„Danke – für de guade Idee“

Rettenbach: Irgendwia und Sowieso-Party begeistert alle

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A Quickly mitten im Festzelt in Rettenbach: Martin Riedl kurvte quer durchs Publikum - IRGENDWIA hoit... Fotos: Renate Drax.

A Quickly mitten im Festzelt in Rettenbach: Martin Riedl kurvte quer durchs Publikum – ja klar, IRGENDWIA hoit… Fotos: Renate Drax.

Rettenbach – „Des is ja amoi a Superidee – so a Motto.“ Begeistert von dem Thema einer Kultsendung aus dem Jahr 1986 waren die Besucher bei der großen „Irgendwia und Sowiesoooo“-Party der Rettenbacher Burschen im Jubiläums-Festzelt. Trotz widriger Wetterumstände waren sie zahlreich gekommen – die Sir Quicklys, de Josef Grubers, Christls oder Effendis – und wurden ausgiebigst belohnt. Bis ins kleinste Detail – de Mix-Drinks gab’s nur aus de Himbeer-Joghurtbecher! – erinnerte alles an die beliebte Serie. Mit ungebremster Erzähllust und Freude an bayerischer Anarchie hatte damals Regisseur Franz Xaver Bogner in dieser Serie die wilden 68er auf dem Land beschworen. Großes Kompliment an die Burschen und vor allem an DJ Michi Hintermeier, der sie für den Abend wieder aufleben ließ – de Musik und de Zeit vo damois.

A Bus im Festzelt - ja SOWIESO !

A Bus im Festzelt – ja SOWIESO !

Denn zwei Besonderheiten erhoben die Serie in den Kult-Status. Neben den besonderen Automodellen war es vor allem die Musik. Die Lieder der niederbayerischen Gruppe “Haindling” – darunter die Titelmelodie – lebten ebenso auf wie Songs von Canned Heat, The Beatles, Elvis Presley, Adriano Celentano, Tony Dallara, Little Richard, The Byrds, Dean Martin, Al Martino, Graham Bonney, The Thunderbirds, O.C.Smith, Stevie Wonder, The Small Faces, Kenny Rogers, The Doors. Aber auch die Veldener Blasmusik war vertreten. Apropos Velden. Aus dem Ort stammte auch der Kirchturm, der in der Serie eine Rolle spielte, und der kurzerhand von den Rettenbacher Burschen nachgebaut wurde – um im Festzelt als DJ-Location den Gästen ein weiteres Highlight zu bieten. Eine viel beachtete und sehr originelle Idee am Donnerstagabend.

Alle Hände voll zu tun - an der Kasse am Eingang. Do hätts draußen a schnein kenna - egal, A BISSAL WOS GÄT IMMER, sogt da Sir Quickly.

Alle Hände voll zu tun – an der Kasse am Eingang. Do hätts draußen a schnein kenna – egal, A BISSAL WOS GÄT IMMER, sogt da Sir Quickly.

Die Stimmung war durch die liebevolle Umgestaltung des Zeltes von Anfang an sehr gut. Das Feeling dieser 68erZeit rüberzubringen – das gelang dem Burschenverein zur Freude der Gäste. Allein die Deko lieferte ja schon mal ausgiebig Gesprächsstoff. Martin Riedl kurvte mit einer alten Quickly quer durchs Publikum, die Joghurtbecher wurden bestaunt, ein blauer Irgendwie und Sowieso-Bus stand im Zelt und de Burschen-Hoibe fand natürlich auch reichlich Absatz. Gemütliche Couch- und Sessel-Ecken waren eigens eingerichtet worden – das Licht passte bestens. In den Bars mit den hübschen Festdamen und den feschen Burschen gab’s großes Gedränge und getanzt wurde auch – Rock’n’Roll in Rettenbach.

Hier noch mal zur Erinnerung die Geschichte von „Irgendwie und Sowieso“:

DJ Michi Hintermeier oben im Kirchturm - Kompliment für de Idee und den richtig guadn Sound!

DJ Michi Hintermeier oben im eigens gebauten Kirchturm – Kompliment für de Idee und den richtig guadn Sound!

Wir schreiben das Jahr 1968. In ganz Deutschland ist die Jugend im 68er-Fieber. In ganz Deutschland?…. Ja sogar in Bayern, im fiktiven Dorf Zell im Landkreis sind Popmusik und Flower Power angekommen. Hier spielt die Serie “Irgendwie und Sowieso“, die das Bayerische Fernsehen 1986 produzierte und in zwölf Folgen ausstrahlte. Im Zentrum des Geschehens: Die Clique rund um den fülligen Jungbauern „Sir Quickly” Alfons Kerschbaumer – genannt “Sowieso” und gespielt von Ottfried Fischer – und deren Traum vom Leben.

Die Clique, das sind neben dem musikbesessenen “Sir”, der Gymnasiast “Effendi” Gerhard Tauber – genannt “Irgendwie” (Robert Giggenbach) und der Autonarr Josef “Sepp” Gruber (Elmar Wepper). Die Handlung: Ein Jahr im Leben der Clique. Mit Abstand betrachtet eigentlich nichts Aufregendes: Glück und Leid der jungen Menschen, Alltagsleben und Höhepunkte, Verstrickungen in Liebesangelegenheiten und die Auflehnung gegen die Autoritäten von Familie und Gesellschaft. Erst mit dem Abstand von Jahrzehnten weiß man zu würdigen, wie feinfühlig und gefühlvoll der Regisseur Franz Xaver Bogner das Gefühl der seinerzeitigen Jugend transportiert hat. Und genau dieses Feingefühl bewiesen auch die Burschen aus Rettenbach. Die Besucher sagten bis spät in die Nacht: „Danke – für diese guade Idee!“

 

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