenarbeit mit dem Softwarehersteller waren sehr gut. Unabhängig von der Systemverbesserung, wird die Stadt Rosenheim auch weiterhin, die ebenfalls in der Vergangenheit eingeführten und vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Waffenaufbewahrungskontrollen, bei den Waffenbesitzern vor Ort durchführen. „Diese können sowohl angemeldet als auch unangemeldet erfolgen und es muss kein konkreter Verdachtsfall auf eine unsachgemäße Waffenaufbewahrung oder sogar einen illegalen Waffenbesitz vorliegen“, so Steindlmüller. Er appelliert deshalb eindringlich an alle Jäger, Sportschützen oder Erben, ihre Waffen und Munition in den entsprechend zugelassenen Behältnissen zu verwahren. Ebenso darf der Zugriff einem Dritten (z.B. Ehepartner) nicht möglich sein.

Verstöße gegen die ordnungsgemäße Aufbewahrung können mit einen Bußgeld bis zu 10.000 € geahndet werden. Zudem läuft der Waffenbesitzer Gefahr, dass er unzuverlässig wird und seine waffenrechtlichen Erlaubnisse verliert. Ein weiteres Problem, insbesondere bei Kontrollen, stellen oftmals die sogenannten „Fund- oder Erbwaffen“ dar, die von den Bürgern im Rahmen von Todesfällen, Umzügen oder Aufräumarbeiten im Haus vorgefunden werden. Um hier den Straftatbestand des illegalen Waffenbesitzes zu vermeiden, rät die Stadt dringend, sich umgehend mit einem Waffenhändler oder der zuständigen Waffenbehörde bezüglich der ordnungsgemäßen Abgabe in Verbindung zu setzen. Bei sonstigen Fragen zum Waffenrecht steht das Amt für Sicherheit und Ordnung unter der Nummer 08031/365-1320 ebenfalls gerne zur Verfügung.

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Ein Gedanke zu „Der gläserne Waffenbesitzer

  1. Zum Thema Waffenbesitz, gibt es auf der Seite http://jagdblut.de sehr interessante Artikel unter dem Menuepunkt: Waffen- und Jagdrecht.

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