„Wir bleiben weiterhin aktiv”

Überfüllte Busse: Eltern-Bündnis mit Antwort von Landrat Otto Lederer nicht zufrieden

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Die Schul- und Linienbusse in und um Wasserburg sind nach wie vor zu Stoßzeiten überfüllt. Über diesen Zustand, den die Politik eigentlich durch den Einsatz von Verstärkerbussen unterbinden wollte, hatte sich kürzlich das „Eltern-Bündnis Wasserburg” bei Landrat Otto Lederer beschwert (wir berichteten). Jetzt erhielt das Bündnis Antwort vom Landratsamt. „Wir Eltern sind damit allerdings nicht zufrieden und beruhigt. Wir bleiben weiterhin aktiv”, so Anita Arz, Mutter aus Wasserburg und Initiatorin des Eltern-Bündnisses.

Auf die Anfrage der Wasserburger Eltern hieß es aus dem Landratsamt: „Aufgrund der bestehenden Maskenpflicht im ÖPNV muss das Abstandsgebot nicht zwingend eingehalten werden. Trotzdem hat der Landkreis Rosenheim mit den Busunternehmen vereinbart, dass nicht mehr als 50 Prozent der an sich zugelassenen Stehplätze in den Bussen belegt werden sollen. Wird diese Auslastung überschritten, soll nach Möglichkeit – zur ,Rush-hour’ sind zumeist fast alle vorhandenen Linien-Busse ohnehin in Betrieb – ein Verstärkerbus zum Einsatz kommen.”

Die Kosten für die Zusatzfahrten übernehme der Landkreis. Von staatlicher Seite werde diese Kosten gefördert, allerdings nur bis zu einem Tagessatz von 300 Euro, „was bei einem teilweise notwendigen Einsatz morgens und mittags, wenn keine Entzerrung durch Nachmittagsunterricht gegeben ist, aber oft nicht ausreicht”, so der Landrat in seinem Schreiben.

Selbst in Anbetracht der voraussichtlichen Unterdeckung aus Mitteln des Freistaates habe der Landkreis derzeit auf mittlerweile zwölf Zulaufstrecken zu den Schulstandorten Verstärkerbusse bestellt, davon alleine vier in Richtung Wasserburg (Linien 7521, 9414, 9415 und 9421). Der Landrat: „Bei den vom Eltern-Bündnis zusätzlich genannten Linien 9411 und 9416 fragen wir laufend bei der RVO, dem dafür zuständigen Unternehmen, nach, ob die oben genannten Kriterien für eine Verstärkung gegeben sind. Die Schulbusse im Stadtbereich fallen in die Zuständigkeit der Stadt Wasserburg, die wir in Kenntnis gesetzt haben.”

 

„Leider hat sich unseren Erfahrungen nach bisher wenig in den Bussen verändert. Es kommt nach wie vor in den Stoßzeiten zu Gedränge. Wir  bleiben weiterhin aktiv, bis sich etwas verändert”, sagt Anita Arz vom Eltern-Bündnis. Seit 1. Dezember laufe auch eine Online-Petition „Gegen überfüllte Schulbusse”  (http://openpetition.de/!klljc). Auch diese richte sich an den Landrat.

Die Kritik der Eltern richtet sich weiterhin gegen die zu wenigen Busse sowie gegen das Fehlen eines schlüssiges Konzept für den ÖNVP in Zeiten von Corona. „Dem Schutz des Kindeswohls wird weiterhin nicht Genüge getan.” Auch sei  die Nachvollziehbarkeit von Infektionsketten in überfüllten Bussen keinesfalls gegeben, was aber offenbar niemanden interessiere.

„Die Einsicht bei der gestrigen Konferenz der Bayerischen Staatsregierung, dass Busse und Schulen wohl doch Virentreiber sind und eine Entzerrung nötig ist, sollten dem Landrat und den Busunternehmen endlich auch ein dringlicher Rat sein, etwas zu unternehmen.” Eine Entzerrung durch weniger Klassen im Unterricht über der achten Klasse entlastet die vollen Busse zwar ein wenig,  „aber es ist noch nicht die Lösung des Problems, besonders weil auch Kinder der Jahrgangstufen eins bis acht bekannterweise von Infektionen betroffen sind und auch ein Recht auf Schutz ihrer Gesundheit haben.”

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